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Region Neumarkt
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Politik

Neuer Kindergarten für Sengenthal

Nach langen Diskussionen entschieden sich die Gemeinderäte für einen Neubau für drei Gruppen auf dem Gelände der Salzhalle.
von Doris Distler

Nach einer längeren Diskussion haben sich die Gemeinderäte darauf geeinigt, einen neuen Kindergarten für drei Gruppen zu bauen. Foto: Monika Skolimowska/dpa

Sengenthal.Sehr uneinig waren sich die Gemeinderäte von Sengenthal in der Sitzung am Dienstag. Es ging um die Entwicklung der Ortsmitte und den geplanten Kindergarten. Zur Erläuterung der Planung für die Ortsmitte von Sengenthal war Architekt Daniel Sautter vom Architekturbüro Beer-Bembé-Dellinger aus München gekommen. Zu Beginn hatte er analysiert, welche Funktion im Ort an welche Stelle gebracht werden sollte. Als Haupterschließungsstraße legte er die Winnberger Straße zugrunde.

Er stellte Varianten der Ortsmitte vor. Unter anderem gehörten dazu ein Mehrzwecksaal, eine Mensa, eine Gemeindebücherei, ein Sitzungszimmer, ein Bürgermeisterzimmer, eine Tagespflege für Senioren und ein Kindergarten. Doch seine Ausführungen stießen auf viele Fragen und Widerstände. Schließlich stellte sich heraus: Die Gemeinderäte haben das Thema offensichtlich noch nicht ausreichend diskutiert.

Zum Kindergarten war auch Ursula Hollweck von der Aufsicht über die Kindertageseinrichtungen am Landratsamt Neumarkt eingeladen. Sie beantwortete viele Fragen, die im Raum standen. Der bisherige Kindergarten sei „voll bis unters Dach“, wie sie sagte. In der Schule seien bereits weitere Kindergartenkinder untergebracht. Da viele junge Familien mit kleinen Kindern im Ort wohnten, sei ein Kindergarten absolut notwendig. Hollweck sagte: Es sei die Pflicht einer Gemeinde, für genügend Plätze zur Kinder-Unterbringung zu sorgen. Die Schule sei nur ein Provisorium, das bereits seit einem Jahr bestehe, und könne nicht länger so betrieben werden.

Unter anderem wurde die Idee eines Waldkindergartens thematisiert. Doch dieser könne den Rechtsanspruch der Eltern nicht erfüllen, hatte Ursula Hollweck erklärt. Falls die Gemeinde einen Waldkindergarten einrichten würde, könnten Eltern dennoch einen Platz in einem üblichen Kindergarten einfordern. Damit wäre das aktuelle Problem nicht gelöst, weshalb der Bürgermeister den Vorschlag zum jetzigen Zeitpunkt nicht weiter verfolgen will. Darüber hinaus machte Hollweck auf die erhöhte Haftung des Trägers – also in diesem Fall der Gemeinde – bei einem Waldkindergarten aufmerksam, wenn die Kinder die meiste zeit im Freien verbringen. Darüber hinaus müssten die Kinder bereits trocken sein, so dass ganz kleine Kinder von vorne herein ausgeschlossen wären. Auch das spreche wiederum gegen einen Waldkindergarten.

Die Fachfrau riet den Gemeinderäten, möglichst keinen Ausbau des vorhandenen Kindergartens zu planen, sondern einen völlig neuen, eigenständigen zu bauen. Dafür gebe es auch mehr Förderung (rund 70 Prozent der Kosten). Bedenken müssten die Räte auch, dass bei 150 Kindergarten- und 50 Krippenkindern die Leitung völlig freigestellt werden müsse und nicht mehr in den Gruppen mitarbeiten könne.

Dann ging es um die Frage des Standorts für den neuen Kindergarten: Bauhof, auf dem Gelände der bisherigen Salzhalle oder im Ortskern? Schließlich entschieden sich die Räte für den Standort Salzhalle. Dort wäre auch genügend Platz für Parkplätze.

Diskutiert wurde dann auch, ob der Kindergarten zwei- oder dreigruppig werden solle. Schließlich kam jemand auf die Idee, die Leiterin des Kindergartens zu fragen, die als Gast in der Sitzung war. Sie plädierte für drei Gruppen inklusive einem Raum für Integrativ-Kinder. Schließlich sei die Einrichtung schon jetzt zum Bersten voll. „Wir haben 81 Mittagessens-Kinder,“ erklärte sie. So stimmte der Rat einstimmig für drei Gruppen.

Nach dieser schweren Geburt des Kindergarten-Projekts wurde Architekt Sautter gebeten, mit der Planung wieder einzusteigen, wenn der Kindergarten realisiert sei. Die Planung der Dorfmitte sei dann auch ein Thema für einen Bürgerentscheid.

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