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Region Neumarkt
Sonntag, 22. Oktober 2017 10° 7

Ausdauersport

Stadtlauf: Es kribbelt in den Beinen

Verantwortliche und Sportler freuen sich schon auf den Startschuss am Wochenende in Neumarkt – nur das Wetter bereitet Sorge.
Von Thorsten Drenkard

Sie dürfen nie fehlen und sind immer ein Höhepunkt des Neumarkter Stadtlaufs: Die Bambiniläufe, bei den bereits die Jüngsten vollen Einsatz zeigen. Archivfotos: Drenkard (2)/Röhrl/Schlittenbauer

Neumarkt.Wetter ist immer, das ist ja das Schöne. Vor allem als Smalltalk-Thema ist der unverfängliche Plausch über die Witterungslage ein gern genommener Dauerbrenner. Damit leben müssen wir schließlich alle tagtäglich – egal, ob’s regnet, hagelt oder schneit: Es hilft ja nichts.

Dieser Text befasst sich im Kern zwar mit dem Neumarkter Stadtlauf, im Speziellen mit einigen seiner Protagonisten, die mit ihrem Einsatz das Großevent mit Liebe, Leidenschaft und damit mit Leben füllen. Weil die Teilnehmer aber unter Gottes freiem Himmel durch die Stadt laufen werden, darf aber der Aspekt „Wetter“ nicht vernachlässigt werden, spielt er doch eine erhebliche Rolle, wenn es um das Gelingen der Veranstaltung geht.

Regen erschwerte die Vorbereitungen

Also, schnell nachgefragt bei Orga-Chef und Stadtlauf-Initiator Andreas Winter: Wie läuft es aus Organisationssicht? „Sch..ße!“, tönt es am Donnerstagnachmittag kurz, knapp und ehrlich am anderen Ende der Telefonleitung. „Es regnet! Das erschwert uns natürlich die gesamten Vorbereitungen.“

Doch bei Winter und seinen insgesamt 400 ehrenamtlichen Helfern, die sich in den Tagen zuvor ehrenamtlich der Wasserschlacht gestellt und sämtliche notwendigen Handgriffe getan haben, ist längst nicht Land unter. „Grundsätzlich läuft bei uns alles gut“, gibt Winter Entwarnung, auch wenn der hartnäckige Regen im Wochenverlauf die Vorbereitungen und Vorkehrungen erheblich erschwert hat. Da kam es ganz gelegen, dass es zumindest am Freitag trocken blieb.

Hunderte Helfer sind rund um den Stadtlauf im Einsatz.

„Für uns ist der Regen ein absoluter Mehraufwand“, schließlich müsse die teure Technik rund um den Stadtlauf vor dem Regen geschützt, also zusätzliche Zelte aufgebaut werden. Zudem konnten in den vergangenen Tagen keine Straßenmarkierungen wie gewünscht angebracht werden, weil „es die sowieso nach zwei Stunden wieder weggeregnet hätte“. Somit ballt sich die Arbeit der unentwegten Stadtlaufhelfer vor allem an diesem Wochenende – das bedeutet: Dauerstress.

Damit Winter in dieser Zeit auch möglichst viel organisieren, delegieren und anpacken kann, sind seine Nächte zuletzt sehr kurz – lediglich zwischen drei und vier Stunden Schlaf gönnt sich der Orga-Chef, dann klingelt schon wieder der Wecker.

Stellt sich die Frage nach dem Warum: Warum eigentlich der ganze Stress, weshalb all die Mühe und Arbeit für lau? Winter muss nicht lange für seine Antwort überlegen. „Wenn ich am Start stehe und die Läufer dann raus auf die Strecke schicke, ist das eine super Sache. Wenn ich sehe, mit welcher Freude und Begeisterung die Bambini dabei sind, ist das toll zu sehen. Wenn ich sehe, mit welchem Enthusiasmus und welcher Begeisterung die Leute helfen, diesen Stadtlauf zu stemmen, dann ist das eine große Motivation. Dafür auch ein dickes Dankeschön an alle!“

Hier sehen Sie eine Bildergalerie der Bambini-Läufe des Vorjahres:

Bambini-Läufe beim Stadtlauf Neumarkt

Zudem dient der Stadtlauf einem guten Zweck: In all den Jahren kamen bereits stolze 140.000 Euro Spendengelder für die Deutsche Knochenspenderdatei (DKMS) zusammen.

Und schließlich sind da noch die vielen Läufer, die dem Stadtlauf in all seinen mittlerweile 18 Jahren die Treue gehalten haben und immer wieder ihre Laufschuhe in Neumarkt schnüren. Bei der Premiere des Stadtlaufs hatten Winter und seine Mitstreiter mit „etwa 300 Starten gerechnet“. Am Ende waren es damals bereits deren 750, mittlerweile zieht der Lauf zuverlässig mehr als 2000 Läufer an. „Diese Verbundenheit der Läufer mit dem Stadtlauf ist etwas Besonderes“, sagt Winter.

Michael Lang gehört zu jenen treuen Läufern, bei denen der Stadtlauf im jährlichen Laufkalender stets dick angestrichen ist. Hier machte der 35-Jährige, der zuletzt bei der Leichtathletik-EM der Senioren im dänischen Aarhus erfolgreich lief (Bronze im Halbmarathon), seine ersten Wettkampferfahrungen.

Im Jahr 2006 absolvierte er als Laufneuling seinen zweiten Wettkampf überhaupt. Damals sei er „irgendwo im Mittelfeld“ gelandet, sagt Lang beiläufig. Das Ergebnis von damals ist ihm heute nicht mehr wichtig, der Stadtlauf hingegen sehr wohl.

„Er zählt immer noch zu einem meiner Lieblingsläufe und hat für mich einen hohen Stellenwert – es ist eben der Heimlauf“, sagt der EM-Teilnehmer aus Postbauer-Heng, der bei seinen bisherigen elf Starts stolze fünfmal als Erster durchs Ziel lief. So auch im Vorjahr, als er gemeinsam mit Stefan Böllet in 36:38 Minuten die 10,5-Kilometer-Strecke bezwang.

„Ich befürchte, dass es am Sonntag wieder regnet.“

Läufer Michael Lang

Was ist an diesem Sonntag drin? „Ich werde mein Bestmögliches geben. Man weiß nie, wie stark die Konkurrenz ist und für welchen Platz es am Ende reicht“, weiß Lang aus Erfahrung und will sich auf keine Platzierung als Ziel festlegen. Ebenso verzichtet er auf eine zeitliche Vorgabe, schließlich hänge diese auch stark vom Wetter ab.

Regnet es, werden Laufdress und Schuhe nass und damit schwerer. Angesichts des schmuddeligen Wetters der vergangenen Woche, „befürchte ich, dass es am Sonntag wohl wieder regnet“. Womöglich wie im Vorjahr, als der Stadtlauf – gerade am Samstag – unter massivem Dauerregen zu leiden hatte.

Der Start des Stadtlaufs 2016 im Kurzvideo:

Der 17. Neumarkter Stadtlauf

Der vorfreudigen Anspannung auf Neumarkts größte Laufveranstaltung tut das bei Michael Lang allerdings keinen Abbruch. „Ich bin schon etwas aufgeregt“, gesteht Lang, was bei einem so erfahrenen wie erfolgreichen Dauerläufer wie ihm etwas verwunderlich klingt, aber: „Der Stadtlauf ist eben für mich ein Highlight – und da möchte man auch eine gute Leistung abliefern.“

Auch für Marco Benz ist der Stadtlauf ein Muss. Bereits zum 15. Mal wird der TWin-Sportler auf die Strecke gehen, wie immer auf seiner Parade-Distanz über 10,5 Kilometer. „Der Stadtlauf ist einfach schön, weil er vor der Haustür ist und man viele Leute kennt und trifft“, sagt Benz, der sich eine Zeit unter 37 Minuten vorgenommen hat – aber auch für ihn ist vor allem wichtig: „Eine gute Zeit zu verbringen.“

Ausgewählte Läufe des diesjährigen Stadtlaufs im Info-Block:

Ausgewählte Läufe des Stadtlaufs

  • Der 10,5-Kilometer-Lauf:

    Sie ist die Strecke, für die sich jährlich die meisten Starter des Stadtlaufs entscheiden. Der Lauf führt die teilnehmenden Läufer durch den Stadtteil Holzheim über den Berliner Ring zum Altenhof, dann durch das Landesgartenschau-Gelände und schließlich über den Volksfestplatz zurück in den Start/Zielbereich am Rathaus. Der Startschuss durch Oberbürgermeister Thomas Thumann fällt um 10 Uhr für die Läufer

  • Der Halbmarathon:

    Die Königsdisziplin beim Neumarkter Stadtlauf ist der Hervis-Halbmarathon – hier wird den Läufern die meiste Puste abverlangt. Die Streckenführung des Halbmarathons ist dabei identisch mit dem 10,5-Kilometer-Lauf, muss von den ausdauernden Teilnehmern jedoch zweimal bewältigt werden. Auch hier wird Oberbürgermeister Thomas Thumann um 10 Uhr die Läufer mit einem Startschuss auf die Strecke schicken.

  • Der Bambini-Lauf:

    Hier gibt es keinerlei Zeitdruck für die jüngsten Starter, denn auf eine Zeitmessung wird verzichtet. Beim von Rödl Energie gesponserten Lauf werden nur die drei ersten Kinder der jeweiligen Läufe gewertet. Für die Fünf- und Sechsjährigen gibt es eine Laufstrecke über 500 Meter, für die Sechs- bis Neunjährigen über 1000 Meter. Die insgesamt sechs Läufe finden zwischen 13.30 und 14.20 Uhr am Rathaus statt.

  • Der 5500-Meter-Funrun:

    Erwachsene, die es sportlich nicht zu ambitioniert angehen, dafür aber ihren Spaß haben wollen, ist der Hervis-Funrun nahegelegt. Der Vorteil liegt auf der Hand: Man genießt das Stadtlaufflair und den schönsten Teil der Strecke von der Nürnberger Straße durch das LGS Gelände bis zum Volksfestplatz und in die Freystädter Straße. Höhepunkt ist der Zieleinlauf in der Altstadt. Der Startschuss fällt um 9.50 Uhr.

Ihr Bestes geben und dabei Spaß haben, dass werden alle der rund 2300 Starter am Sonntag wollen. Damit jeder Läufer seine Startnummer für den gemeldeten Lauf erhält, werden am Wochenende allein 75 Helfer im Einsatz sein und die jeweiligen Papiere ausgeben.

Orga-Chef Winter und seine vielen Helfer und Unterstützer wünschen sich vor allem eines: „Dass es keine Verletzten gibt und die Läufer auf der Strecke und die Zuschauer rundum eine gute Zeit und ihren Spaß haben.“ Und, ach ja, nicht zu vergessen: „Es wäre schön, wenn es trocken bleibt.“ Wir werden es sehen. Wetter ist ja immer, egal welches.

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