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Region Neumarkt
Dienstag, 12. Dezember 2017 5

Auszeichnung

Seit 50 Jahren engagiert er sich für Kriegsgräber

Andreas Gineiger aus Schnufenhofen hat auf dem Soldatenfriedhof Costermano am Gardasee die Goldene Ehrennadel bekommen.
Von Vera Gabler

Andreas Gineiger ist stolz auf die Auszeichnung. Foto: Gabler

Schnufenhofen.Der Begriff Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge lässt das Herz von Andreas Gineiger höher schlagen – und das noch mehr, seit er bei seinem letzten Urlaub am Gardasee in der Kriegsgräberstätte Costermano am Gardasee vom Bezirksgeschäftsführer Markus Nägel eine Goldene Ehrennadel für 50 Jahre Engagement angesteckt bekam.

Der Vater Andreas Gineiger wäre stolz auf ihn, wobei der heute 75-Jährige seinen Vater nur sehr schwach in Erinnerung hat. „Ich war damals drei Jahre alt, als mein Vater wieder in den Krieg ziehen musste“, erinnert sich der Schnufenhofener. Die Mutter Maria habe noch gesagt: „Komm wieder“. Gekommen sei er nicht mehr, sondern eine Nachricht, dass der Ehemann und Vater von fünf kleinen Kindern am 23. April 1945 im Feldlazarett seinen Verletzungen erlegen war.

Seine großen Geschwister hätten ihm vom Vater noch ein bisschen erzählen können, aber vielleicht sei das der Grund gewesen, dass Gineiger schon von der Schulzeit an, am Dorfleben interessiert war. Wie bereits berichtet, befindet sich in den Schränken von Gineiger viel Geschichte aus Schnufenhofen und der Familie.

Unter anderem war Gineiger eben vor 50 Jahren zum ersten Mal auf dem Soldatenfriedhof Costermano, als dieser durch den Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge eingeweiht wurde. „Mein Vater ist damals nach Costermano verlegt worden“ ergänzt er und auch seine Mutter konnte 1972 noch das Grab besuchen. Mehr als 22 000 Soldaten und andere Kriegstote sind auf dem Gelände über dem Gardasee begraben. Alle zwei bis drei Jahre werde der Gardasee besucht – und der Soldatenfriedhof.

Man habe nicht nur mit dem Verwalter Mauro Agostinetto ein freundschaftliches Verhältnis aufgebaut, es habe auch schon viele Begegnungen mit Nachkommen gegeben, die die Gräber ihrer Väter oder Großväter besuchten. „Es liegen Bücher im Eingangsbereich, wo man im Verzeichnis sehen kann, wo der Verstorbene liegt“ gibt und gab Gineiger schon oft den Rat weiter.

Zu der Gedenkveranstaltung zum 50. Jahrestag hatte er sich selbstverständlich der Reise des Bezirksverband Oberpfalz und Niederbayern angeschlossen, ohne zu wissen, was ihn bei der Feierstunde erwartete. „Ich bin persönlich und namentlich begrüßt worden, weil ich vor 50 Jahren auch dabei war“. Der Moment als man ihm dann noch das Ehrenabzeichen überreicht bekam, sei schon sehr emotional gewesen. Unter dem Motto „Die Toten verpflichten die Lebenden“ werde er, auch solange es gehe, den Soldatenfriedhof weiterhin regelmäßig besuchen, verspricht Gineiger.

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