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Region Neumarkt
Mittwoch, 24. Januar 2018 5

Straßenbau

Schneller über Neumarkts Äußeren Ring

Das ist das Ziel einer Reihe von Baustellen, die 2018 beginnen. Zunächst bekommt der Pöllinger Kreisel einen fünften Ast.
Von Lothar Röhrl

Dieser Ausblick wird sich dem Autofahrer von Pölling aus nicht mehr lange bieten: Wo jetzt noch die alte B8 verläuft, wird eine Brücke für Radfahrer und Fußgänger errichtet. Der Ring, über den zum Zeitpunkt dieser Fotoaufnahme ein grüner Lastwagen rollte, bleibt wie bisher erhalten.Foto: Röhrl

Neumarkt.Erst eins, dann zwei, dann drei, dann vier – ein bisschen mehr als ein Adventskranz mit seinen vier Kerzen ist normalerweise ein Kreisverkehr im Straßennetz einer Stadt schon. Aber mehr als vier Zufahrten – im folgenden „Äste“ genannt – waren oft nicht drin. Das ändert sich langsam im Neumarkter Straßenverkehr. Denn nach dem Fünf-Äste-Kreisel bei der Firma Delphi entsteht bis Ende 2019 der nächste mit fünf Ästen nahe des Stadtteils Pölling. Damit nicht genug, denn auf die Pöllinger Autofahrer, aber auch Zweiradlenker und Fußgänger kommt eine neue Regelung der Anbindung in Richtung Neumarkter Innenstadt zu.

Einblick in Neumarkts Untergrund

Allerdings haben die gewaltigen Sandhügel, die neben dem Berliner Ring zwischen Kreisverkehr und Pöllinger Ortsdurchfahrt entstanden sind, mit der Baustelle des fünften Astes nicht im Ansatz etwas zu tun. „Dabei handelt es sich um den Aushub der Baustelle des Ganzjahresbades“, teilte Dr. Franz Janka, der Pressesprecher der Stadt Neumarkt der Mittelbayerischen mit. Damit hat sich ein schöner Berg an bestem Bausand gebildet. Denn Neumarkts Untergrund, aus dem der aufgeschüttete Haufen ein kleiner Ausschnitt ist, stellt ein sehr begehrtes Rohmaterial dar. Etwa wenn es um die Herstellung von Fertigteilen oder einfach nur zum Zementmischungen beim Hochziehen eines Mauerwerks geht. Für Kenner ist daher schon lange klar: Neumarkts heimlicher Reichtum ist nicht nur der Berg an Rücklagen von rund 100 Millionen Euro, sondern auch dessen Untergrund.

Der Sandhaufen hat mit dem Bau des fünften Astes nichts zu tun. Er ist Aushub der Baustelle neues Ganzjahresbad und er besteht aus bestem Bausand. Foto: Röhrl

Wie die Baustelle des neuen Ganzjahresbads zeigt, befindet sich unter vielen Häusern eine mindestens zehn Meter mächtige Sandschicht. Und zwar genau in der Güte, wegen welcher der Abbau südlich des Stadtteils Lähr so lukrativ ist. Dort befinden sich die urzeitlichen Sanddünen.

Baumfällungen leider unumgänglich

Die ursprüngliche Planung wollte den kleinen Auwald am Maierbach ganz schonen. Weil ein Privatgrundstück nicht so zu bekommen war, wie es die Stadt wollte, musste die Trasse des fünften Astes zum Kreisverkehr verlegt werden. Foto: Röhrl

Doch die eigentliche Umgestaltung vom vier- zum fünfastigen Kreisverkehr steht noch aus. Erste Baumfällarbeiten dafür hat es schon gegeben. Und zwar dort, wo die Verbindungsspange den kleinen Auwald links und rechts des Maierbachs berührt. Gerne hätten die Planer das vermieden. Aber die Weigerung eines Grundstücksbesitzers habe eine schrägere Linienführung der Zufahrt zum Kreisverkehr verhindert, merkte Dr. Franz Janka auf MZ-Nachfrage an.

In Stufe eins der eigentlichen Umgestaltung des Kreisverkehrs wird die Einfahrt der B 8 aus Richtung Nürnberg in den Kreisverkehr geradliniger gestaltet. Dann erfolgt der Bau der neuen Straßenverbindung von der Pöllinger Ortsdurchfahrt direkt zum Kreisverkehr. Sobald diese Spange fertig ist, werden im Bereich der jetzigen Kreuzung der ehemaligen B8 mit der Umgehungsstraße Strauraumkanal- und andere Leitungen neu geordnet. Ein Befahren dieses Bereichs mit Pkws wird dann schon nicht mehr möglich sein.

Radfahrer und Fußgänger können noch weit ins neue Jahr hinein diesen Bereich passieren. Und zwar in gewohnter Weise über die mit Ampeln geregelte Kreuzung. Aber noch in 2018 beginnen die Arbeiten an einem Brückenbauwerk, das den Ring überspannen wird. Über dieses soll einmal ein kombinierter Geh- und Radweg führen. Er wird genau dort den Ring überqueren, wo jetzt noch die ehemalige B8 verläuft. Diese ist ja schon einige Zeit lang zur Pöllinger Ortsdurchfahrt herabgestuft.

Lange Rampen schonen Muskeln

In etwa dort, wo der blaue Sattelzug gerade vorbei fährt, wird der fünfte Ast in den Kreisel einmünden. Foto: Röhrl

Bis ins Jahr 2019 hinein sind im Bauplan zunächst die Arbeiten zum Aufschütten zweier langer Rampen vorgesehen. Mit jeweils fünf Prozent Steigung erfordern sie auch von nicht so geübten Radfahrern keinen hohen Tretaufwand. Und irgendwann im übernächsten Jahr wird dann eine Brücke eingehoben, die mit ihren 20 Metern Spannweite schon imposant ist. Denn sie überspannt beide Spuren der in diesem Bereich Münchner Ring genannten Umgehungsstraße der B 299 für Neumarkt.

Ohne Kreuzung und damit auch ohne Ampeln werden alle Nutzer dieses Äußeren Rings ab Ende 2019 Pölling passieren können. Damit wird ein Kernstück der Bemühung erfüllt, die Umgehungsstraße von Neumarkt zu beschleunigen.

Dieser Bauarbeiten sind der Auftakt zum Großprojekt „Beschleunigung Äußeren Rings“. Josef Gilch vom Straßenbauamt Regensburg, der für den Landkreis Neumarkt als zuständiger Sachgebietsleiter verantwortlich zeichnet, skizzierte dem Neumarker Tagblatt die nächsten Maßnahmen. Alle befinden sich noch in der Phase der Planfeststellung.

Eine statt jetzt drei Ampelanlagen

Bei den Knotenpunkten wird nur einer mit Lichtzeichenanlage übrigbleiben: die Einfädelung der Amberger Straße in die B 299 auf Höhe der Habershöhe. „Die funktioniert ganz gut“, stellte Gilch fest. Einen großen Umbau wird es auf Höhe der neue Autofirma Kölbl geben. Wo jetzt noch Ampeln stehen, wird der von der Stadt her verlängerte Kurt-Romstöck-Ring mit einer Brücke über den Münchener Ring geführt. Wie bei einer Autobahn-Anschlussstelle werden Fahrzeuglenker, die Richtung Mühlhausen wollen, in einer Schleife auf den Münchner Ring geführt. Die Ampelanlage wird dadurch überflüssig.

Blick von der anderen Richtung auf die noch bestehende Kreuzung der Pöllinger Hauptstraße mit dem Ring. Foto: Röhrl

Außerdem wird die Kreuzung mit der Rittershofer Straße beseitigt. Hier entsteht die gleiche Brückenlösung für Radler und Fußgänger. Autofahrer werden über die bestehende Brücke der Tyrolsberger Straße geführt. Nahe Stauf gibt es künftig eine neue Anbindung für Autofahrer, die über den Ring Richtung Süden (beispielsweise Mühlhausen) wollen. Dann entfällt das gefährliche Linksabbiegen aus Richtung Woffenbach.

Zwischen dem Pöllinger und dem Blomenhof-Kreisel wird es einen dreistreifigen Ausbau geben. Damit wird in einer Fahrtrichtung über einige hundert Meter eine Überholmöglichkeit geschaffen.

Mit all diesen Maßnahmen soll die Umfahrung Neumarkt für den Schwerverkehr attraktiver werden. „Denn schon heute sind 20 Prozent der an Spitzentagen auf dem Ring gezählten 14 000 Fahrzeuge Schwerverkehr“, erläuterte Josef Gilch auf MZ-Nachfrage.

Und: Statt wie bisher meist mit maximal 80 oder an einer Stelle nur mit 60 Stundenkilometern darf der Äußere Ring nach Ende der Bauarbeiten mit 100 Stundenkilometer befahren werden.

Der Äußere Ring

  • Die Bundesstraße 299

    führt im Bogen zwischen Delphi-Kreuzung (Hasenheide) und Habershöhe an den Stadtteilen Stauf, Woffenbach, Pölling und Holzheim vorbei.

  • Die erste Baumaßnahme:

    Bevor die Kreuzung des Rings mit der Pöllinger Hauptstraße beseitigt wird, entsteht für Autofahrer eine neue Anbindung zum Kreisel – der fünfte Ast. (lr)

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