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Tradition

Schausteller-Boss kämpft um Fest

Gemeinsam mit Politikern will Karl Uebel die US Army dazu bewegen, das deutsch-amerikanische Volksfest in Hohenfels 2014 wieder zu veranstalten.
von katrin böhm

Noch schnell die Kette zumachen, dann geht es los – heuer ist der Zug fürs Volksfest allerdings schon abgefahren.

Hohenfels. Das deutsch-amerikanische Volksfest in Hohenfels ist für 2013 abgeblasen – bei den Bürgermeistern und vielen Menschen in der Region hat dieser Schritt der US Army große Enttäuschung hervorgerufen. Doch Karl Uebel vom Volksfestunternehmen Uebel und Sachs, das das Volksfest seit mehr als 20 Jahren in Absprache mit der Armee organisiert, will die Flinte so schnell nicht ins Korn werfen. „2014 müssen wir das wieder auf die Füße stellen“, gibt er sich kämpferisch. Schließlich sei das Volksfest für die gesamte Region ein Großereignis.

Obwohl er selbst aus Schweinfurt stammt, liege ihm das Hohenfelser Fest besonders am Herzen – eben weil es sich von vielen anderen Volksfesten unterscheidet. „Hohenfels ist für mich ein guter Freund, der nun plötzlich nicht mehr da ist.“

Auch für ihn sei die Absage der Amerikaner völlig überraschend gekommen – und obendrein kurzfristig. Bei seinen gut 30 Vertragspartnern, die Hohenfels fest in ihr Jahresprogramm eingeplant haben, habe der Schritt ebenfalls keine große Euphorie ausgelöst, sagt Uebel. „Wir waren alle schockiert.“ Sicherlich sei die Absage auch der Army nicht leicht gefallen und vielleicht seien die Soldaten aufgrund von Sparzwängen und vieler neuer Vorgaben nicht in Feierstimmung, „aber es wäre so schade um die deutsch-amerikanische Freundschaft, wenn es das Fest nicht mehr geben würde“. Deutsche und Amerikaner hätten dort die einmalige Gelegenheit, sich zu begegnen, sich zu unterhalten und die Lebensweise des jeweils anderen besser kennenzulernen.

Die amerikanische Lebensart fasziniere die Deutschen seit jeher – das bezeugten die Emotionen, die seit Bekanntgabe der Absage Wellen schlagen, sagt Uebel. Er selbst habe Anrufe aus Regensburg und aus Kallmünz, aus Hohenfels und aus Ansbach bekommen – alle Telefonate hatten das gleiche Fazit: Schade um das Fest.

Karl Uebel will nun versuchen, die Army dazu zu bewegen, das Fest 2014 wieder zu veranstalten – gemeinsam mit Kommunalpolitikern will er die Verantwortlichen zu diesem Entschluss bewegen. „Wir wollen die Amerikaner keinesfalls vor den Kopf stoßen, aber es wäre uns einfach wichtig, dass es dieses Fest wieder gibt.“ Wie sehr die Bürger hinter dem Volksfest stehen, dafür spricht für Uebel auch ein erstes Ergebnis einer Online-Umfrage des Tagblatts: 60 Prozent der Teilnehmer bedauern den Schritt der Army – im Gegenzug gaben nur acht Prozent an, dass sie das Fest ohnehin für Geldverschwendung halten.

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