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Region Neumarkt
Dienstag, 16. Januar 2018 7

Diebstahl

Vier Tiere aus dem Eulenhof geklaut

Die Besitzer der Auffangstation in Großalfalterbach vermuten professionelle Täter. Sie züchten und betreuen verletzte Eulen.
Von Lothar Röhrl

Das Weißgesichtseulenmännchen war eine Handaufzucht.Foto: Kraus

Deining.Der ideelle Wert ist auch mit Gold nicht aufzuwiegen: Über den herben Verlust von zwei Zuchtpaaren klagen Sigrid Lippert und Helmut Kraus. Das Paar betreibt seit vielen Jahren den Eulenhof in Großalfalterbach. In der Nacht zum Donnerstag sind ihnen die vier Tiere gestohlen worden. Sie gehen davon aus, dass der oder die Täter Profis im Umgang mit Eulen sind. Sie vermuten Auftrags-Diebstähle. Jetzt befürchten sie, dass den Tieren eine schlimme Zukunft in Japan oder in China blüht.

Den Wert der Tiere gibt der Bericht der Neumarkter Polizei zwar mit nur 2000 Euro an. Doch der eigentliche Wert besteht laut Sigrid Lippert darin, dass es sich bei den gestohlenen beiden Weibchen sowie Männchen um Zuchtpaare gehandelt hat.

Sehr betroffen macht beide, dass unter der Beute der Tierfänger auch ein männliches Exemplar einer Weißgesichtseule ist. „Dieses Männchen haben wir 2015 mit der Hand aufgezogen. Das zu ihm gehörende Weibchen war 2011 auf die Welt gekommen.“ Während den Betreibern der Station noch ein Zuchtpaar dieser Eulen-Art geblieben ist, wurde ihnen das einzige Zuchtpaar der Art „Europäischer Sperlingskauz“ gestohlen. Sieben und drei Jahre alt sind das Männchen beziehungsweise das Weibchen.

Auch ein Zuchtpaar der Art „Europäischer Sperlingkauz“ wurde gestohlen. Foto: Kraus

Die Tat ist unbemerkt in der Nacht geschehen. Offensichtlich waren die beiden Volieren, aus denen die vier Vögel gestohlen worden sind, schon vorher – etwa im Sommer bei den Führungen für Gäste – ausgeguckt worden. „Da hat sich wohl jemand gut ausgekannt, wo unter den rund 100 Volieren diejenigen stehen, in denen speziell diese Tiere untergebracht waren“, vermutet Lippert. Und es müsse jemand sein, der weiß, wie man mit diesen Vögeln umgeht. „Denn sie können sich ganz schön wehren und einem Menschen Verletzungen zufügen.“

Aufopferunsgvoll und mit viel persönlichem Engagement führen Helmut Kraus und Sigrid Lippert den Eulenhof.

Eine Idee, wer hinter der Tat stehen könnte, hat Sigrid Lippert durchaus. Denn sie und Helmut Kraus wissen, wie begehrt Eulen und Käuze geworden sind. Denn ähnlich wie bei Katzencafés, die sich von Japan kommend zunehmender Beliebtheit in Mitteleuropa (nach Wien mittlerweile auch München) erfreuen, breiten sich in Japan und China „Eulencafés“ aus.

Doch anders als bei Katzen, denen Streicheln nichts ausmacht, ist die Nähe zum Menschen für Eulen und Käuze widernatürlich. Außerdem werden diese Vögel angekettet. Ein solches Zur-Schau-Stellen gerate daher zu einer sehr üblen Form der Tierquälerei, bedauern die beiden.

In Folge dieses Booms in Asien habe die Zahl solcher Diebstähle stark zugenommen, weiß Sigrid Lippert aus dem Kollegenkreis. Jetzt hat es sie zum ersten Mal getroffen. „Wir sind schockiert, aber auch sehr wachsam geworden“, sagte sie der MZ.

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