Neumarkt 15.01.2014, 16:34 Uhr

Stromtrasse: Das Risiko Elektrosmog

Die mögliche Stromleitung durch den Raum Neumarkt bringt neben Strom auch Strahlung mit sich. Über deren Risiken gibt es unterschiedliche Meinungen.

Dass man eine Stromleitung nicht anfassen sollte, ist Allgemeinwissen. Doch ob von den Strahlen einer Hochspannungsleitung gesundheitliche Risiken ausgehen, darüber ist das Wissen noch dürftig. Foto: Stratenschulte

Dass man eine Stromleitung nicht anfassen sollte, ist Allgemeinwissen. Doch ob von den Strahlen einer Hochspannungsleitung gesundheitliche Risiken ausgehen, darüber ist das Wissen noch dürftig. Foto: Stratenschulte

von Wolfgang Endlein

Neumarkt. Schwarze Schrift auf gelben Untergrund: Hochspannung. Lebensgefahr. So warnen Schilder an großen Strommasten, wie sie 2022 auch im Landkreis Neumarkt stehen könnten. Letzteres geht aus den Plänen für eine Stromtrasse hervor, die der Netzbetreiber Amprion am Dienstag vorstellte. Doch es gibt eine mögliche Gefahr, vor der keine gelben Schilder warnen: elektrische und magnetische Strahlen. Gemeinhin Elektrosmog genannt.

Vor dem Hintergrund der Pläne für die 500 Kilo-Volt-Gleichstromtrasse stellt sich die Frage, wie groß die Gefahren für die Gesundheit sind, die von den starken niederfrequenten elektrischen und magnetischen Feldern in der Umgebung von Stromleitungen ausgehen. Im Raum stehen Vorwürfe, die Strahlung verursache beispielsweise Krebs und Alzheimer, schwäche das Immunsystem und führe zu vielen weiteren Problemen.

Aufgeheizte Diskussion im Netz

Im Internet füllt das Thema unzählige Seiten, was schon auf die Brisanz des Themas und seine Komplexität hinweist. Zusammengefasst lässt sich sagen: Es gibt durchaus Verdachtsmomente – aber letztlich keine eindeutigen Beweise für die gesundheitliche Gefährdung. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) spricht in einem zusammenfassenden Bericht über vorhandene Studien von „keinen eindeutigen negativen Effekte“, „aber vereinzelten Hinweisen“ – jedoch eben auch keinen Beweisen.

„Ich sage nicht, dass die niederfrequente Strahlung krank macht“, sagt deshalb auch Baubiologe Stefan Schön aus Velburg. Auch wenn er eigentlich vom Gegenteil überzeugt ist und an erdrückende Beweise für die Gefahr der Strahlung glaubt. Er fürchtet aber Klagen. Beim Thema Strom seien schließlich große wirtschaftliche Interessen im Spiel, sagt er. „Was man aber auf jeden Fall sagen kann, ist, dass Strahlung Stress erzeugt.“ Doch auch dafür gibt es laut BfS und Weltgesundheitsorganisation (WHO) bislang keine Beweise.

 

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