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Region Neumarkt
Sonntag, 17. Dezember 2017 10

Auszeichnung

Weil man wichtige Dinge besser singen kann

Die Kellergangband der Neumarkter Lebenshilfe wurde mit dem Inklusionspreis des Bezirks ausgezeichnet. .
Von renate Ahrens

Begeistert sang und rappte die Kellergangband bei der musikalischen Umrahmung des Inklusionspreises, den sie selbst erhielt. Foto: Hilde Endl

NEUMARKT.„Das Leben ist schön, wir haben Spaß daran!“ Begeistert und voller Freude sangen und rappten die Musiker der Kellergangband der Jura-Werkstätten Neumarkt bei ihrem Auftritt im Saal des Freilandmuseums Neusath-Perschen. Dieser Liedtext, eine Eigenkomposition der Band, brachte es bei der Verleihung des diesjährigen Inklusionspreises des Bezirks Oberpfalz auf den Punkt: „Das Gesellschaftsbild der Behinderten hat sich in den vergangenen Jahrzehnten positiv verändert.

In diese Kerbe wollen wir den Preis legen“, betonte Bezirkstagspräsident Franz Löffler. Mit insgesamt 9000 Euro ist der Preis dotiert, der heuer neben der Kellergangband auch einem Wohnprojekt in Regensburg und einem Sportverein in Weiding im Landkreis Schwandorf zugesprochen wurde. „Wichtige Dinge über Inklusion kann man viel besser singen als sagen“, erklärte auch Museumsleiterin Dr. Birgit Angerer.

Das Musikprojekt bereichert in Neumarkt bereits seit 20 Jahren Veranstaltungen wie das Jura-Volksfest oder auch interne Feste der Lebenshilfe. Geübt hatte die Band anfangs im Keller – deshalb auch der Name. Heute wirken etwa 20 Musiker im Alter von 20 bis 45 Jahren mit. Das Repertoire reicht von Kirchenliedern über deutsche Schlager, Polkas bis hin zu irischen Liedern. Auch den Festakt umrahmte die Kellergangband musikalisch und begeisterte die Ehrengäste, die zum Takt von „Rote Lippen soll man küssen“ und „Marmor, Stein und Eisen bricht“ fröhlich mitwippten. Das Besondere dieser Künstler sei ihre Spontanität und Lebensfreude, erklärte Löffler. „Sie bringen sich in ihre Musik voll und ganz ein.“ Wo aber findet hier nun Inklusion statt, wo wird Inklusion mit Leben gefüllt – das wichtigste Kriterium für den Preis? „Hier spielen Menschen mit und ohne Behinderung mit“, so Löffler. Denn vor etwa drei Jahren hat sich die Band mit den Neumarkter Musikern „Rock Sixties“ zusammengetan und absolviert mit ihnen gemeinsam Auftritte.

Der Inklusionspreis sei für alle Beteiligten eine „hohe Ehre“, zeigte sich Claudia Frank vom Werkstattrat erfreut. Auch Leiterin Christa Petritzky, die regelmäßig mit den Musikern übt, sieht die Auszeichnung als Ansporn. Aufgeregt und freudig gespannt seien alle bei der Fahrt ins Museum gewesen, erzählt sie lachend – doch Lampenfieber gehöre zu jedem Auftritt dazu. Mit diesem Preis wolle der Bezirk Oberpfalz, so erklärte Löffler, die Ideen der Macher und ihr Engagement stärken und in den Blick der Öffentlichkeit rücken. „Wir wollen ein Zeichen setzen für Nachahmer.“ Eines steche bei allen Preisträgern ins Auge: „Sie zeigen, dass das gemeinsame Tun von Menschen mit und ohne Behinderung eigentlich nicht so schwierig ist.“ Das Entscheidende sei, damit anzufangen und sich darauf einzulassen. In diesem Jahr hatten sich 25 Projekte beworben. Die Jury, bestehend aus Vertretern der Wohlfahrtsverbände und Sozialverbände und aus der Bezirkssozialverwaltung, vergibt den Preis an das Projekt selbst, nicht an den Träger. „Unsere Bandmitglieder haben Erfolgserlebnisse und erlangen Selbstbewusstsein“, erklärt Petritzky.

Bezirkstagspräsident Franz Löffler zeichnete die Musiker aus.

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