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Samstag, 25. März 2017 12° 2

Geschichte

Gedenken an das Leid der KZ-Häftlinge

An mehreren Stationen rund um Lauterhofen wurde an den 70. Jahrestag der Todesmärsche von Hersbruck nach Dachau erinnert.
von Hans Braun

Klaus Wiedemann erinnerte an die Qual der Häftlinge. Foto: Braun

LAUTERHOFEN.„Für die Erinnerung um die Geschichte wach zu halten“, mit dieser Fürbitte endete das ökumenischen Gedenken zum 70. Jahrestag der Todesmärsche der KZ-Häftlinge von Hersbruck über Lauterhofen nach Dachau. Schwester Regitta, Oberin des Konvents der Dillinger Franziskanerinnen am Karlshof, äußerte damit den Gedanken, der Pfarrer Gerhard Ehrl und den Verein „Dokumentationsstätte KZ Hersbruck“ zu der Veranstaltung inspiriert hatte.

Der Auftakt fand an der „Esche 1“ am ehemaligen Eingang des Doggerwerkes in Happurg „H“ statt. Dort informierte der stellvertretende Vorsitzende von „Dokumentationsstätte KZ Hersbruck“, Klaus Wiedemann, über das Doggerwerk, das zur Produktion von Flugzeugmotoren geplant war. Dafür wurden die rund 9500 KZ-Häftlinge täglich fünf Kilometer nach Happurg getrieben, um in der unterirdischen Fertigung zu arbeiten. Die „SS“ habe kalkuliert, dass ein Häftling nach einem Vierteljahr durch die Arbeits- und Lebensbedingungen sterbe.

Bis Kriegsende wurden 0,5 Millionen Kubikmeter Sandstein in 3,9 Kilometer Stollen gebrochen. Die Stollen umfassen aber nur 15 Prozent der geplanten Anlage. Wegen Einsturzgefahr wurden die Eingänge in die Stollen behördlich verschlossen.

Zweite Station war die St. Bartholomäus-Kirche in Alfeld, wo Pfarrer Helmut Gerstner mit den Besuchern eine „Andacht“ gestaltete. Als Zeitzeuge berichtete Altbürgermeister Ludwig Pirner über den Todesmarsch, der durch Alfeld führte. In der dritten Station, der St. Heilig Kreuz Kirche in Gebertshofen, berichtete Pfarrer Gerhard Ehrl von Zeitzeuge Johannes Julius aus Nürnberg-Moorenbrunn, der aus gesundheitlichen Gründen nicht selbst hatte kommen können, und von 1943 bis 1945 in Alfeld lebte. Julius hatte in Gebertshofen seine Erstkommunion gefeiert, als er bei seinem Rückweg nach Alfeld rund 150 KZ-Gefangenen begegnete. Ein deutscher Häftling sei auf ihn zugegangen, habe ihm die Hand geschüttelt und gesagt: „Bleib so, wie du heute bist.“ Julius könne sich nicht mehr an seine Erstkommunion erinnern, den Anblick und die Worte dieses Häftlings habe er aber nie vergessen wird.

Letzte Station war in der Pfarrkirche St. Michael in Lauterhofen, wo die Zeitzeugen Johann Renner, Josef Gruner, Johanna Krieger, Pauline Bodenloher und Johann Neumeier über den Todesmarsch in Lauterhofen berichteten. An der Orgel hat Irene Schmidt die „Vesper“ mit meditativen Musikstücken von Mendelsohn Bartholdy und Johann Sebastian Bach bereichert.

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