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Region Neumarkt
Sonntag, 19. November 2017 5

Veranstaltung

Viel Musik im Töginger Schlosshof

Handgemachte Musik aus Bayern gab es bei der Music-Night zu hören – im Publikum gab es intensive Zuhörer, aber auch intensive Ratscher.
Von Johann Grad

Helga Brenninger & Band sowie Josef Schön & Friends (Foto) gestalteten die zweite Music-Night. Foto: Grad

Töging.Voriges Jahr gab es Theater, für heuer organisierten die Töginger „Theaterleit“ um Wolfgang Ibel wieder eine Music-Night – diesmal spielten im sich mit der Zeit füllenden Schlosshof Helga Brenninger & Band und Lokalmatador Josef Schön & Friends.

Kennengelernt haben sich die Musikerin aus Schwindkirchen bei Dorfen und der Töginger bei einem Workshop für Popmusik in München. Beide lieben die bayrische Mundart, machen selber ihre Texte und auch die Musik. Die Frontfrau stellt mit ein paar Sätzen über Berge, Hütten, Wildwasser und Murmeltiere die passende Szenerie her und singt: „I mog di Ruah, warum durchs Leben hetzen?“ Schauspielerische Elemente betonen ihre Aussagen, die Musik ist zurückhaltend und hört ganz ruhig auf.

Rockiger geht es zu bei „I woas net, wos i wü!“ Nino Stübinger bearbeitet das Keyboard, Marcel Diehl lässt den Bass dröhnen und Franz Eineder schlägt die Drums, die temperamentvolle Musikerin röhrt den Song. Manche im Publikum passen auf, hören zu, wippen mit, andere ratschen intensiv und beachten die tolle Musik überhaupt nicht. Brenninger lädt zum Mitsingen ein und nur zögerlich kommt etwas zurück. Schade, der viele Platz vor der Bühne bleibt ungenützt, man hält lieber Abstand. Ihre Version für „Imagine“ von John Lennon, begleitet auch vom Gebetsläuten der nahen Kirchenglocken, gibt es als Zugabe. Höflicher Beifall kommt zurück.

Kräftiger Sologesang

Umbauarbeiten, Instrumente stimmen, jeder probiert für sich, sie finden sich zusammen, dann legen Josef Schön und seine Freunde zur Begrüßung richtig laut und heftig los. Von „Liebeskummer“ singt Schön, begleitet sich mit der Gitarre, tobende Zwischenspiele, wieder kräftiger Sologesang, Schlussakkorde und ein Schlag zum Ende. „Bist gstorbm, heit Nacht, i muss schrein, duod so weh!“, ein besinnlicher Song, den Josef rauslässt, dazwischen lautmalerische Phrasen, auch mehrstimmig, heftiges Spiel von Manuel Schneider (Piano), Florian Wolf (Bass) und Daniel Meyer (Drums). Endlich kommt die Einsicht: „S‘ Leben geht weida“.

Die Vier in fast bayerischer Tracht spielen sich wieder ein und Schön schreit singend seine Freude hinaus über die „frische Luft in da Nosn“ und „Vögel und Wolken“, das Publikum singt ein wenig mit, Klatschen geht schlecht mit einer Steaksemmel in der Hand, einem Pils oder einem „Cuba libre“. Ruhiger geht es wieder zu, als Schön singend rät: „Zufrieden sein mit dem, wos ma hot“. Diesmal mussten Publikum und Bands mit einer etwas kühlen Nacht zufrieden sein, die trotzdem zu einem Erfolg wurde.

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