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Samstag, 16. Dezember 2017 4

Schule

Den Faust neu interpretiert

Die P-Seminare Deutsch und Chemie des Gymnasiums Beilngries haben einen Film gedreht. Die Premiere begeisterte die Zuschauer.
Von Barbara Blaser

  • Nach der Premiere gab es bei den Schülern strahlende Gesichter. Fotos: Blaser
  • Yannick Probst als Dr. Faust Foto: Blaser

BEILNGRIES.Zur Premiere ihres gemeinsamen Filmes „Faust meets Big Bang Theory“ haben das P-Seminar Deutsch und Chemie an das Gymnasium eingeladen. „Deutsch und Chemie sind so weit voneinander entfernt und doch ist es uns gelungen, die literarische Faust-Ausführung in einer neuen Version zu präsentieren“, sagen die Verantwortlichen. Die Protagonisten des Abends erschienen sehr elegant gekleidet und zeigten voller Stolz das Ergebnis von etwa einem Jahr mühevollster Kleinarbeit. Unterstützt wurden die Schüler von Studiendirektor Ulrich Zänker und Oberstudienrat Jürgen Lerzer.

Schreiben dauerte halbes Jahr

Fast ein halbes Jahr dauerte das Schreiben des Drehbuchs, das in kleinen Gruppen, Zuhause und schließlich im Plenum in Zusammenarbeit entstand. Dann musste aus dem Drehbuch ein Storyboard erstellt werden, zu jedem Dialog gibt es eine Szeneneinstellung , die im dargestellt wurde. So habe man für jeden Dreh eine Orientierung.

Die Rollenverteilung oder Kameraführung geschah auf freiwilliger Basis. Yannick Probst übernahm die Hauptrolle als Dr. Faust und Jillian Wrobel spielte Mephisto. Weitere große Rollen übernahmen Gürbüz Usta, Patrick Schock-Schmidtner, Svenja Werner und Laura Treffer. Regie führten Alexandra Rimpl und Marco Brandl.

„Wir brauchten ein größeres Labor für einen Drehort“, so die Schauspieler. Dafür stellte uns die Universität Erlangen ein Labor zur Verfügung. „Drei Tage hatten wir dann in Erlangen Zeit, unsere Szenen zu drehen“. Das sei ziemlich nervenaufreibend gewesen und man stand unter großem Druck. Teilweise sei an diesen Tagen parallel gearbeitet worden. Jede Szenen wurden aus verschiedenen Blickwinkeln mit drei Kameras gedreht.

Bei einigen Dialogen, die länger dauerten, durften keine Fehler gesprochen werden. Dass dieser Film mit so einem großen Aufwand verbunden sei, sei den Schülern zu keiner Zeit bewusst gewesen. Allein das grobe Sichten des Materials, um brauchbare Szenen herauszufiltern, habe mindestens zwei Tage gebraucht. Natürlich brauche man auch ein gewisses Budget für so ein Unterfangen, das mit 2500 Euro von der Willibald Schmidt Stiftung aus Beilngries finanziert wurde.

Zum Inhalt des Filmes: Es handelt sich um die Faust-Thematik mit Personen aus der Serie Big Bang Theory. Faust habe versucht, den Nobelpreis zu bekommen und Mephisto will – wie im Original – Wetten eingehen, so dass Faust vom rechten Weg abkomme.

Requisiten aus eigenen Reihen

Die Requisiten für den Film, alltägliche Gegenstände, wurden aus den eigenen Reihen mitgebracht. Ein Wohnzimmersofa oder das Labor mit den chemischen Sachen haben die Schüler von der Schule bekommen. Die Schulleitung habe von Anfang an hinter dem Projekt gestanden und habe die Schüler sehr unterstützt, freuten sich die Darsteller.

Am vergangenen Freitag war es dann endlich soweit: der Film konnte gezeigt werden. Viele Interessierte fanden sich im Gymnasium ein. Natürlich waren die Darsteller sehr aufgeregt. Die Gäste bekamen vorab einen kleinen Einblick hinter die Kulissen. So zeigten sie Szenen aus der Maske, den Aufwand der vielen Kameras, Szenen im Labor, wo nur ganz wenig Platz für die Schauspieler war, da die Kameras den meisten Raum einnahmen. Sogar Oberstudienrat Jürgen Lerzer spielte eine kleine Rolle als Postbote.

Ein heiter ironischer Film brachte den Darstellern viel Applaus ein. Zufrieden kamen nach dem Film alle, die zum Gelingen beitrugen, auf die Bühne. Einstimmig waren sich alle: Der Aufwand hat sich gelohnt.

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So beurteilen Lehrer die Arbeit

  • Chemie und Deutsch gemeinsam:

    Warum die P-Seminare gemeinsam einen Film gedreht haben, begründen die Lehrer Jürgen Lerzer und Ulrich Zänker damit, dass sie unbedingt zwei Seminare zusammenführen wollten, die im Schulalltag nichts mit miteinander zu tun haben. Das P-Seminar Deutsch hat das Drehbuch geschrieben, das P-Seminar Chemie hat den Film gestaltet.

  • P-Seminare:

    P-Seminare seien für die Schüler grundsätzlich eine positive Erfahrung, weil man so mit externen Partnern zusammenarbeitet und die Schüler dadurch einen Einblick in den Berufsalltag bekommen.

  • Unterstützung:

    Diese sei von den Lehrern in vielfältiger Weise erfolgt. Zum Beispiel habe alles zunächst einmal koordiniert werden müssen, dann habe es einen Transport von Technik und Equipment in das Labor nach Erlangen geben müssen, außerdem seien Jürgen Lerzer und Ulrich Zänker die Anspruchspartner der beide verschiedenen Gruppen aus den Seminaren gewesen.

  • Bewertung:

    Auf die Frage, wie sie die Arbeit bewerten, sagen Lerzer und Zänker, dass dies davon abhänge, wie sich jeder persönlich eingebracht habe, es zähle der Umfang der Leistung sowohl in Deutsch als auch im Fach Chemie. Es hätten sich aber alle überdurchschnittlich engagiert, extrem viel Zeit investiert und so werde es auch belohnt werden.

  • Beurteilung des Drehs:

    Der Aufwand habe sich grundsätzlich gelohnt. Die beiden Pädagogen finden, dass der Film gut geworden sei, die Schüler hätten davon sehr viel gelernt, sei es die Kameraeinstellung oder das Schneiden der einzelnen Szenen. Sie hätten gut mit Profis zusammengearbeitet, die den Schülern genau zeigten, worauf es ankommt.

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