Neumarkt 25.06.2012, 15:21 Uhr

Die Energie, die aus dem Weltall kommt

Einst wurden die Ideen rund um erneuerbare Energien von Hermann Oberth belächelt, heute sind Drachenwerke und Weltraumspiegel gefragt.

Markus Rehberger erklärt das Prinzip der „Drachenwerke“. Foto: Zachmeier

Markus Rehberger erklärt das Prinzip der „Drachenwerke“. Foto: Zachmeier

von Luisa Zachmeier

Neumarkt Die Ereignisse in Fukushima haben deutlich gemacht, welche Bedeutung die Suche nach erneuerbaren Energien für die Menschheit hat. Eine Teillösung könnte das sogenannte „Drachenwerk“ sein, das Hermann Oberth 1970er Jahren entwickelt hat. Die Idee stellt eine Ausstellung des Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum im Rathaus vor.

Oberth gilt als Vater der Raumfahrt und setzte sich bereits in den 1970er Jahren intensivst mit der Thematik erneuerbaren Energien auseinander.

Mit zehn Jahren fragte Hermann Oberth seinen Vater, was der Mond sei und ob man ihn besuchen könnte. Als Antwort bekam er, dass erst eine Maschine erfunden werden müsse, die das schaffe. So wurde es zur Lebensaufgabe des Mannes, eine solche Maschine zu entwickeln.

Er besaß allerdings auch eine weitaus unbekannte und jetzt hochaktuelle Seite, da er sich um Lösungen für Energie- und Umweltfragen bemühte. Oberth warnte bereits vor 40 Jahren vor dem aufkommendem Boom für Atomkraftwerke und hatte erkannt das Kohle und Erdgas unseren Energiebedarf nicht dauerhaft und schadenfrei decken könnten.

So entwickelte er 1970 die „Drachenkraftwerke“, mit Hilfe denen er die Kraft der Jetstreams, ein stetig wehender starker Wind, der nur in großer Höhe herrscht, ausnutzen wollte. Wegen seiner Idee wurde er damals belächelt, heute jedoch wird er als Visionär bezeichnet. Die Drachenkraftwerke sind aufblasbare Zeppeline oder Drachen, die durch elastische Masten mit dem Boden verbunden sind. Auf Höhe des Jetstreams ist eine Turbine befestigt, die die gewonnene Energie über die innenliegenden Kabel im Masten nach unten leitet. Man könne so die eigentliche Energie des Windes nutzen, da auf dieser Höhe stetig starker Wind weht, sagt Markus Rehberger vom Hermann-Oberth-Raumfahrt-Museum.

In der Sonderausstellung wird nicht nur ausschließlich auf Drachenkraftwerke eingegangen, auch eine weitere Idee von Oberth, der Weltraumspiegel, wird vorgestellt. Oberth träumte davon, mit Hilfe der Spiegel Sonnenstrahlen so umzuleiten, dass man das Wetter verändern oder Städte in der Nacht beleuchten kann. (npr)

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