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Region Neumarkt
Samstag, 19. August 2017 22° 6

Einsatz

Sensibilisieren und informieren

Beim Treffen der Allianz gegen Rechtsextremismus im Neumarkter Landratsamt wurden auch Ideen für die Zukunft gesammelt.
von Heike Regnet

Im „World Café“ wurden Ideen für die Arbeit der Allianz gegen Rechtsextremismus gesammelt. Foto: Regnet

Neumarkt.141 Landkreise und Kommunen – davon zwölf aus dem Landkreis Neumarkt – sowie 153 Institutionen, Initiativen und Organisationen gehören der Allianz gegen Rechtsextremismus in der Metropolregion Nürnberg an. Bei der Mitgliederversammlung am Freitag im Landratsamt Neumarkt sagte Landrat Willibald Gailler: „Es ist eine permanente Aufgabe, sich gegen Extremismus einzusetzen.“

Gailler: „Hohe Willkommenskultur“

Mehr als die Hälfte der Gemeinden im Landkreis sei Mitglied im Aktionsbündnis. Der Landkreis unterstütze Schulen finanziell bei thematischen Veranstaltungen, denn vor allem junge Leute müsse man sensibilisieren. „Im Landkreis Neumarkt gibt es keine Probleme aus dem rechtsextremistischen Bereich“, sagte Gailler. Ein Grund dafür sei sicher auch, dass der Landkreis wirtschaftlich gut dastehe und es keine Jugendarbeitslosigkeit gebe. „Auch haben wir eine sehr hohe Willkommenskultur“, so Gailler. Dies zeige sich im Augenblick beim Thema Asylbewerber. 420 von ihnen lebten im Landkreis: Damit stehe Neumarkt auf Platz eins in der Oberpfalz.

Michael Helmbrecht, der Vorsitzende der Allianz, gab Rück- und Ausblick. Informieren, sensibilisieren, problematisieren und mobilisieren: Das seien die Ziele des Aktionsbündnisses. Für viel Aufmerksamkeit habe die Aktion „Gesicht zeigen“ gesorgt und eine starke Botschaft habe die Plakataktion „Wir stehen ein für Menschenrechte! Sie auch? Gegen Nazis aktiv werden“ vermittelt. Handlungsbedarf bestehe vielerorts, denn einer hohen Willkommenskultur stehe steigende Fremdenfeindlichkeit gegenüber. Einfach nur zu sagen, hier sei alles in Ordnung, sei empirisch nicht haltbar, mahnte Helmbrecht.

Direkt am Geschehen ist Journalist Timo Müller, der unter diesem Pseudonym für verschiedene Medien tätig ist. Er berichtete von aktuellen Entwicklungen in der Metropolregion. Die Bayerische Neonaziszene habe sich umstrukturiert. Müller stellte „die Gesichter“ der Partei „Der dritte Weg“ und anderer Gruppierungen vor. Es sei aber auch zu beobachten, dass der Widerstand gegen Neonazis wachse. Überall wo Neonazis auftreten, gebe es Gegenproteste.

Großes Engagement für Flüchtlinge

Im Anschluss ging es ins „World Café“, wo zu verschiedenen Themen Arbeitsgruppen gebildet wurden. Groß sei allerorts das ehrenamtliche Engagement, wurde mit Blick auf die Flüchtlingsströme festgestellt. Hier sei es wichtig, Grundlagen für das Ehrenamt zu schaffen. „Ehrenamtliche nicht auspowern“ und „Ehrenamt koordinieren“ seien wichtige Punkte, sagt Doris Groß vom Menschenrechtsbüro Nürnberg.

Angeregt wurde zum Beispiel, einen Leitfaden für Ehrenamtliche auf die Homepages der Kommunen zu stellen. Auch Argumentationshilfen könnten dort Platz finden. „Die Allianz ist auf Augenhöhe mit den Kommunen und Mitgliedern“, sagt Groß und das bedeute zugleich rasche Information durch Vernetzung.

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