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Donnerstag, 25. Mai 2017 18° 3

Ganzjahresbad

Stadtrat diskutiert weiter über Bad

Auf der Tagesordnung stand die Vergabe der Bauüberwachung. Das sorgte für eine Debatte – vor allem um die Parkplätze.
von Bettina Dennerlohr

Über diesem Regenrückhaltebecken an der Ecke Seelstraße/Sandstraße, das im November präsentiert wurden, sollen Parkplätze für das Ganzjahresbad entstehen. Archivfoto: Münch

Neumarkt.„Wir machen uns doch lächerlich Leute“ – das sagte Oberbürgermeister Thomas Thumann am Mittwochabend bei der Sitzung des Stadtrats. Der vorletzte Tagesordnungspunkt sah vor, ein Architekturbüro mit der Bauüberwachung von Gebäuden und Innenräumen zu beauftragen. Darüber entbrannte allerdings eine Grundsatzdiskussion um das Ganzjahresbad und die Zahl der Parkplätze.

Drei Architekturbüros hatten Angebote eingereicht. Das Wertungsgremium – Bäderreferentin Pedra Wittmann (UPW), Stadtwerkeleiter Dominique Kinzkofer und SWN-Projektleiter Peter Stemmer – hatte als besten Anbieter das Büro Krieger Architekten aus Velbert (Nordrhein-Westfalen) ausgewählt.

Forderung nach Rückstellung

Zunächst meldete sich Stadtrat Richard Graf (CSU) zu Wort. Er regte an, die Entscheidung zurückzustellen. Es habe eine Reihe von Veränderungen gegeben, die ihn daran zweifeln lasse, dass es rund um das Ganzjahresbad genug Parkplätze gebe. Es sei versäumt worden, der Bevölkerung zuzuhören, sagte Graf weiter. Er fordere den Mut, die Planungen kritisch zu hinterfragen. Das Bad werde zurecht gewünscht, allerdings zeichne sich schon jetzt ein Park- und Verkehrschaos ab: „Wir tun den Bürgern massiv was an.“

Scharfe Kritik gab es auch von seinem Fraktionskollegen: Markus Ochsenkühn bezeichnete die Öffentlichkeitsarbeit für das Ganzjahresbad als „katastrophal“ und „schlechtes Marketing“: „Keiner weiß, was da hinkommt.“ Was seiner Meinung nach fehle: Eine Bürgerversammlung mit den Anwohnern und Gespräche mit Vereinen, die das Bad nutzen. Die städtische Infopolitik sei „mangelhaft“. Kritik an den Plänen äußerten auch die Stadträte von FLitZ: Johann Georg Gloßner sagte, das Bad ziehe Verkehr in ein Wohngebiet, wo er nicht hingehöre: „Das Bad muss raus.“ Dieter Ries bezeichnete die Situation um das Bad als „nicht zufriedenstellend gelöst“.

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Der Ehrenpräsident des Bayerischen Schwimmverbands hatte die Pläne kritisiert.

Oberbürgermeister Thomas Thumann (UPW) konterte, es gebe seit Jahren keine neue Sachlage. Bisher seien schon drei bis vier Millionen Euro im Auftrag des Stadtrats vergeben worden – eher sogar noch mehr. Der Stadtrat müsse nun das Rückgrat haben, zu seiner Entscheidung für das Ganzjahresbad an der Stelle des bisherigen Freibads zu stehen, schließlich habe es bisher schon mehrere Beschlüsse des Stadrats gegeben. Das Ganzjahresbad habe mehr Parkplätze, als die Bauordnung vorschreibe – und bei Bedarf könne die Stadt auch noch weitere hinzufügen. Er verwies außerdem auf den Zeitplan: In der nächsten Bausenatssitzung solle es um die Baugenehmigung gehen, in der Märzsitzung des Stadtrats um den Bebauungsplan. Ebenfalls im März seien die ersten Straßensperren für Arbeiten zum Bad geplant. Verzögerungen seien nicht nur fatal für die Pläne, sondern auch für die Außenwirkung der Stadt.

Hinweis auf den Zeitplan

Kinzkofer wies darauf hin, dass die Stadt laut Notarvertrag mit dem Landkreis ab dem 1. Januar 2020 das Hallenbad übernehmen müsse, sollte es bis dahin kein Ganzjahresbad geben. Jetzt das Vorankommen zu verzögern, wirke sich auf den gesamten Terminplan aus – und Luft gebe es darin kaum.

So soll das Bad aussehen. Foto: Endlein

Wittmann sprach von Populismus in der Diskussion. Seit fast 40 Jahren werde jedes Projekt in Neumarkt auf die Parkplatzfrage heruntergebrochen – von der Reitstadelsanierung in den 70er-Jahren über die Marktstraße in den 80ern bis zum Neuen Markt und dem Ganzjahresbad. „Man kann nicht Ganzjahresbadsex haben und keine Kinder wollen“, formulierte es Wittmann. Zweite Bürgermeisterin Gertrud Heßlinger (SPD) forderte die Stadträte auf, positiv an das Ganzjahresbad heranzugehen. Zu Wort melden würden sich nur die Kritiker: „Viele Bürger freuen sich aber auf das Bad.“ Ihr Fraktionskollege Günther Stagat sagte, auch er sei nicht immer mit allen Planungen zum Ganzjahresbad einverstanden gewesen. Es kennzeichne aber einen Demokraten, sich dem Beschluss der Mehrheit zu beugen. Auch Johanna Stehrenberg meldete für die Grünen Unterstützung für die Vergabe an: Sie verwies unter anderem darauf, dass das Bad gut mit dem ÖPNV zu erreichen sei.

Nach langer Diskussion genehmigte der Stadtrat schließlich die Vergabe – gegen die Stimmen von Ries, Gloßner, Ursula Plankermann (SPD) und Helmut Jawurek (CSU). Er werte den Beschluss als „klares Signal, an diesem Punkt weiterzuarbeiten“, sagte Thumann abschließend.

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