mz_logo

Region Neumarkt
Mittwoch, 22. November 2017 5

Für und Wider

Rathausvorplatz wurde zum Streitobjekt

Die Pläne für die Umgestaltung der Ortsmitte sind auf heftigen Widerstand gestoßen, es soll ein Bürgerbegehren geben.
Von Vera Gabler

Die zwei weißen Gebäude sind das Streitobjekt. Im Hintergrund steht links in der Ecke die Kirche, mittig das Rathaus und rechts das Schulzentrum. Foto: Gabler

Seubersdorf.Als heuer am 22. Juni alle anwesenden 17 Gemeinderäte (es fehlten Jürgen Benz, Theresia Maget und Maximilian Wurm) sowie Bürgermeister Eduard Meier dem Antrag für die Baugenehmigung zur Gestaltung des Rathausplatzes mit Bau eines Bürgerhauses und einer Bücherei zustimmten, dachte man die Sache könne weiter geplant werden. Aber es kam anders, derzeit liegen Listen für das Bürgerbegehren „Rathausvorplatz“ aus. Initiiert wurde die Aktion von Klemens Schmalzl, Albert Scharbauer und Anton Blaha. Wie berichtet, können die Bürger auf den Listen mit ihrer Unterschrift das Bürgerbegehren unterstützen: nämlich den Gemeinderatsbeschluss vom 22. Juni aufzuheben. Als Begründung werden die Kosten von zehn Millionen Euro für einen Bürgersaal und eine Bibliothek genannt sowie die Folgekosten von rund 500 000 Euro pro Jahr. Als dritter Grund für das Bürgerbegehren wird genannt: „Der Wunsch und der Bedarf für die Gebäude kommt nicht aus der Bevölkerung.“

Die Bürger waren einbezogen

Bürgermeister Eduard Meier hält in einer Stellungnahme dagegen, dass die Bürger sehr wohl – entgegen der Behauptung von Schmalzl – in die Planungen einbezogen worden seien. Und zwar seit 2013. Der Bürgersaal und die Bibliothek würden ein Kulturzentrum in Seubersdorf schaffen, das man nie mehr so günstig bauen könne. Man gehe von Kosten von 5,3 Millionen Euro aus, abzüglich der zu erwartenden Förderung von über 50 Prozent. Auch die genannten Unterhaltskosten seien überzogen, Fachleute hätten für die Bewirtschaftung beider Gebäude einen Bedarf von rund 50000 Euro pro Jahr errechnet, wehrt sich Meier. Ein Pluspunkt sei die Nähe des Rathauses und der Schule, dies würde die Kosten senken. Während nun seit dem Auslegen der Unterschriftenliste die Gemüter in der Gemeinde hochschlagen und zu Diskussionsrunden einladen, fühlt sich die CSU mit Ortsvorsitzendem Stefan Schmid dafür verantwortlich, die Bürger aufzuklären.

Sie tat dies mit einem Facebook-Video und mit Absprache aller CSU-Ortsverbände gab es einen Flyer „Richtigstellung zum Rathausvorplatz in Seubersdorf“ verteilt. Mit der Nennung von Fakten wird in dem Flyer argumentiert, dass man seine Unterschrift „nicht für den trügerischen Versuch eines Bürgerbegehrens“ verschwende solle. Neben dem Hinweis, dass die Zahlen auf der Unterschriftenliste mehr als falsch seien, wird darauf hingewiesen, dass Seubersdorf von einem attraktiven Aushängeschild mit zwei Gebäuden nur profitieren könne. So könne zum Beispiel der Bürgersaal auch für unterschiedliche Aktivitäten angemietet werden, die ausgebuchte Turnhalle könne entlastet werden. Und das ohne Kreditaufnahme für die Gemeinde.

Pläne mit Petra Schober erarbeitet

Das Thema Ortsgestaltung begann im September vor fünf Jahren, als Bürger die Gelegenheit nutzten, mit der kürzlich verstorbenen Stadtplanerin Petra Schober Pläne zu erarbeiten. Damals machten sich Bürger mit dem Fahrrad auf den Weg, um sich unter anderem die Meinung einer Außenstehenden über das vorhandene Ortsbild geben zu lassen. Bürgermeister Eduard Meier erinnert an das große InSeubersdorfer Ortskern stand im Fokusteresse damals, auch sei der Wunsch nach einem zentralen Funktionsgebäude geäußert worden. Anschließend gab es einen Architektenwettbewerb, seit 2015 ist die Planung unter dem Motto „Räume für die Zukunft“ in der Endphase.

Die Kommentarfunktion steht exklusiv unseren Abonnenten zur Verfügung. Als Abonnent melden Sie sich bitte an oder registrieren Sie sich. Alle anderen Nutzer finden preiswerte Angebote in unserem Aboshop.

Anmelden Registrieren Zum Abo-Shop

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht