Neumarkt 25.06.2012, 15:21 Uhr

Zwergensprache richtig einsetzen

Bettina Behringer zeigten jungen Eltern, Schwangeren und Großeltern, wie sie sich über Zeichen mit ihren Kleinen unterhalten können.

Meist dauert es nur wenige Monate, bis ein Baby die Zeichensprache der Mutter übernimmt. Foto: Regnet

Meist dauert es nur wenige Monate, bis ein Baby die Zeichensprache der Mutter übernimmt. Foto: Regnet

Von Heike Regnet

Neumarkt. „Was tun sie, wenn ihr Baby schreit und einfach nicht mehr damit aufhören will?“ fragt Diplomsozialpädagogin Bettina Behringer in die Runde der Kursteilnehmer vor ihr und muss nicht lange auf Antworten warten. „In den Arm nehmen.“ – „Fühlen, ob die Stirn heiß ist.“ – „Die Checkliste durchgehen, um den Grund rauszufinden.“ Wer Kinder hat, weiß, dass es jedoch manches Mal gar nicht so einfach ist, den Grund zu finden.

Hier setzt die Arbeit von Behringer ein. Denn sie hat zur MZ-Akademie einen Lösungsvorschlag mitgebracht: die Zwergensprache. Sobald Erwachsene mit Babys und Kleinkindern reden, machen sie ganz automatisch Zeichen, sagt die Kursleiterin. Sei es das bekannte „Winke winke“, ein liebevolles Kusshändchen oder auch das kleine Spiel „Wie groß bist du schon? Sooo groß!“ Es dauert meist nicht lange, bis sich die Kleinen diese Zeichen angeeignet haben und schon kann das fröhliche miteinander spielen beginnen.

Doch warum sollte man es dabei belassen? Denn lange bevor Babys erste Wörter sprechen, können sie Zeichen geben. In Amerika und England ist die Zwergensprache lange bekannt und weithin verbreitet, sagt Behringer – hier in Deutschland erst seit wenigen Jahren. In der MZ-Akademie hatten die Kursteilnehmer Gelegenheit, sich mit der Methode vertraut zu machen.

Interessiert folgten die jungen Mütter und Schwangere den Ausführungen und auch ein mehrfacher Opa war an diesem Abend zum Kurs gekommen. „Ich hab zwar schon vier erwachsene Kinder, aber jetzt kommen die Enkelkinder“, sagt er. „Der Jüngste ist grade mal neun Monate und als ich das mit der Zwergensprache hörte, dachte ich, das schau ich mir mal an. Vielleicht versteh ich den Kleinen ja dann schneller und besser.“

Das konnte Behringer nur unterstreichen. Von der Zwergensprache profitieren alle, weiß sie aus Erfahrung – ob Baby oder Erwachsener. Spricht man mit den Kleinen, sollte jeder die gleichen Zeichen – sie beruhen zum Teil auf der deutschen Gebärdensprache – verwenden. Meist dauere es nur sechs bis acht Wochen, bis die Kleinen die Zeichen übernehmen und einsetzen. Schon Babys mit fünf Monaten könnten Zeichen geben. Sie lernten täglich dazu und könnten schließlich nicht nur anzeigen, dass sie Hunger haben, sondern dies auch genauer definieren – ob sie nun Milch, Schokolade oder einen Keks wollen.

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