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Dienstag, 16. Januar 2018 6

Politik

In Wild-West-Atmosphäre heiraten

Ist die Fichtenranch geeignet, um dort standesamtliche Hochzeiten abzuhalten? Diese Frage diskutierte der Hohenfelser Marktrat.
von Simon Vogl

Die Fichtenranch bei Hohenfels war Thema im Marktrat. Archivfoto: Vogl

HOHENFELS. Ab sofort kann man in geeigneten Räumen der Fichtenranch standesamtlich, wobei die Details vom Standesbeamten geregelt werden. Dies ergab die Gemeinderatssitzung nach eingehender Diskussion der Markträte. Beim Markt waren zuvor zwei Anträge für Trauungen auf der Fichtenranch eingegangen, einer von einem heiratswilligen Biker-Paar, der andere vom Eigentümer des Anwesens.

Der rechtliche Rahmen erlaubt seit geraumer Zeit standesamtliche Hochzeiten außerhalb der dafür gewidmeten Räume, wenn die Gemeinde das beschließt. Die Aufsichtsbehörde beim Landratsamt stimmt dem zu, wenn der Rahmen seriös ist, die Gemeinde regelmäßig auf die Räumlichkeiten Zugriff hat und die Termine bestimmen kann. Diese Bedingungen ließen sich bei der Fichtenranch erfüllen, wie eine Überprüfung durch den gemeindlichen Standesbeamten Reiner Hirschmann ergab.

Das Gremium diskutierte die Anträge intensiv. Überwiegend setzte sich die Ansicht durch, dass derartiges einmal ausprobiert werden könne.

Weiteres Thema war das Energiecoaching gemeindlicher Objekte. Der Freistaat Bayern hat in seinem Energiekonzept den Kommunen eine besondere Bedeutung zugesprochen. Hohenfels habe deshalb im vergangenen Jahr das kostenlose Angebot für ein Energiecoaching angenommen, erklärte Bürgermeister Bernhard Graf. Für die Energieagentur Regensburg präsentierte Projektingenieur Sebastian Zirngibl den Abschlussbericht.

Den Energieverbrauch gecheckt

Als energieintensives Objekt wurde für die Untersuchung der Gebäudekomplex der Schule gewählt, dessen Strom-, Wärme- und Wasserverbrauchsdaten der vergangenen Jahre ermittelt und allgemein bekannten Durchschnittswerten gegenübergestellt wurden. Strom- und Wärmeverbrauch näherten sich demnach den mittleren Durchschnittswerten, lediglich der Wasserverbrauch liege weit darüber, was mit der Bautätigkeit und den anderen angeschlossenen Gebäuden, wie Turnhalle und Keltensaal zusammenhängen dürfte. Auch war während des Untersuchungszeitraums das alte Schulgebäude mit drei Gruppen des Kindergartens belegt.

Bei der energetischen Betrachtung der Gebäudehüllen fiel lediglich das kurz vor dem Abschluss der Sanierung stehende Grundschulgebäude positiv auf. Das alte Schulgebäude und die Turnhalle hätten erhebliche Defizite. Die Heizungsanlage ist auf dem Stand der Technik, weshalb hier kein Handlungsbedarf bestehe. Die Beleuchtung im sanierten Teil sei energiesparend.

In den restlichen Gebäudeteilen gebe es Verbesserungsbedarf, der aber schon teilweise umgesetzt worden sei, so Zirngibl, der etwa eine Steuerung mit Bewegungsmeldern empfahl. Überprüft wurde auch die Leistung der Fotovoltaikanlage auf dem Schuldach. Sie liege rund 30 Prozent unter dem zu erwartenden Ertrag, weshalb inzwischen eine Überprüfung durch eine Fachfirma veranlasst wurde. Vermutlich bringen die verbauten Dünnschichtmodule nicht die erwartete Leistung. Die Hersteller sind nicht aber mehr existent und können auch nicht nachbessern.

Zirngibl ging auch auf das Nutzerverhalten in Gebäuden ein. Erfahrungsgemäß seien hier Einsparungen von bis zu 20 Prozent realisierbar. Als Beispiele führte er den vorausschauenden Umgang mit Heizkörperthermostaten und das Vermeiden von unnötigen Standby-Schaltungen bei Elektrogeräten an. Allein das Ausschalten des großen Kopiergerätes außerhalb der Schulzeiten könnte eine jährliche Einsparung von rund 200 Euro erbringen, erläuterte Zirngibl.

Räte kritisieren Parkverhalten

Insgesamt stellte Zirngibl dem Markt ein positives Zeugnis aus. Hohenfels sei im Vergleich zu anderen Kommunen schon sehr weit. Dennoch gebe es immer noch Potenzial für einen wirtschaftlicheren Umgang mit allen Formen der Energie.

Mehrere Mitglieder des Marktgemeinderates wiesen in der abschließenden Diskussion darauf hin, dass die Beachtung der Parkvorschriften in Hohenfels zu wünschen übrig lasse. So wurde von nicht unerheblichen Behinderungen im Bereich Siedafür, Sterzenbach und Turmgasse berichtet. Auch scheine die zeitliche Parkbeschränkung auf dem Platz beim Kommunbrauhaus nur Wenige zu interessieren. Falls keine Besserung eintrete, müsse man auch polizeiliche Überwachung in Erwägung ziehen.

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