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Montag, 26. September 2016 22° 3

Landwirtschaft

Ministerin macht Rapsölbauern neuen Mut

Die Rapsölmühle bei Mühlhausen war am Dienstag idealer Schauplatz für die Präsentation eines Programms zur Förderung Klima schonender Kraftstoffe.
Von Hans Gleisenberg

Max Stadler (r.) versuchte – symbolisch – Ministerin Aigner auf die Seite aller zu ziehen, die in der Landwirtschaft mit Rapsöl ihr Geld verdienen. Foto: Gleisenberg.

Mühlhausen.Das Agrarzentrum Mühlhausen ist am Dienstag Schauplatz eines bayernweit wichtigen Termins gewesen: Bayerns Wirtschaftsministerin Ilse Aigner hat das neue Förderprogramm der Staatsregierung für das Klima schonende Treibstoffversorgung für land- und forstwirtschaftliche Arbeitsmaschinen vorgestellt. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf Rapsölmühlen – wie es sie eben hier in Mühlhausen eine gibt.

Zur Eröffnung der bayernweiten Aktion „RapsTrak 200“ – hier werden ab sofort 200 Schlepper in Bayern mit rapsöltauglichen Motoren ausgerüstet – waren die für Energie zuständige Ministerin Ilse Aigner und Finanzstaatssekretär Albert Füracker nach Mühlhausen gekommen. In Anwesenheit einer großen Schar Ehrengäste – unter ihnen waren auch Landrat Willibald Gailler und Bürgermeister Dr. Martin Hundsdorfer – begrüßte der Vorsitzende des Maschinenrings Neumarkt plus, Gerhard Waldmüller, die Gäste. Er machte dann gleich deutlich, unter welchen schwierigen Wettbewerbsbedingungen diese Ölmühle zu leiden habe.

Besteuerung war ein Tiefschlag

Besonders negativ habe sich die volle Besteuerung des Rapsöl von 45 Cent auf den Absatz ausgewirkt: „Mit dieser Aktion bekommen wir wieder eine Chance, neue Absatzfelder auszuloten, denn ohne neue Zugeständnisse ist die kostendeckende Produktion von Rapsöl nicht möglich. Die Erzeuger im ländlichen Raum vermissen nachwievor ein Konzept für die Vermarktung regenerativer Energien“, führte Waldmüller aus.

Ministerin Ilse Aigner machte deutlich, dass der Freistaat 1,5 Millionen Euro in die Hand genommen habe, um die Situation der Rapsölmühlen zu verbessern: „Es geht hier nicht nur um den Kraftstoff, sondern auch um die Vermarktung regionaler Produkte. Wenn man bedenkt, dass Raps nur zu einem Drittel für Öl, aber mit zwei Dritteln die Eiweißversorgung in der Landwirtschaft stützt, ist dieses Programm von großer Bedeutung. Wir hoffen, dass die Landwirte zum Nachdenken angeregt werden und sich Gedanken über die Verwendung von CO-neutralem Krafftstoff machen“, führte Aigner aus.

Staatsekretär Albert Füracker sprach von einem guten Tag für die Rapsölerzeuger: „Ich glaube das dies ein Startschuss für eine gute Zukunft ist. Wir stehen in der Landwirtschaft auf sicheren Beinen und wollen den Erfolg, auch mit der Nutzung erneuerbarer Energien intensivieren. Einsatz von Technik und verantwortungsvoller Umgang mit den vorhandenen Ressourcen müssen dabei oberste Priorität haben“, machte Füracker deutlich. Er bezeichnete den Geschäftsführer der Mühlhausener Rapsmühle als unermüdlichen Kämpfer für die Sache Raps: „Sie entwickeln immer neue Ideen und halten so die Vermarktung von Rapsöl und seinen Zusatzprodukten auf einem guten Level“, so Füracker über Max Stadler.

Günter Felsner vom Bayerischen Bauernverband legte nach und würdigte die regionale Biostoffverwertung als „erhebliche Steigerung der Wertschöpfung der Wirtschaft“, die auch helfe, Arbeitsplätze zu schaffen: „Der BBV wird diese Aktion nach Kräften unterstützen und hofft auf die nötige Nachhaltigkeit“, sagte er.

Weitere Infos zur Situation der Ölmühlen in Bayern gab der Mühlhausener Geschäftsführer Max Stadler: „Die Ölmühle hat heuer über 2000 Tonnen Raps von den örtlichen Bauern erfasst, aus dem die Mühle nun hochwertigen, CO-neutralen Kraftstoff für die Landwirtschaft produziert.“ Der „Abfall“ sei ein regionales, gen-freies Eiweißfuttermittel, das Kuhbauern sehr gerne verfüttern.

Bürokratie belastet immer mehr

Seine Ölmühle kämpfe laut Stadler zunehmend mit bürokratischem Aufwand. „Gerade in der Nachweisführung der Nachhaltigkeit wird unsere Ölmühle wie eine große Ölmühle behandelt, obwohl wir nur regionale Ware verarbeiten. Die Energiesteuer hat den Kraftstoffmarkt im Pkw- und Lkw-Bereich zum Erliegen gebracht. Von ehemals rund 400 dezentralen Ölmühlen in Bayern sind gerade mal 20 übrig geblieben, die sich jetzt neue Absatzwege im Pflanzenölbereich suchen müssen“, führte Stadler aus.

Eine große Herausforderung sei nun die Verwendung von Rapsöl in der Landwirtschaft. Hier gelte das Haferprinzip: „Früher haben die Bauern Ochsen mit Energie vom Feld versorgt; heute werden Schlepper vom Feld gefüttert. Ich hoffe, dass sich das Motto dieser Aktion, ‚Ich fahre mit Rapsöl’ durchsetzt“, sagte Stadler.

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