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Sonntag, 19. November 2017 3

AH-Fussball

Aus Liebe zum Fußball und zu Berngau

Der Meister der Senioren A-Kreisliga lädt zum Finale um den Bezirkstitel – das Ziel des FSV: die Bayerische Meisterschaft.
Von Thorsten Drenkard

Die Meistermannschaft der Ü32 des FSV Berngau: Am Wochenende wollen die erfahrenen Kicker den Bezirkstitel einfahren. Fotos: Tischner

Berngau.Viermal in sechs Jahren heimsten die Kicker des FSV Berngau den Kreismeistertitel der Senioren A Kreisliga (Ü32) ein, zuletzt in der jüngst beendeten Saison.

Wer die beachtliche Erfolgsserie der Fußballroutiniers verstehen möchte, der muss sich auch mit der Liebe beschäftigen. Jener, die im fortgeschritteneren Fußballeralter ungebrochen dem faszinierenden Spiel um den Ball auf dem Rasenviereck gilt. Aber auch jener, welche die Alte Herren-Kicker (AH) des FSV für die Neumarkter Landkreisgemeinde und deren Menschen empfinden.

Raimund Tischner ist so jemand, der trotz seiner 46 Jahre nicht ohne seinen geliebten Fußball sein mag und seiner Leidenschaft für den populären Ballsport im schönen Berngau frönt. Dass Tischner mittlerweile als verantwortlicher Spielertrainer die AH des FSV auf Erfolgskurs hält, hat auch mit seiner Ehefrau Heike zu tun.

Tischners Gattin ist Berngauerin, der Liebe zu ihr wegen zog Raimund Tischner 2002 in die Gemeinde, baute dort zwischen 2002 und 2003 ein gemeinsames Haus.

Damals lenkte ein 32-Jähriger Tischner noch als Libero in Lengenfeld die Geschicke auf dem Platz, 2006 dann der Schritt zum FSV Berngau, wo er und die Ü32 des FSV vorletztes Wochenende den abermaligen Kreismeistertitel feierten und den TV Hilpoltstein auf Platz zwei verwiesen.

Der Kern kickt seit 2011 zusammen

Im Kern spielt das Erfolgsteam des FSV seit 2011 zusammen. Neben Berngauer Urgesteinen wie Werner Schmid oder Günther Klebl kicken etliche Routiniers im Team, die wie Tischner im Lauf der Jahre in die Gemeinde gezogen sind – auch der Liebe wegen.

„Da muss man als Coach natürlich die Augen offen halten, wer neu hierher zieht und sich ein Eigenheim errichtet. Es könnte ja immer ein potenzieller Neuzugang für unser Team dabei sein“, verrät Tischner, der im wahren Leben die städtische Kämmerei Neumarkts leitet, und lacht herzhaft.

Von Pilsach nach Berngau

Zuletzt lotste er Martin Krauß, den es vor rund einem halben Jahr in die Berngauer Gemeinde verschlug, zum FSV. Davor hatte der 38-Jährige in Pilsach als Trainer an der Seitenlinie gestanden, nun ordnet er das Spiel der Ü32-Kreisligamannschaft des FSV im defensiven Mittelfeld. Im wahren Leben wohnt Krauß in der Nachbarstraße von Raimund Tischners Haus, in der Fußballwelt wollen beide mit ihren Berngauer Kickerkollegen den größtmöglichen Erfolg.

Den Kreismeistertitel der Senioren A hat die Ü32-Mannschaft bereits in der Tasche, am Wochenende soll der nächste Pokal für den beachtlich gefüllten Trophäenschrank der AH folgen – diesmal der Bezirksmeistertitel der Ü40. Ob dem FSV der Coup gelingt, wird sich am heutigen Samstag im Endspiel auf dem Fußballplatz in Berngau zwischen den Hausherren und dem FC Stein entscheiden (14.30 Uhr).

Bereits im Vorjahr gewannen Tischner und Kollegen diesen prestigeträchtigen Wettbewerb und durften als Bezirksmeister heuer im Mai bei den Bayerischen Meisterschaften antreten. Im Endspiel sahen sie sich den Ü40-Fußballern des großen FC Bayern München gegenüber. Ein unvergessliches Erlebnis für die Spieler, auch wenn der FSV 0:4 verlor.

Torwart Andreas Wittmann (42 Jahre) fasst die Stimmung im Berngauer Team in einem Satz zusammen: „Wir wollen unseren Bezirkstitel verteidigen und unbedingt wieder zu den Bayerischen Meisterschaft.“

Bekannte Namen stehen im Team

Denn im Alter mögen die Beine vielleicht langsamer und die Ausdauer etwas geringer geworden sein, der Ehrgeiz hingegen ist bei den AH-Kickern ungebrochen. In der fünfwöchigen Saisonvorbereitung trainierten die FSV-Senioren deshalb zweimal wöchentlich und absolvierten zusätzlich Vorbereitungsspiele, schließlich wollten die konditionellen Grundlagen gelegt werden – schwitzen für die Liebe zum Spiel und den sportlichen Erfolg.

Um die ambitionierten Ziele erreichen zu können, hilft es natürlich, dass etliche frühere Bezirksoberliga und Bezirksligaspieler aktuell das Trikot des Berngauer AH-Teams überstreifen.

So zum Beispiel Volker Kraft (46), der einst beim ASV Neumarkt spielerische Akzente setzte und nun in Berngau bei den Fußball-Senioren im Mittelfeld Regie führt. Auch Oliver Leidl, einst bei den Südern und in Heng aktiv, mischt mittlerweile beim FSV mit.

Das Tor gegen Stein wird Peter Mederer (44) hüten, der langjährige BOL-Erfahrung aus seiner Lengenfelder Zeit mitbringt. Für Keeper Andreas Wittmann bedeutet das, dass er wohl im Sturm spielen mit – kein Problem, denn: „Er ist auch ein sehr starker Feldspieler“, weiß Coach Tischner.

Die Ü32-Kreismeister Günther Klebl (38), mit 21 Treffern Top-Torjäger der abgelaufenen Saison, sowie Mittelfeldmann Matthias Blank (37) heißt es am Samstag aber zuschauen – sie sind schlicht noch zu jung für den Ü40-Kick. Dieser Samstag ist wohl einer der seltenen Tage, an denen sich das Duo wünschte, es wäre älter.

Ob der Tag wieder ein Feiertag für die FSV-Senioren wird, muss sich zeigen. Sicher ist: Die Liebe der Spieler zum Fußball und zu den Menschen ihrer Gemeinde wird ungebrochen sein.

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