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Donnerstag, 18. Januar 2018 7

Tiere

Katze wie einen Fußball gekickt

Ein Fall von Tierquälerei beschäftigt in Breitenbrunn auch Pfarrer und Bürgermeister. Ein 14-Jähriger soll der Täter sein.
Von Dagmar Fuhrmann und Ines Greiner

  • Auch Kater Snowy war schwer verletzt. Foto: Marion Bedi-Visschers
  • Die Miezekatzenfreunde beschäftigten sich in ihrer Jahresversammlung mit dem Vorfall. Foto: Ines Greiner

Breitenbrunn. Nicht jeder mag Katzen, das ist keine Frage. Aber wenn Kinder Katzen vorsätzlich quälen, dann beschleicht wohl jeden ein ungutes Gefühl. Nicht nur wegen der Tiere, die völlig unnötig leiden müssen, sondern auch wegen der Kinder, um deren Entwicklung man sich durchaus Sorgen machen muss.

Dass in Breitenbrunn ein derartiger Fall von Katzenquälerei vorliegen könnte, darauf deutet einiges hin. Das zeigt ein Vorfall, mit dem sich die Miezekatzenfreunde Breitenbrunn in ihrer Jahresversammlung ausführlich beschäftigt haben und wofür es zwei Augenzeugen gibt. In der Versammlung schildert die Vorsitzende der Miezekatzenfreunde, Marion Bedi-Visschers den Vorgang so: Die Augenzeugen haben am 10. Dezember beobachtet, wie ein zehnjähriger Junge und ein 14-Jähriger auf ihrem Grundstück ihre Hauskatze „Cleo“ anlockten. Das zutrauliche Tier ging auf die beiden Kinder zu. Der Ältere streichelte aber die Katze nun keineswegs, sondern gab ihr mit voller Wucht einen Fußtritt, so dass diese im hohen Bogen durch die Luft flog.

Die Jungen wollten das „Spiel“ wohl noch einmal mit Katze Cleo wiederholen, aber da sich die Besitzer der Katze inzwischen bemerkbar gemacht hatten, in dem sie wie wild ans Fenster klopften, lief der Ältere davon. Cleo wurde sofort von der Tierärztin Dr. Elfie König in Hemau behandelt.

Nach diesem Vorfall lag der Verdacht nahe, dass auch Kater Snowy Opfer der beiden Buben sein könnte. Snowy gehört Bedi-Visschers und er war zwei Tage zuvor nach einer kalten Nacht nicht heimgekommen. Die Suche nach ihm war zunächst vergeblich, bis er schließlich schwer verletzt auf die heimische Terrasse gekrochen kram. Auch bei ihm stellte die Tierärztin ein ähnliches Verletzungsmuster fest.

Wie Bedi-Visschers dem Tagblatt sagt, habe man nach Beratung im Verein zunächst eine Woche lang der Familie, und somit dem älteren Jungen, die Gelegenheit gegeben, sich zu entschuldigen. Nachdem weder die Eltern noch der Junge sich gemeldet haben, seien Bürgermeister Josef Lanzhammer und auch Pfarrer Dr. Jacek Machura von dem Vorfall informiert worden. Denn auf sich beruhen lassen wollen die Miezekatzenfreunde diesen Vorfall nicht: „Wer es als jugendliche Heldentat empfindet, zutrauliche Katzen anzulocken (...) um die Katze dann wie einen Fußball durch die Luft zu kicken, verstößt nicht nur gegen das menschliche Miteinander, sondern gegen das Gesetz und fühlt sich offensichtlich recht wohl dabei, anderen Schmerzen zu bereiten. Nach Absprache mit mehreren maßgeblichen Mitgliedern hat der Verein sich entschieden, Anzeige zu erstatten“, teilt Bedi Visschers mit.“ Es würde sich die Frage nach dem Umfeld stellen, wenn Grausamkeiten gegen Schwächere als Freizeitbelustigung empfunden werde, sei auch in der Versammlung die Meinung der Mitglieder gewesen. Gedankt werden soll hingegen dem Zehnjährigen, der schließlich doch für die Wahrheit eingetreten sei und die Tat zugegeben habe und wohl auch bereue. Dies wird die Jugendbetreuerin Sabine Oswald übernehmen, auch, um dem kleinen Jungen den Rücken zu stärken.

Bürgermeister Josef Lanzhammer sagt unserer Zeitung auf Nachfrage, dass er umgehend mit den Eltern des älteren Jungen gesprochen habe, nachdem er über den Vorfall informiert worden sei. Laut der Eltern stelle sich der Vorfall aber ganz anders dar. Demnach habe der Junge die Katze nicht getreten, sondern sie ihm lediglich über den Fuß gelaufen. Er habe den Eltern den Rat gegeben, sich mit den Miezekatzenfreunden in Verbindung zu setzen.

Pfarrer Dr. Jacek Machura warnt hingegen davor, diese Geschichte in der Zeitung öffentlich zu machen, denn es handele sich um Kinder, die man nicht an die Wand stellen sollte und mit dem Finger auf sie zeigen. Das würde einen Ort spalten. Daher sollte diese Angelegenheit intern geregelt werden, wenn sie sich so abgespielt hat, wie es ihm erzählt worden sei. Er selber habe noch nicht mit den Kindern gesprochen.

Am Montagabend haben die Miezekatzenfreunde und die Besitzer von „Cleo“ Anzeige erstattet. Im Fall von Kater Snowy lautet die Anzeige gegen Unbekannt, da es keine Zeugen gibt.

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