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Kultur

Dem Mythos John Lennon auf der Spur

Der Kopf der Beatles war mehr als nur ein Musiker. Achim Amme und Volkwin Müller zeigten dies bei einer Lesung in Neumarkt.
von Michael David

Achim Amme (l.) und Volkwin Müller gestalteten eine Lesung mit Musik zu John Lennon. Foto: David

Neumarkt.Als das Licht im Gewölbekeller der Krümperstallung am Residenzplatz heruntergedimmt wurde, erinnerte das Bild, das sich bot, an eine Installation von Andy Warhol. Das rote Sofa im Hintergrund, die gelb leuchtende Lampe auf dem Tisch, die roten und blauen Lichtkegel, deren Übergänge ein kräftiges Violett ergaben und zwei gut ausgeleuchtete Akteure, die sich in diesem farbenfrohen Szenario sichtlich wohl fühlten.

John Lennon gilt als einer der bedeutendsten Musiker des 20. Jahrhunderts. Foto: UPI

Da wäre zum einen Achim Amme, Hamburger Autor, Schauspieler und Musiker, der die wegweisende John-Lennon-Biografie des englischen Biografen und Journalisten Philip Norman vorstellte. Norman ist beileibe kein Unbekannter. Seine Biografien über Buddy Holly, The Rolling Stones und Elton John gelten als gerade, ehrlich und gut recherchiert.

Der zweite im Bunde zeigte sich als ausgesprochener John-Lennon-Fan. Volkwin Müller, Sänger und Gitarrist, zeigte mit seiner Herangehensweise an John Lennons Werke und seinen Interpretationen, wie zeitlos diese Musik sein kann – auch ohne sich an den Originalarrangements zu orientieren.

Zur Person

  • Herkunft:

    John Winston Lennon wurde am 9. Oktober 1940 in Liverpool geboren. Sein Vater war Handelsmatrose.

  • Musik:

    Lennon ist Mitbegründer der Beatles, für die er – neben Paul McCartney – die meisten Stücke schrieb.

  • Friedensaktivist:

    Bekannt wurde Lennon auch durch seinen Einsatz für den Frieden. Nach der Trennung der Beatles startete Lennon eine erfolgreiche Solokarriere mit Alben wie Imagine (1971).

  • Tod:

    Lennon wurde 1980 vom geistig verwirrten Attentäter Mark David Chapman in New York erschossen.

„All You Need Is Love – Lennons letzte Jahre“ lautete das Programm des vergangenen Freitagabend in der Residenz. Es war ein bewegender, sehr persönlicher Rückblick auf die Pop-Ikone John Lennon. Der Brite war der charismatische Kopf der Beatles. Seine musikalische Inspiration und die hintergründigen Texte begründeten den Mythos der Fab Four aus Liverpool.

Nach dem Ende der Beatles nutzte John Lennon zusammen mit seiner Lebensgefährtin Yoko Ono seinen Ruhm für politisches Engagement. „Give Peace A Chance“ und „Imagine“ wurden zu Hymnen der Friedensbewegung. Und noch heute, über 30 Jahre nachdem er vor seiner Wohnung in New York von einem geistig verwirrten Fan ermordet wurde, erreicht seine Stimme die ganze Welt.

An diesem Abend konzentrieren sich Achim Amme und Volkwin Müller jedoch ausschließlich auf die Zeit nach den Beatles und den Umzug nach New York. Mit Gefühl und Humor offenbarten Amme und Müller die ersten Schritte seiner Solokarriere und die Höhen und Tiefen seiner Ehe mit Yoko Ono. Selbstzerstörerische Alkoholexzesse wechselten mit musikalischen Sternstunden wie etwa das Zusammentreffen mit Elton John.

„All You Need Is Love – Lennons letzte Jahre“ beleuchtet eindrucksvoll die Wandlung vom Rockstar zum fürsorglichen Vater bis hin zu dem tragischen Ende 1980. Es war ein unterhaltsamer Abend, der das Leben und die Musik des John Lennon durch Lesung und Musik so aussagekräftig widerspiegelte, dass man das Gefühl hatte, direkt dabei gewesen zu sein.

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