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Gemeinden
Samstag, 21. Oktober 2017 18° 3

Kirche

Mit „Nightfever“ Jesus in Ruhe begegnen

Das neue Format bot Gläubigen im Neumarkter Münster die Chance, ohne strenge Regeln an Messe und Meditation teilzunehmen.
Von Heike Regnet

Die Kirchenbesucher wurden eingeladen, ein Licht anzuzünden. Foto: Regnet

Neumarkt.Die heilige Messe mit Bischof Gregor Maria Hanke und Geistlichen des Landkreises bildete den Auftakt zu „Nightfever“, zu dem am Samstag das Bischöfliche Jugendamt Eichstätt ins Münster geladen hatte. „Dort, wo sich Begegnung mit Jesus ereignet, entsteht das Wunder tiefer Gemeinschaft“, betonte Bischof Hanke in der Festpredigt und gab den Gläubigen mit auf den Weg: „Bleibt auf der Suche, damit Euch die Begegnung mit Jesus geschenkt wird.“

Ein Chor mit Studierenden aus Eichstätt unter der Leitung von Daniela Graf sorgte für eine gelungene musikalische Gestaltung, denn nach dem Gottesdienst war Zeit, bei meditativen Gesängen zur Ruhe zu kommen. So verteilten die Jugendlichen in der Kirche, deren Säulen in rotes und blaues Licht getaucht war, Kerzen, die den Weg zum Altar aufzeigten.

Jugendliche laden Passanten ein

Schon an der Eingangstür empfing ein großes Plakat die Besucher: „Schön, dass Du der Einladung gefolgt bist, in die Kirche zu kommen“. Viele waren in den Abendstunden der Einladung gefolgt. Zudem sprachen Jugendliche auf der Marktstraße Passanten an, in der Kirche vorbeizuschauen und eine Kerze anzuzünden. „Die Reaktionen sind ganz unterschiedlich“, sagt der 16-jährige Michael. „Die einen freuen sich, nehmen die Kerze und machen sich auf den Weg, andere winken gleich ab und wieder andere wollen sofort mehr wissen.“ So herrschte bis zum Nachtgebet um 23 Uhr ein stetes Kommen und Gehen.

„Nightfever“ ist eine Initiative, die in der Folge des Weltjugendtags entstanden ist. So sollte die Begeisterung aufrechterhalten werden. „Lassen wir uns von der Liebe Gottes berühren“ lautete das Motto. Im Halbjahresturnus macht „Nightfever“ im Wechsel zwischen Johannes- und Hofkirche Station.

Beten – und entspannen

Von den Melodien des Chors ließen sich am Samstag viele der Besucher gerne berühren. Gerade in der hektischen Vorweihnachtszeit genoss wohl so mancher eine kleine Auszeit. Auch wenn von draußen die Klänge des Weihnachtsmarktes zu hören waren, störte das die meditative Stimmung kaum. Draußen fröhliche Weihnachtsstimmung – im Gotteshaus Ruhe und Entspannung.

Die Priester luden zum Gespräch, zur Beichte oder zum Segen ein. „Wir brauchen die Begegnung mit Gott“, sagte Pfarrer Martin Becker aus Velburg. „Bei ,Nightfever’ kann jeder kommen und gehen, wann er will. Jeder ist willkommen.“ Das Konzept habe sich bewährt. „Und das Angebot kann Schwung geben, seinen Glauben zu vertiefen.“ Dekanatsjugendseelsorger Kaplan Clemens Mennicken ergänzte: „Wir laden ein, den Alltag zu unterbrechen und einzutauchen in eine ganz andere Begegnung mit Jesus.“ Man wolle nicht nur Kirchgänger ansprechen, sondern auch die, denen der Bezug zur Kirche abhanden gekommen ist. „Jeder kann eine Kerze anzünden.“ Erfahrungsgemäß bringen an diesen Abenden auch viele ihre Gedanken oder Bitten zu Papier. „Wir sammeln die Zettel und nehmen die Anliegen in unsere Gebete mit auf“, sagt Kaplan Mennicken. „Die gesamte Kirche ist eine Gemeinschaft, in der einer den anderen im Gebet mittragen kann.“

In den katholischen Dekanaten Neumarkt und Habsberg will Kirche neue Wege gehen – um attraktiv zu sein.

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