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Sonntag, 23. April 2017 7

Soziales

Sexuell missbraucht - und dann?

Bei „Wildwasser“ in Nürnberg finden Opfer jemanden, der ihnen weiterhilft. Der Verein bekam aus dem Erlös des Opernballs eine Spende von 35000 Euro.

Christian Ruppert (r.) und Peter Theiler (2.v.r.) vom Staatstheater sowie Alexander Boldyreff (TeamBank) überreichten Rosi Singer neben dem Geld auch zwei Stühle fürs neue Büro. Foto: Anestis Aslanidis

Nürnberg.Der Erlös der Opernball-Tombola wird alljährlich für einen guten Zweck gespendet – diesmal ging er an „Wildwasser“, eine Fachberatungsstelle für Opfer von sexuellem Missbrauch. Christian Ruppert, Geschäftsführender Direktor des Staatstheaters, Staatsintendant Peter Theiler und Alexander Boldyreff, Vorstandsvorsitzender der TeamBank, überreichten jetzt einen Scheck in Höhe von 35000 .

Der Erlös der Tombola hatte ihre Angaben zufolge exakt 26325 betragen, den die TeamBank aufrundete und zusätzlich elegante Bürosessel spendete. Die Spende habe wesentlich dazu beigetragen, den Umzug von „Wildwasser“ in die neue Räume zu ermöglichen, erklärte Rosi Ringer von der Beratungsstelle

Sexueller Missbrauch ist laut Singer immer noch ein Tabu-Thema. Häufig fühlten sich Eltern und pädagogische Fachkräfte nicht in der Lage, dieses Thema mit den Kindern und Jugendlichen offen zu besprechen. Umso wichtiger sei es, für Betroffene eine geschützte Anlaufstelle zu haben. „Wildwasser Nürnberg e.V.“ biete Mädchen und Frauen, die von sexuellem Missbrauch betroffen sind, auf vielfältige Weise Unterstützung. Neben der Arbeit mit Betroffenen setzten die Mitarbeiterinnen auf Prävention und sensibilisierten die Öffentlichkeit sowie Fachkräfte mit Fortbildungsmaßnahmen für das Thema.

Im Jahr 2011 – die Auswertung von 2012 ist erst im März abgeschlossen – haben laut Singer Betroffene 2888 mal Kontakt zu „Wildwasser“ aufgenommen: „Wir haben 734 persönliche Beratungsgespräche mit 258 Personen geführt und 16 Menschen beim Strafprozess begleitet. „Die Betroffenen-Zahlen seien allerdings um ein vielfaches höher. Für den Raum Mittelfranken melde die Polizei jährlich etwa 230 Anzeigen, gehe jedoch von einer hohen Dunkelziffer mit etwa 4000 Opfern aus.

Um Hilfesuchenden den Zugang zur Beratungsstelle zu erleichtern, waren laut Singer größere und barrierefreie Raumlichkeiten notig. Der Verein ist deshalb in die Rückertstraße 1, direkt am U-Bahn-Ausgang Friedrich-Ebert-Platz, gezogen. Neben mehr Platz gebe es nun einen guten Zugang für Menschen mit Behinderung sowie verbesserte Beratungskapazitäten.

Das Engagement der regionalen Wildwasserstelle verdiene höchste Anerkennungg, betonte Alexander Boldyreff, Vorstandsvorsitzender der TeamBank. Mädchen und Frauen in äußerst schwierigen Situationen fänden professionelle Unterstützung und einen ersten Halt. Boldyreff: „Mit diesem Beitrag möchten wir Wildwasser aber nicht nur finanziell unterstützen, sondern auch die Öffentlichkeit auf diese so wichtige Verantwortung aufmerksam machen.“

Rosi Singer dankte. Dieses Engagement zeige einmal mehr, wie Unternehmen und soziale Institutionen der Metropolregion Hand in Hand gehen und gemeinsam Verantwortung übernehmen.

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