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Centar Duga feiert seinen 15. Geburtstag

„Schutzengel gesucht“ eröffnete 1999 in Bosnien das Kinderheim „Centar Duga“. Das wurde mit Gästen aus Neumarkt gefeiert.

  • Der Vorsitzende von „Schutzengel gesucht“, Günter Prantl, schnitt mit seinem elfjährigen Enkel Luca die Geburtstagstorte an. Fotos: Arno Heider/Admir Ljescanin
  • Günter Prantl, Birgit Ehrnsperger, Schauspieler und Centar-Duga-Botschafter Enis Beslagic und Arno Heider (v.l.) feierten gemeinsam.

Neumarkt.NEUMARKT. Admir Ljescanin, der Heimleiter von Centar Duga, der beinahe fünf Jahre als Kriegsflüchtling in Schwabach gelebt hat nachdem er zwei Brüder im Krieg verloren hatte, hätte noch weit mehr Karten für diesen Abend verkaufen können. Die Kapazität der Räumlichkeiten schränkte ihn allerdings ein.

Mit einem Galaabend in Bihac hat der Verein „Schutzengel gesucht“ den 15. Geburtstag des Kinderheims Centar Duga (Haus Regenbogen) gefeiert. 244 Gästen waren es die 50 bosnischen Mark (25 Euro) wert, um ihren Respekt für die Arbeit für die vergessenen Kinder in Bosnien zu bekunden. Die Menschen, die gekommen waren, erlebten aber einen durchaus berührenden Abend, der bei vielen Frauen und Männer, die aus Deutschland auf eigene Kosten angereist waren, durchaus für Gänsehaut sorgte. Vor allem als Ljescanin die Mitarbeiter der Kinderarche bat, aufzustehen, wollte der Beifall nicht mehr enden.

Viele fanden eine neue Familie

Admir Ljescanin zeigte zunächst einen Film, der die Arbeit in Centar Duga dokumentierte. Und er präsentierte Daten und Fakten: 252 Kinder wurden seit dem Bestehen des Kinderheims in Kulen Vakuf aufgenommen. Weit mehr als 40 Prozent der Kinder wurden an Adoptiveltern vermittelt. Rund 30 Prozent der Mädchen und Buben konnten wieder in der Herkunftsfamilie integriert werden, wenn über das Projekt „Duga Care“, das Sabina Ljescanin leitet, die Lebensbedingungen verbessert wurden. Andere Kinder gingen in andere sozialpädagogische Projekte wie das SOS-Kinderdorf.

Günter Prantl war „erschrocken“ ob der Bilder, die Ljescanin aus der Vergangenheit zeigte: Bilder von der Konvoiarbeit ab 1996, Bilder vom Bau des Kinderheims, zu dem viele Helfer auch aus dem Kreis Neumarkt Urlaub genommen hatten. „Damals waren wir alle noch schlank“, sagte Prantl. Und er betonte, dass dafür die Zahl der Freunde von „Schutzengel gesucht“ im Kanton Una-Sana enorm an Gewicht zugenommen habe.

Neuen Botschafter ernannt

„So lange wir Freunde hier haben, so lange wird auch das Kinderheim bestehen“, versicherte Prantl: „Ohne Sie wäre aber die weitere Existenz von Centar Duga nicht möglich“, bedankte er sich bei den Besuchern der Abendveranstaltung. Nach dem Nationalspieler Senijad Ibricic – er war auch in Brasilien bei der Fußball-WM dabei – wurde der auf dem Balkan beliebte Schauspieler Enis Beslagic zum zweiten „Ambasador“ (Botschafter) von Centra Duga ernannt.

1520 bosnische Mark wurden aus einer Tombola erlöst. Die Versteigerung eines Trikots mit den Unterschriften der bosnischen Nationalmannschaft brachte dank Beslagic’ Redenskünste 1200 Maraka, sprich 600 Euro, ein. „Wir sind weiter dabei“, versicherten Günter Prantl und Arno Heider im Namen des Vorstandes des Vereins „Schutzengel gesucht“. Und Christine Ziegler, Vorsitzende des „Fördervereins Schutzengel gesucht“, stimmte dem nur bei: „Wir werden weiter mit unseren Möglichkeiten den Hauptverein unterstützen“, sagte Ziegler, die in Holzheim wohnt.

Für „nachhaltige Hilfe“ gedankt

„Erstmals in diesem Jahr hat die Stadt Bihac die Unterstützung des Kinderheims in seinen kommunalen Haushalt aufgenommen“, erklärte der Bürgermeister der Kantonshauptstadt, Emdzad Galijasevic, bei einem Empfang für Prantl und Heider im Beisein mehrerer Journalisten. Er versicherte, dass „das auch im kommenden Jahr so sein soll, zumal Centar Duga seit Jahren eine Institution ist, die nicht nur in Bosnien und Herzegowina einen großen Name hat“. Auch der Bürgermeister der größten Stadt im Kanton, Nermin Ogresevic, dankte im Namen der Menschen aus Cazin für die „nachhaltige Hilfe“ der Menschen aus der Metropolregion Nürnberg.

Prantl und Heider betrachteten die Zusage des Politikers aus Bihac freilich eher skeptisch und hoffen auf ein gutes Spendenergebnis für die „Schutzengel“ um die Weihnachtszeit. „Wir haben schon so oft derartige Versprechen gehört“, sagte Prantl.

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