Neumarkt 02.01.2013, 10:18 Uhr

In dieser WG wohnen nur Senioren

Es gibt keinen Luxus und vieles wirkt wie früher – das ist das Konzept der Altenpflegerin Milanka Götz. Sie initiiert in Neumarkt Wohngemeinschaften für ältere Menschen.

Milanka Götz und Kater Moritz im gemeinsamen Wohnzimmer der WG – er ist der Star bei den Damen. Foto: Böhm

Milanka Götz und Kater Moritz im gemeinsamen Wohnzimmer der WG – er ist der Star bei den Damen. Foto: Böhm

von Katrin Böhm

Neumarkt. Milanka Götz ist examinierte Altenpflegerin, geronto-psychiatrische Fachkraft und hat Pflegemanagement studiert. Zwei Jahrzehnte hat sie als Angestellte in der Pflege gearbeitet, dann hielt sie es nicht mehr aus. Der Zeitdruck, die Unmöglichkeit, mit Menschen so umzugehen, wie sie es wollte, die Fremdbestimmung – irgendwann ging das für sie nicht mehr. So gründete sie im Jahr 2003 in Neumarkt ihren eigenen ambulanten Pflegedienst, Dorotheas Viriditas.

Nicht einmal zwei Jahre später kam eine Bekannte zu ihr: Ihre alte Großtante war gestürzt und konnte nicht mehr alleine zu Hause wohnen – nicht nur, weil sie Probleme mit dem Laufen hatte, sondern auch, weil sie beispielsweise alle Herdplatten anstellte und dann einfach vergaß. Die Großnichte kam völlig verzweifelt zu Malinka Götz. In ein Heim wollte sie ihre Großtante nicht geben – und auch die Großtante weigerte sich strikt, einen solchen Schritt zu gehen. Was also sollte sie tun?

Malinka Götz hatte eine Idee: „Wir suchen ein Haus.“ Sie initiierte eine ambulant betreute Wohngemeinschaften für Seniorinnen. Im Jahr 2005 entstand die erste, im Jahr 2007 die zweite. Götz mietete zwei Häuser in Neumarkt an – und vermietete die Zimmer an die Seniorinnen weiter. Diese teilen sich ein Doppelzimmer oder wohnen in einem Einzelzimmer. Was sie an Pflege, Fürsorge oder sonstigen Leistungen brauchen, kaufen sie extra ein, in beiden Häusern ist rund um die Uhr jemand da. Aufgenommen werden Damen mit Pflegestufe null und eins – sie dürfen aber bleiben, bis ihr Lebensweg zu Ende ist, auch wenn die Pflegestufe steigt. Derzeit sind beide Häuser voll belegt.

Alles soll familiär gestaltet sein

Im ersten Haus leben derzeit fünf Damen, alle haben einen gesetzlichen Betreuer, weil sie nicht mehr fit genug sind. Zwei von ihnen sitzen an dem Vormittag, an dem das Neumarkter Tagblatt zu Gast ist, am Frühstückstisch. Es gibt Kaffee und Marmeladenbrot, im Hintergrund spielt der CD-Player Weihnachtsmusik. Auf der roten Wachstuch-Tischdecke tanzen die Schneemänner, in der Mitte des Tischs steht ein weißer Kunststoff-Weihnachtsstern. Die ganze Wohnung ist über und über mit Weihnachts-Deko verziert. Hier finden sich ein paar Engel, dort ein Rentier, im Wohnzimmer steht ein riesiger leuchtender Schneemann in der Ecke, der Christbaum ist mit bunten Kugeln und Strohsternen geschmückt.

 

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