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Region Neumarkt
Dienstag, 21. November 2017 5

Jubiläum

Seehofer beschenkt sie regelmäßig

Eleonore Misoch feierte in Neumarkt ihren 103. Geburtstag.
Von Helmut Sturm

Eleonore Misoch freute sich über die Glückwünsche. Foto: Sturm

Neumarkt.Bei erstaunlich guter Gesundheit empfing Eleonore Misoch die Gäste zu ihrem 103. Geburtstag. An der hübsch gedeckten Kaffeetafel saß sie neben der Maschine, die über lange Zeiten ihre finanzielle Sicherheit bedeutete. Das ist ihre mittlerweile antike Nähmaschine.

Deutschland wurde noch von Kaiser Wilhelm II regiert und der Erste Weltkrieg tobte in Europa, als Eleonore Misoch in Ratibor/Schlesien zur Welt kam. Sie wuchs dort auf, besuchte das Lyceum und die Handelsschule und führte einem Rechtsanwalt und Notar das Büro.

Durch die Kriegswirren wurde sie von ihrem Verlobten getrennt und sie fanden sich niemals wieder, erzählt die Jubilarin. Als Kriegsflüchtling verschlug sie das Schicksal mit ihren Eltern immer weiter nach Westen. Winterberg im heutigen Tschechien, Regensburg, Erasbach und Berching waren nur einige Stationen ihres turbulenten Lebens. Als Näherin verdiente sie für sich und ihre Tochter den Lebensunterhalt. „Anfangs war das Nähen mein Hobby, dann Beruf und irgendwie ziehen sich Nadel und Faden durch mein ganzes Leben,“ schmunzelt Eleonore Misoch.

Am Dienstag feierte sie im Kreise ihrer Familie ihren sage und schreibe 103. Geburtstag. Es gehe ihr ziemlich gut, verriet sie Neumarkts Bürgermeister Albert Löhner, als der ihr die Glückwünsche der Stadt und als kleines Geschenk eine Auswahl an roten Weinen überreichte.

Dass ihr der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer ebenfalls einen Glückwunsch schrieb und darüber hinaus einen dekorativen und quadratischen Porzellanteller mit dem bayerischen Wappen schenkte, nahm die Jubilarin durchaus erfreut zur Kenntnis. „Seit vier Jahren beschenkt er mich regelmäßig.“

Bis vor zwei Jahren wohnte sie noch selbstständig in ihrer eigenen Wohnung im Deiniger Weg. Seit einem kleinen Unfall im Haushalt fühlt sie sich allerdings im Caritas-Heim in der Ringstraße sicherer und außerdem gut betreut.

Mit ihren Urenkeln als Begleitung geht sie bei schönem Wetter gerne spazieren. „Auf dem Juravolksfest war ich dieses Jahr leider nur zweimal. Aber nicht nur spazieren, nein, zweimal sind wir mit dem Riesenrad gefahren“, erzählt die 103-Jährige nicht ganz ohne Stolz.

Auf ihre ziemlich gute Konstitution angesprochen, lächelte sie. „Hören kann ich nicht mehr so gut und mit dem Lesen wird es auch nicht gerade besser.“ Disziplin, frühes Aufstehen und irgendwie immer in Bewegung, so beschreibt ihre Familie sie.

Die Frauenbetreuerin des VdK, Anneliese Nisselbeck, gratulierte der „jung gebliebenen Jubilarin“ und überreichte ein schönes Präsent für ihr langjähriges Mitglied. Spiele ihres FC Bayern verpasst Eleonore Misoch ebenso selten wie ihre nachmittäglichen Serien.

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