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Nürnberg

Tiergarten kontert Kritik an Lagune

Tierschützer sehen in der Delfin-Lagune eine Müllhalde – Zoo-Verantwortliche bezeichnen die Vorwürfe als Stimmungsmache und „blödes Geschwätz“.

Sieben Delfine haben in der Lagune ihr Zuhause. Fünf Tierpfleger kümmern sich um sie.

Nürnberg. Harsche Kritik übt die Delfin- und Walschutzorganisation „ProWal“ an der Delfin-Lagune des Nürnberger Tiergartens. Demnach sei das im Juli 2011 eröffnete Areal eine Müllhalde, die eine Bedrohung für die Gesundheit der Tiere darstelle, heißt es in einer Pressemitteilung von „ProWal“.

Am Sonntag hatten Mitglieder der Organisation sowie des Vereins „Menschen für Tierrechte Nürnberg“ vor dem Tiergartens-Eingang demonstriert. Bei einem Besuch der Delfin-Lagune seien die Missstände dann sichtbar geworden: Essensreste, Prospekte, Plastiktüten und Verpackungen, Glasflaschen und herumliegenden Zigarettenkippen habe man rings um die Außenbecken zu sehen bekommen, sagt „ProWal“.

Zudem hätte der Wind Plastikmüll in die Becken geweht, weil der Zaun um die Becken nicht engmaschig genug sei. „Für uns ist das völlig unverständlich und fahrlässig und wäre vermeidbar“, sagt „ProWal“-Geschäftsführer Andreas Morlok in der Mitteilung.

Verschlucktes Plastik oder anderer Müll stellten für die Meeressäuger eine erhebliche gesundheitliche Gefährdung dar und könnten zur tödlichen Gefahr für die Delfine werden. Die Tierschützer aus Radolfzell kündigten an, die zuständigen Behörden dazu aufzufordern, dem Tiergarten strengere Auflagen zur Beseitigung des Mülls aufzuerlegen. Sie fordern, dass der ihrer Ansicht nach lückenhafte Maschendrahtzaun sofort entfernt werden solle. Zudem sollte eine hohe Plexiglaswand um das Beckenareal installiert werden.

Auch bemängelt „ProWal“ einen vermeintlich unzureichenden Sonnenschutz für die Delfine. Durch das tägliche Training seien die Tiere verstärkt schädlicher UV-Strahlung und der Gefahr von Sonnenbränden ausgesetzt.

Dr. Helmut Mägdefrau, stellvertretender Direktor des Tiergartens, wies auf MZ-Nachfrage die Vorwürfe entschieden zurück. „Das ist Stimmungsmache und nur Gemotze. Es dient in keiner Weise der Sache“, ärgerte sich der Zoologe.

Es stimme zwar, dass Delfine einen Sonnenbrand bekommen könnten – aber: „Vergleichen sie mal die Strahlungswerte in Nürnberg und der Karibik.“ Die Argumente von „ProWal“ seien „einfach nur blödes Geschwätz“. Zudem gebe es generell keinerlei Hinweise darauf, dass Müll in die Becken der Delfine gefallen sei. Geschweige denn, dass die Tiere gesundheitlich gefährdet worden wären. Die Tiere seien allesamt wohl auf. Dafür sorgten nicht zuletzt fünf Tierpfleger, die sich um die Delfine kümmerten.

Demnach sehe man sich nicht veranlasst, auf die haltlosen Forderungen der Tierschützer einzugehen. Veränderungen an der Umzäunung würden nicht vorgenommen. Auch herrsche auf dem Areal der Delfin-Lagune ein Rauchverbot für Besucher. Die große Mehrzahl der Gäste halte sich an die Vorgaben. Mägdefrau: „Und wenn jemand trotzdem raucht, wird er von einem unserer Ordner höflich gebeten, die Zigarette auszumachen und in den Müll zu werfen.“

Sollten dennoch Zigarettenstummel oder anderweitiger Müll in der Lagune achtlos weggeworfen werden, seien drei ausgebildete Ordner vor Ort, um den Abfall umgehend zu entfernen, so Zoo-Sprecherin Dr. Nicola Mögel. Denn die Ausbildung als Ordner im Tiergarten umfasse vor allem drei Dinge: „Aufsicht, Auskunft, Abfall.“

Unterdessen kündigt „ProWal“ in seiner Pressemeldung mit: Sollte es kurzfristig keine Verbesserungen für den Schutz der Tiere geben, werde man Anzeige erstatten.

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