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Region Neumarkt
Samstag, 23. September 2017 17° 3

Landwirtschaft

Rapsöl als Alternative zum Diesel

Der Maschinenring bringt die Ölmühle ins Gespräch und begründet seine Position ausführlich.
Von Hans Gleisenberg

  • Max Stadler (links) beim Betanken eines Rapsöl-Tankzugs. Fotos: Fröhlich
  • Einige Bulldogs fahren mit Rapsöl statt mit Diesel. Foto: Fröhlich

MÜHLHAUSEN.Aktuell ist das Thema Dieselkraftstoff in aller Munde. Zu diesem Thema hat sich nun auch der Geschäftsführer des Maschinenring „Neumarkt plus“, Max Stadler zu Wort gemeldet, mit dem Anliegen auf den umwelt- und klimafreundlichen Kraftstoff Rapsöl hinzuweisen. Er sei der Auffassung, dass die Diskussion um den Diesel zwar berechtigt und notwendig sei, doch lasse man Alternativen, wie beispielsweise das Rapsöl, außen vor.

Ölmühle 2006 errichtet.

Umfassend erläutert er seine Argumente für das Rapsöl: „Bei dem Begriff Mobilität denken die meisten Menschen an PKWs, Bahn, Bus, Flugzeug oder Fahrrad, aber das Thema ist wesentlich vielseitiger. So werden zum Beispiel in der Land- und Forstwirtschaft viele Maschinen betrieben. Meist fallen uns die Traktoren, Mähdrescher oder Waldmaschinen nur zur Erntezeit auf. Viele von ihnen sind aber ein Großteil des Jahres im Einsatz.“ In der Land- und Forstwirtschaft gebe es bereits Lösungen für eine klimafreundliche Mobilität. Ein Beispiel hierfür gibt es bei uns im Landkreis, nämlich in Mühlhausen. In der Ölmühle der Juraps GmbH, unter dem Dach des Maschinenrings, wird seit 2006 Rapssaat aus der Region zu Rapsölkraftstoff verarbeitet und somit ein kräftiger Beitrag zur Reduzierung von Treibhausgasemissionen in der Land- und Forstwirtschaft geleistet“, so Stadler. Er entkräftet auch die Besorgnis, dass Rapsölkraftstoff die regionale Versorgung mit Nahrungsmitteln gefährde. Mit der regionalen Verarbeitung heimischer Ölsaaten werden, so der „Juraps“ Geschäftsführer, Teller, Trog und Tank gefüllt. So entstehe bei der Pressung der Rapssaat nicht nur Speiseöl und Kraftstoff, sondern auch ein eiweißreicher Presskuchen, der zur Rinder- und Schweinefütterung eingesetzt werde, wodurchSoja aus Übersee ersetzt werden könne.

Aufgrund der vorgeschriebenen Nachhaltigkeitszertifizierung für Biokraftstoffe unterliege die gesamte Produktionskette vom Rapsanbau, über den Saathandel bis zur Verarbeitung in der Ölmühle strengen Kontrollen. Zudem sei die Raps-Anbaufläche über die Jahre konstant geblieben und der Raps als Blattfrucht ein wichtiger Bestandteil der Fruchtfolge.

„Mit unserer Ölmühle erhöhen wir nicht nur die Wertschöpfung für viele landwirtschaftliche Betriebe in unserem Umfeld, sondern fördern auch nachhaltige, regionale Stoff- und Energiekreisläufe. So leisten wir unserem Beitrag zum Klimaschutz.“

Leider sei aufgrund ungünstiger politischer Rahmenbedingungen, genauer gesagt, wegen der starken Besteuerung und niedriger Dieselpreise der Einsatz von Rapsölkraftstoff für die meisten Betriebe derzeit wirtschaftlich schwer darstellbar. Daher hätten in den vergangenen Jahren viele dezentrale Ölmühle schließen müssen, oder ihren Betrieb vorläufig einstellen, weil der Einsatz von fossilem Diesel günstiger sei, als die Verwendung von heimischen Pflanzenölkraftstoffen. „Gezielte Förderprogramme könnten landwirtschaftliche Betriebe dabei unterstützen durch den Einsatz von Biokraftstoffen unsere Lebensmittelproduktion nachhaltiger zu gestalten und das Klima langfristig zu schützen“ so Stadlers Einschätzung der Situation.

Forderung für ein Umdenken

Der derzeitige Dieselskandal zeige auch, dass im Mobilitätssektor ein Umdenken notwendig sei. Während der Einsatz von pflanzenölbasierten Biokraftstoffen eine nachhaltige und technisch ausgereifte Lösung für die Land- und Forstwirtschaft bereits biete, müssen, beispielsweise für den städtischen Personenverkehr, alternative Konzepte und Antriebe entwickelt werden, war weiter zu hören. „Wenn man willens ist umzudenken und Verbesserungen zur nachhaltigen und klimafreundlichen Mobilität einzubringen, kann das nur durch vielfältige Lösungen erreicht werden, die ineinander greifen und auf die jeweiligen Bereiche angepasst sind“, gibt Max Stadler abschließend seine Meinung kund und bricht eine Lanze für das Produkt Rapsöl.

Die Position des Maschinenrings teilt auch die Projektmanagerin der Ökomodellregion Anne Fröhlich. Der Einsatz von Rapsöl sei schon alleine deswegen sinnvoll, weil man den Kreis der regionalen Wertschöpfung schließe. Auch Rapsöl sei nicht frei von Stickoxide, müsse aber nicht mit Supertankern hergefahren werde. Ein weiterer Vorteil sei, dass mit dem Presskuchen Tiere ernährt werden könnten. Sie betont, dass dies aber nicht nur für Rapsöl, sondern auch andere heimische Ölsaate wie Leindotter oder Sojaöl gelte.

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