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Montag, 5. Dezember 2016 2

Bayern

Neue Stromtrasse kommt – aber anders

Das umstrittene Projekt sei nötig – aber Bayern werde einen neuen Trassenverlauf erzwingen, kündigt Wirtschaftsministerin Ilse Aigner an.
Von Christine Schröpf, MZ

München.Die umstrittene Gleichstrompassage nach Bayern wird kommen. „An der Notwendigkeit der Trasse besteht kein Zweifel mehr“, sagte Wirtschaftsministerin Ilse Aigner. Die Versorgungssicherheit ist der Grund. Der bisher geplante Trassenverlauf wird aber von Bayern weiter nicht akzeptiert. Auch der Ausgangspunkt im Braunkohlerevier bei Halle (Sachsen-Anhalt) werde nicht hingenommen.

Eine alternative Streckenführung soll in den nächsten Wochen mit dem Bund abgesprochen werden. Die Route soll sich nach Aigners Worten stark an vorhandener Infrastruktur wie Autobahnen orientieren. Wo die Gleichstrompassage auf Städte trifft, ist zum Schutz von Anwohnern an Erdverkabelung gedacht. Der neue Plan wird auch im neuen Energiekonzept des Wirtschaftsministeriums festgeschrieben, das Aigner aus diesem Grund erst verspätet im September vorstellt. „Sonst wäre das Konzept nicht komplett und würde nur neue Fragen aufwerfen.“

Genauer Trassenverlauf noch offen

Die Gleichstrompassage hatte in den vergangenen Monaten für heftige Proteste auch in der Oberpfalz gesorgt, durch die die ursprünglich angedachte Trasse führen würde. Der Landkreis Neumarkt oder auch die nördliche Oberpfalz wären je nach Variante betroffen. Ministerpräsident Horst Seehofer hatte sich eingeschaltet, die Notwendigkeit der Trasse bezweifelt und in Berlin ein Moratorium bis August erzwungen.

Welche Landesteile nun bei einer neuen Trassenversion tangiert sind und ob Ostbayern außen vor ist, bleibt wegen der laufenden Gespräche zwischen Bayern und dem Bund offen. Aigner mochte darüber vor dem Ende der Verhandlungen nicht spekulieren. Auskünfte gibt es auch nicht dazu, ob sich die neue Route an der Autobahn A9, A3 oder A 93 orientiert. Klar ist aber, dass eine Trasse, die an der Grenze Bayerns ankommt, quer durch den Freistaat führt und nahe Augsburg endet, weiter Anwohnerproteste entzünden wird. Aigner stellt sich auf harte Überzeugungsarbeit ein.

Ulrich Hampel von der Oberpfälzer Bürgerinitiative „Trassenwahn 17.01“ begrüßte am Dienstag die Ankündigungen Aigners. „Wir freuen uns, dass es langsam Klarheit gibt, in dem ganzen Chaos.“ Er wartet jetzt auf detaillierte Auskünfte der Wirtschaftsministerin, warum die neue Stromautobahn trotz monatelanger Skepsis in der Staatskanzlei nun doch unabdingbar ist. „Wenn die Argumente überzeugend sind, würden wir die Trasse akzeptieren.“

Für die BI sei entscheidend, dass keine Braunkohlestromleitung geplant werde, „sondern eine Trasse für erneuerbare Energien“, sagte Hampel. Wenn die CSU-Ministerin dieses Versprechen wahr mache, sei eine Hauptforderung der BI erfüllt. Wichtig ist Hampel zudem Aigners Ankündigung, dass entlang bestehender Infrastruktur gebaut werden soll. Hampel legt die Anforderungen hoch. „Alle Teile der Strecke, die bewohnte Regionen oder Natur- und Landschaftsgebiete tangieren, müssen erdverkabelt werden.“

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