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Region Neumarkt
Montag, 20. November 2017 5

Planung

Umgehung: Heuer gibt es keinen Spatenstich

Obwohl sich der Baubeginn verzögern wird, ist der Zeitplan laut den Planern dennoch zu halten. Nach dem Winter wird begonnen.
Von Johann Grad

Jenseits der Campingwiese wird die Lärmschutzwand für die Umgehung verlaufen. Foto: Grad

Beilngries.Das Thema Ortsumfahrung war im gesamten Jahr wenig öffentlich präsent, die Planungen liefen im Hintergrund, aber das wird sich jetzt ändern, so Bürgermeister Alexander Anetsberger in der Stadtratssitzung. Er rief einige wichtige Stationen in Erinnerung. Nach der Planung reichte man das Vorhaben rechtzeitig zur Förderung ein, erhielt den Bescheid zur Aufnahme ins Programm und die Zusage für eine sehr hohe Förderung. Bauamt und Planungsbüro waren gefordert, noch in diesem Jahr den Baubeginn zu erreichen, ein genauer Zeitplan wurde eingereicht, die Ausschreibung für Straße und Brücke sollte öffentlich sein.

Kosten von 5,2 Millionen Euro

Durch neue Auflagen und die Lärmschutz erhöhten sich die Kosten auf 5,2 Millionen Euro, was eine europaweite Ausschreibung nötig machte. Um keine Zuschussgelder auf Spiel zu setzen, stieg man auf eine Anteilsförderung um, auch auf Rat der Förderstelle. Es ist eine Kostenberechnung vorzulegen, die möglichst genau und allumfassend ist. Mögliche Kostensteigerungen muss das Planungsbüro im Auge behalten. Ein öffentlicher Baubeginn heuer noch ist jetzt hinfällig, man wird im zeitigen Frühjahr beginnen können. Ergebnisse der Ausschreibungen werden bis Weihnachten erwartet, sie werden dann geprüft und die Angebote vergeben. „Ich muss meine Aussage zurücknehmen, dass es heuer noch den Spatenstich für die Umfahrungsstraße gibt, das war nicht vorhersehbar“, gestand Bürgermeister Anetsberger. Es wäre auch mehr symbolisch gewesen, weil dann wegen der winterlichen Bedingungen ein Bauen nicht möglich gewesen wäre. Damit verzögere sich das Projekt um zwei bis drei Monate, man werde dann mit umso mehr Schwung daran gehen.

Dr. Ing. Stefan Opheys vom Büro Schüßler-Plan, Nürnberg, stellte die aktuelle Planung vor, erarbeitet zusammen mit dem Bauamt. „Der Zeitplan ist zu halten“, stellte er zunächst klar. Gegenüber der Planung 2009 haben sich Vorschriften geändert. Der Oberbau der Fahrbahn hat seit 2012 einen anderen Standard, die Breite des Regelquerschnitts wurde um 50 Zentimeter erhöht, er sollte zehn Meter breit sein. Die Lärmschutzwand ist 240 Meter lang und vier Meter hoch, das Holz wird den straßenseitigen Lärm absorbieren, auf der anderen Seite kann Begrünung den Schall weiter dämpfen. Die vorgesehene Trasse bleibt, die Straße ist 1,9 Kilometer lang, die Entwässerung wurde optimiert, auch die Umweltplanung, für Kröten gibt es Durchlässe unter der Straße, sogar ein Leitsystem dahin, wie Stadtbaumeister Thomas Seitz ergänzte. Bei Hochwasser kann die Straße überflutet sein.

Der Kreisel bei der Straße nach Eichstätt hat einen Durchmesser von 45 Metern, die Fahrbahn ist acht Meter breit, die Insel 24 Meter im Durchmesser, es gibt wegen der Breite der Straße Aufschüttungen bis zu vier Metern Höhe. Der Kreisel bei der Bundestraße 299 misst 50 Meter im Durchmesser, die Insel 29,70 Meter und die Fahrbahn ist acht Meter breit. Aufschüttungen betragen hier drei Meter.

Anetsberger gab eine Idee der Altmühl-Jura-Energie bekannt, die Lärmschutzwand als Photovoltaik-Anlage zu nützen. Man werde das prüfen und dann sehen, ob das Ergebnis für die Genossenschaft positiv ist. Manfred Thoma (BLPB/FW) erfuhr, dass Wege und Straßen angebunden werden, der Fahrradweg rückt von der Umfahrungsstraße ab und wird unter der Brücke weitergeführt, die so etwas länger wird. Wegen der Verlegung ist zusätzliches Gelände nötig. Der Altwasserarm erhält einen Durchlass, die Straße läuft gerade darüber, erfuhr Anton Bauer (BL-PB/FW). Bei Hochwasser können Fische über den Flutgraben zu Altmühl zurückschwimmen, meinte Anetsberger. Laut Manfred Thoma wurde früher von Kosten über 72, Millionen Euro gesprochen, da hätte man schon an eine europaweite Ausschreibung denken müssen. Da waren, so Anetsberger, die Kosten für den Grunderwerb enthalten, die Kostenschätzung war niedriger, erhöhten sich dann wegen der Lärmschutzwand und Auflagen, allein die Durchlässe für die Kröten kosten 100 000 Euro. Überhaupt war es eine knifflige Sache, die größere Straßenbreite zu erreichen ohne mehr Fläche zu benützen. Er sprach von einer „kleinen Meisterleistung“ von Bauamt und Planungsbüro. Die Straßenbreite beträgt sieben Meter, die Bankette sind geschottert, erfuhr Anton Bauer. In den nächsten Wochen wird die Kostenberechnung aktualisiert für die Förderung, Ausschreibungen und Vergabe werden gemacht und der Baubeginn ist im Frühjahr, beendete Bürgermeister Anetsberger die Aussprache.

Noch keine Entscheidung

Vor einem Jahr hat das Landschaftsarchitekturbüro G+2S, Deggendorf, in Zusammenarbeit mit dem Bauamt der Stadt ein Gesamtkonzept zur Umgestaltung des Friedhofs erarbeitet. Es ist in 13 Bauabschnitte eingeteilt und mit den jeweiligen Kosten hinterlegt. Der Entwurf wurde dann im Stadtrat behandelt. Jetzt wurde er von Josef Garnhartner in Erinnerung gerufen, weil die Anlage einer Urnenwand notwendig ist. Eine Entscheidung fiel noch nicht, weil erst noch Kosten zu prüfen sind.

Bürgermeister Anetsberger leitete die Sitzung.

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