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Region Neumarkt
Montag, 11. Dezember 2017 5

Farmleben

Zuwachs auf der Straußenfarm

Nicht nur die jungen Strauße sorgen auf der Farm in Oberndorf für Abwechslung. Auch Zirkusstrauß Tsabo ist für so manche Überraschung gut.
Von Heike REgnet

  • Kein aufgeschreckter Hühnerhaufen, sondern eine unternehmungslustige Straußenherde gibt es derzeit in Oberndorf zu sehen. Fotos: Regnet
  • Harald Erlbacher bot dem schwarzen Zirkusstrauß Tsabo eine neue Heimat.

Oberndorf.Wenn Harald Erlbacher am Morgen die Tür zum Stall öffnet, tritt er lieber rasch einen großen Schritt zur Seite. „Gleich geht‘s rund“, sagt er lachend und schon wagt sich der erste kleine Strauß hinaus auf die grüne Wiese. Sekunden später folgt der Rest der unternehmungslustigen Bande. Eine Herde Strauße, einige erst ein paar Wochen, andere bereits ein paar Monate alt, rasen an Harald Erlbacher vorbei und versprühen Lebensfreude pur.

Da wird gerannt, gedreht, geplustert und noch eine Runde durchgestartet. In den vergangenen Wochen wuchs die Straußenfarm von Harald Erlbacher wieder um viele Mitglieder an. An die 40 Tiere zählt die Farm zur Zeit. Hinzu kommen Pfaue, Hühner, Ziegen und ein paar Katzen, denn der große Hof bietet für alle Platz.

Zirkusstrauß Tsabo fühlt sich wohl

Elf Jahre ist es her, als Harald Erlbacher den Entschluss fasste, Strauße zu züchten. So wurde aus dem landwirtschaftlichen Anwesen in Oberndorf eine Straußenfarm. Die Zuchtstraußgruppen gehören alle der Rasse Blauhals an. Das ganze Jahr über leben die Strauße auf den großen Weideflächen der Farm in Offenstallhaltung. So können die Tiere selbst entscheiden, wo sie sich aufhalten möchten.

Ein neues Mitglied unter den Großen in der Straußenfamilie auf der Farm ist Tsabo. Mit seiner Partnerin lebte er viele Jahre in einem Zirkus. Als die Henne starb, erreichte Harald Erlbacher der Hilferuf der Zirkusbetreiber. Strauße sind Herdentiere, und einen Hahn alleine zu halten war daher keine Option. So kam Tsabo nach Oberndorf und fügte sich hier problemlos in die Straußenfamilie ein.

Doch dass Tsabo bislang kein normales Straußenleben verbrachte, wird im Lauf eines Tages des öfteren deutlich, denn Tsabo kann auch ein paar kleine Kunststücke. So beginnt er unvermittelt, seinen langen Hals hin- und herzuwiegen, er dreht sich im Kreis und spreizt seine Flügel. Wenn den Straußendamen gefällt, was sie sehen, bleibt Tsabo dann meist nicht lang allein. Nicht selten verfolgen auch die Jungtiere im Gehege gegenüber das Tun ihres großen Artgenossen und schon beginnen auch sie, sich schwungvoll zu drehen.

„Solange sich das ganze in Maßen hält, ist es kein Problem“, sagt Harald Erlbacher. „Die Tiere dürfen nur nicht zu wild in ihren Bewegungen werden, denn sonst könnten sie sich im schlimmsten Fall sogar verletzen. Aber wie willst du einen Strauß daran hindern, wenn er mal in Fahrt kommt.“

Dass sich die Strauße auf der Farm wohlfühlen, spiegelt sich auch in den Zuchterfolgen wider. Neben den Jungtieren, die meist aus Eiern aus dem Brutautomat schlüpften, brüteten in der zurückliegenden Saison zwei Gruppen selbst. Von April bis September legt der Strauß in der Regel pro Woche ein Ei. Harald Erlbacher sammelt die Eier ein und schon nach zehn Tagen lässt sich feststellen, welche davon befruchtet sind. Hierzu werden die großen Straußeneier mit einer speziellen Lampe durchleuchtet. Regt sich Leben im Ei, wandert es direkt zurück in den Brutautomaten. Dort werden sie stündlich gewendet - ganz automatisch. In der Natur übernimmt diese Aufgabe das Straußenelternpaar.

Kein leichter Weg für das Küken

Nach etwa 42 Tagen schlüpfen die Straußenküken und das ist für die Kleinen gar nicht so einfach. So sind Straußeneier äußerst stabil. Zunächst muss das Küken die innere Eihaut durchstechen. Dahinter befindet sich eine kleine Luftblase mit Sauerstoff. Dieser reicht für rund 48 Stunden und das ist die Zeitspanne, in der das Küken die Außenschale knacken muss. Wenn Harald Erlbacher sieht, dass die Zeit knapp wird, handelt er. Vorsichtig sticht er ein kleines Loch von außen ins Ei, damit zusätzlicher Sauerstoff hineinströmen kann. Den Rest muss das Küken alleine schaffen.

Ist ein Küken geschlüpft, gibt es für Harald Erlbacher viel zu tun. Je nach Größe sind die Kleinen in verschiedenen Gehegen untergebracht. Nach ein paar Wochen können sie dann mit den anderen Jungtieren gemeinsam hinaus auf die saftig grünen Wiesen. Zugefüttert wird rein pflanzliches Futter, zum Teil aus eigenem Anbau, das entsprechend den Bedürfnissen der Strauße mit Mineral- und Proteinfutter gemischt wird. Diese ausgewogene Ernährung ist letztlich die Basis für beste Fleischqualität und eine gute Eiablage der Hennen in der Brutsaison.

Mit Vollgas starten die kleinen Strauße am Morgen in den Tag. Auf der Farm in Oberndorf gibt es jede Menge Platz für die Tiere.

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