Neumarkt 12.07.2011, 00:00 Uhr

Ministerin sprach Klartext

Christine Haderthauer referierte über die Bedeutung der Familie und die alternde Gesellschaft.

DEINING. Mit dem musikalischen Gruß „Hab Sonne im Herzen“ wurde die Bayerische Familienministerin Christine Haderthauer vom Kirchenchor Deining in Empfang genommen. Bürgermeister Alois Scherer freute sich, „die Chefin aller Familien in Bayern“ am Kirchweihsonntag in Deining begrüßen zu dürfen. Nach dem Empfang am Kirchenvorplatz wurde sie im Festzug unter weißblauem Himmel zum Festzelt geleitet.

Hier fand ein politischer Frühschoppen statt, den der CSU-Ortsverband Deining zum zweiten Mal organisiert hatte. „Familienpolitik der Zukunft“ lautete das Thema der Rede von Ministerin Haderthauer. „Jede Veränderung in der Gesellschaft beginnt in der Keimzelle – und das ist die Familie. Wir werden älter, weniger und bunter“, sagte sie.

Heute habe man getrennte Lebensräume: Beruf und Familie spielten sich immer weniger im selben Ort ab. Das bedeute eine gesellschaftliche Entwicklung, bei der alles, was früher in der Großfamilie passiert ist, nun ausgelagert werde – wie zum Beispiel die Kinderbetreuung oder die Pflege von älteren Familienmitgliedern.

Als Familienministerin sei es ihr wichtig, den Eltern die Wahlfreiheit bei der Kinderbetreuung zu überlassen. „Manche Erzieherinnen klagen bereits: ,Uns werden die Babys schon vor dem ersten Geburtstag gebracht‘“, so Haderthauer und meinte dazu: „Das ist ein Verabschieden aus der Elternverantwortung“.

Denn nur die Eltern hätte die unersetzliche Beziehung zu den Kindern, die von öffentlichen Einrichtungen nie erbracht werden könne. Außerdem sei es wichtig, beiden Elternteilen die Möglichkeit zu geben, sich um die Kinder zu kümmern.

„Trotz aller Lippenbekenntnisse haben wir noch immer eine Arbeitswelt, die Familie als Störfaktor ansieht“. Es müsse ein Betriebsklima geschaffen werden, das Elternzeit oder Teilzeitarbeit ermögliche, ohne danach einen Karriereknick erleben zu müssen. Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Rede war die alternde Gesellschaft und die damit verbundenen Veränderungen. „Zwei Drittel unserer Pflegebedürftigen werden von Angehörigen gepflegt“, sagte Haderthauer. Das werde gesellschaftlich viel zu wenig honoriert. Erst wenn eine Hausfrau bezahlt werden müsste, würde man merken, wie viel sie wirklich Wert ist. Zukünftig werde es so sein, dass sich Wohngemeinschaften von Rentnern bilden werden, die sich in der Lebensphase zwischen 60 und 80 Jahren befinden.

Der CSU-Ortsvorsitzende Peter Hollweck und Bürgermeister Scherer überreichten als Dankeschön ein „Deininger Herz“ aus Porzellan an Haderthauer, das sie stets an die „Gemeinde mit Herz“ erinnern soll. (nrs)

 

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