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Region Neumarkt
Samstag, 17. Februar 2018 10

Neujahrsempfang

Stadt Neumarkt wird Helden-Botschafter

Neumarkts OB Thumann kündigte Unterstützung für das Projekt „199 kleine Helden“ an. Sigrid Klausmann-Sittler stellte es vor.
Von Peter Tost

  • Sigrid Klausmann-Sittler und ihr Mann, der erfolgreiche Schauspieler Walter Sittler, wurden von OB Thumann (r.) begrüßt. Fotos: Tost/Röhrl
  • OB Thomas Thumann begrüßte alle Besucher persönlich – heuer allerdings ohne seine Frau Carolin. Die war bei den Kindern Valentina und Alexander geblieben.
  • Wolfgang Bernreuther ist 2016 mit dem Kulturpreis der Stadt Neumarkt geehrt worden. Kurz vor Erscheinen seines nächsten Albums hat er mit der „United Blues Experience“ (Beate Kossowska und Harry Hirschmann) den Empfang umrahmt.
  • In seiner Neujahrsrede freute sich Oberbürgermeister Thomas Thumann unter anderem darüber, dass der Neujahrsempfang, der 2008 erstmals stattfand, inzwischen ein fester Termin im gesellschaftlichen Leben der Stadt geworden ist.

Neumarkt.Jeder, der auch nur ab und zu den Fernseher einschaltet, kennt sein Gesicht – egal ob als Chefarzt, Hoteldirektor, Liebhaber oder Kriminalkommissar. Walter Sittler ist einer der erfolgreichsten TV-Schauspieler – und am Freitagabend sorgte er beim Neujahrsempfang der Stadt Neumarkt im Historischen Reitstadel für einen Hauch Glamour. Die „Schwarzwaldklinik“ und das „Traumschiff“ sind nur zwei Erfolgsserien, in denen der inzwischen 65-Jährige mitgespielt hat.

Beim Neujahrsempfang, für den sich wieder alles, was Rang und Namen in Neumarkt hat, in Schale geworfen hatte, spielte Walter Sittler allerdings nur eine Nebenrolle als Begleiter seiner Frau Sigrid Klausmann-Sittler. Diese stellte als Referentin beim Neujahrsempfang ein Projekt vor, das mit dem Titel „199 Kleine Helden“ das Augenmerk der Anwesenden auf eine ganz andere Wirklichkeit und eine andere Weltsicht lenkte.

35 Kinder-Porträts bis jetzt

Kinder aus 199 Ländern in Kurzfilmen porträtieren: das ist das gemeinsame Projekt des Ehepaars. Derzeit habe man es auf 35 Kinder aus 33 Ländern in Kurzfilmen von je acht bis zehn Minuten gebracht. Um das Ziel „199“ zu schaffen, werde versucht, Geldgeber zu finden. Im Gespräch mit dem Tagblatt vor der Veranstaltung zeigten sich Sigrid Klausmann-Sittler, die Regisseurin aller bisherigen Filme war, genauso vom Erfolg des Projekts überzeugt wie ihr prominenter Gatte.

So hätten schon die Filmförderungen in zwei Bundesländern zugesagt. Auch Stiftungen, Unternehmen und Privatpersonen seien als Unterstützer eines Filmprojekts gewonnen worden, das etwa im Schulunterricht in Fächern wie Ethik, Religion oder Erdkunde eingesetzt werden könnte.

„Es hat keine fünf Minuten gedauert bis ich wusste, dass wir dieses Projekt unbedingt unterstützen müssen.“

OB Thomas Thumann

Klausmann-Sittler stellte quasi als ersten Zwischenstand fest, dass jedes der zwischen neun und zwölf Jahren alten Kinder den Willen gezeigt habe, etwas für die Verbesserung der Lebensumstände in seinem Umfeld leisten zu wollen. Nach diesen ersten 35 Porträts habe sie bei sich selbst eine Veränderung festgestellt: „Ich lernte eine Leichtigkeit kennen, die Kinder in diesem Alter Erwachsenen voraushaben“, sagte Sigrid Klausmann-Sittler.

In keiner einzigen Situation bei den Arbeiten unter anderem zum 91 Minuten langen Doku-Film „Nicht ohne uns!“ habe sie Mitleid gespürt. Dieser Film hatte am Freitag auf den Tag genau 365 Tage zuvor Premiere gehabt.

Als Sigrid Klausmann-Sittler dann nach dem auf der Videoleinwand im Reitstadel gezeigten Trailer die Bühne betrat, war es still im Saal. Mit ruhiger Stimme schilderte sie den gebannt zuhörenden Gästen des Neujahrsempfangs ihre Erlebnisse, Eindrücke und Gefühle.

Das war der Neujahrsempfang 2018

Die Frage „Gibt es was, was Dir Angst macht?“ sei ein roter Faden in den Gesprächen mit den Kindern gewesen. Ein Schweizer Junge habe dazu gesagt, dass die einzige Apokalypse, vor der er Angst habe, die Apokalypse der Natur sei.

Das auswärtige Amt zählt zu den wichtigsten Unterstützern des Filmprojekts. Im niedersächsischen Kulturministerium hieß es: Lassen Sie uns eine Bewegung daraus machen! Und in Bayern? Das sei nicht ganz so einfach, bekannte Klausmann-Sittler in Anwesenheit von Kabinettsmitglied Albert Füracker, der in der ersten Reihe des Reitstadels Platz genommen hatte. Eine Reihe von Lachern hatte die Gastrednerin in diesem Moment sicher.

Film kommt ins Kino

Dass es nun doch Unterstützung aus Bayern für das Projekt gibt, dafür sorgte OB Thomas Thumann mit seiner Ankündigung, dass die Stadt als „Helden-Botschafter“ dafür werben will. So soll der Film „Nicht ohne uns!“ nicht nur in Neumarkt im Kino laufen, sondern auch an Schulen gezeigt werden. Sigrid Klausmann-Sittler versprach, zu Film-Gesprächen nach Neumarkt kommen zu wollen. Der Oberbürgermeister bekannte: „Es hat keine fünf Minuten gedauert bis ich wusste, dass wir dieses Projekt unbedingt unterstützen müssen.“

Neujahrsempfang Neumarkt 2018

In seiner Neujahrsrede hatte Thumann vor sogenannten Fake-News gewarnt. Achtsam umgehen sollte man mit vermeintlichen Wahrheiten oder Vorhersagen, die so manche in den Raum – „vor allen Dingen in den sozialen Netzraum“ – stellten. Er hatte aber auch Positives zu berichten: „Wir konnten letztes Jahr im August sogar den 40000. Einwohner begrüßen – so viele Einwohner hatte Neumarkt noch nie in seiner Geschichte.“

Nach dem offiziellen Teil des Abends, den Kulturpreisträger Wolfgang Bernreuther mit seiner „United Blues Experience“ musikalisch begleitet hatte, genossen die Besucher – unter ihnen neben Staatssekretär Albert Füracker und Landrat Willibald Gailler auch Monsignore Richard Distler und Herbert Fischer – das reichhaltige Buffet und angeregte Gespräche.

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