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Samstag, 28. Mai 2016 27° 8

Energie

Solarstrom hat zahlreiche Facetten

Eine Erfindung macht die Verteilung von Strom im Haus sichtbar. In Herrnried informierten sich Bürger über Photovoltaik.
Von Günter Treiber

Hardy Barth (l.) und Martin Selch zeigen an der Schautafel wieviel und wohin der Solarstrom fließt, damit man reagieren kann. Foto: Treiber

HERRNRIED. Es war ein interessanter Abend, den der Solarstammtisch im Gasthaus Neugebauer/Selch in der Pater Arnold-Straße seinem Publikum bescherte. Hardy Barth von der gleichnamigen Firma in Birgland machte auf tolle Neuigkeiten in Sachen Strom speichern aufmerksam.

„Solarstromerzeugung wirtschaftlicher machen durch eine Steigerung des Eigenverbrauchs“; „Power to Heat“ – Warmwassererzeugung mittels Photovoltaik; neueste Speichertechnologien und intelligente Ladestationen sowie eine Visualisierung der Stromflüsse waren die Highlights eines Referates. Zuvor durfte man mit einem E-Mobil Proberunden drehen.

Dazu passt ein Zitat des Mitbegründers der amerikanischen E-Motor-Firma „Tesla“, Elon Musk: Die Leute werden in einigen Jahren auf Benzinmotoren zurückblicken, so wie heute auf Dampfmaschinen und sagen: „Es war eine gute Zeit, aber sie ist vorbei“.

Kosten sind deutlich gesunken

Viele Interessenten, die sich gerne eine Photovoltaikanlage aufs Dach installieren lassen würden, geben wegen der hohen Investitionskosten, aber vor allem wegen zu geringer Wirtschaftlichkeit auf. Da erhob Barth aber bereits Einspruch: „Lagen die Installationskosten für eine Anlage mit 4kWp 2002 noch bei 30 000 Euro, so sind es für dieselbe Anlage heute 6000 Euro“.

Außerdem gebe es die Speichertechnik von morgen bereits heute. Und damit war man an einem Punkt angelangt, der das meiste Interesse auf sich zog. Damit verbunden natürlich die Thematik „Einspeisen war gestern, Eigenverbrauch ist heute“. Man sollte sich immer mehr unabhängig durch selbst produzierten Strom machen, meinte Barth. Der Strom würde damit regional produziert und regional verbraucht.

Bestens sei er geeignet für diejenigen, die bereits elektrisch motorisiert sind. Diese Erhöhung des Eigenverbrauchs könne man durch intelligente Speichersysteme erreichen. Aus finanzieller Sicht könne man sagen, so Barth, die Kosten für selbst produzierten Strom würden dann kontinuierlich bei acht bis zwölf Cent pro Kilowattstunde betragen. Die Effizienz ohne Speicher liege damit bei 41,45 Prozent, mit Speicher bei 69,5 Prozent.

Die Firma Fronius aus Österreich, so erklärte Barth, habe den Speicher der Zukunft erfunden. Allerdings werde er erst ab Juli 2015 auf den Markt kommen. Die Anlage besteht aus dem Symo Hybrid Wechselrichter und dem Solar Batteriespeicher. Das Besondere an beiden Geräten ist, dass sich der Wechselrichter in Kürze um die Batterie und Notstromfunktion erweitern lässt.

Zusammen mit dem Speicher entstehe eine intelligente Anlage, die erkenne, wann und wieviel Überschussstrom im hauseigenen Netz vorhanden ist. Mit dieser Strommenge könne dann beispielsweise eine Ladestation zum E-Fahrzeug angesteuert werden.

Trockner gezielt einschalten

Getoppt hat das Ganze dann noch die Firma Barth, die den Strom „sichtbar“ macht. Auf einer Anzeigetafel sieht man die Strommenge die von der Voltaikanlage einströmt und zum Haus fließt und ebenso die Menge, die in das öffentliche Netz eingespeist wird.

Jetzt kann man reagieren und Waschmaschinen, Trockner und ähnliche Geräte dann einschalten, wenn genügend Strom vorhanden ist. Oder, wenn vorhanden, das E-Auto laden, damit so wenig wie möglich ins öffentliche Netz fließt.

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