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Donnerstag, 17. August 2017 27° 2

Ehrenamt

Ein Leben für die Landwirtschaft

Der Bayerische Bauernverband ehrte sechzig Ortsobmänner und Ortsbäuerinnen. Auch in schwierigen Zeiten waren sie zur Stelle.
von Sabrina Leretz

Sie haben sich große Verdienste um den Bauernverband erworben (von links): Marianne Schmid, Willibald Gailler, Martin Schmid, Sieglinde Hollweck, Rita Götz, Stilla Klein, Konrad Maget, Albert Deß, Harald Gebhardt, Michael Gruber. Foto: Leretz

Neumarkt.Der Bayerische Bauernverband hat am Donnerstagabend über sechzig ehrenamtliche Ortsobmänner und Ortsbäuerinnen geehrt. Die Ehrenleute können auf ein jahrzehntelanges Engagement im Verband zurückblicken.

Zwei Mitglieder sind bereits seit einem halben Jahrhundert im Amt: Willibald Bogner und Albert Deß wurden für ihre 50-jährige Amtsdauer geehrt. Europaparlamentsmitglied Deß erhielt außerdem für seine hervorragenden Verdienste um die Landwirtschaft die „Goldene Ähre“.

De´ß ist seit 2004 Mitglied im Ausschuss für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung des Europäischen Parlaments. Trotz seiner politischen Tätigkeit habe der 70-Jährige seine Wurzeln nie vergessen, betonte Kreisobmann Michael Gruber: „Er macht nach wie vor seine Landwirtschaft in Röckersbühl und hat sich nie verbiegen lassen.“ Genau solche Mitglieder brauche der Bayerische Bauernverband, sagte Gruber.

Gerade in schwierigen Zeiten müsse man auch Mut beweisen. Kritik aus der Öffentlichkeit und immer weniger Fläche stellten die Landwirtschaft heute vor große Herausforderungen. Trotzdem sei die Branche bayernweit der drittgrößte Erwerbsbereich. „Zwölf Prozent der Erwerbstätigen in Bayern arbeiten in der Landwirtschaft“, so Gruber. Dafür brauche es gut ausgebildete Frauen und Männer, die den Beruf repräsentieren.

Die Aufgaben sind vielfältig

Repräsentation ist nur eine von vielen Aufgaben der Ortsobmänner und Ortsbäuerinnen. Stilla Klein ist seit dreißig Jahren Ortsbäuerin in Berg und wurde jetzt mit dem Titel Ehrenkreisbäuerin ausgezeichnet. Sie erklärte, welche Aufgaben das Amt mit sich bringt: „Die Ortsbäuerinnen sind hauptsächlich in der Bildungsarbeit und im sozialen Bereich tätig.“ Ein Beispiel dafür sei der bäuerliche Hilfsdienst, der Spenden für in Not geratene Bauernfamilien sammle.

Einen Überblick über die Geehrten finden Sie hier:

Bäuerinnen und Obmänner

  • 30 Jahre amtierend:

    Angelika Fiehl, Rita Hengelein, Wally Kienlein, Stilla Klein, Maria Liedlbier, Regina Mauderer, Elisabeth Mosandl, Barbara Pickl, Franziska Vetter, Barbara Wölfl, Maria Zoch, Josef Beer, Konrad Daum, Michael Feichtmeier, Johann Knerr, Michael Neumeyer, Josef Scheuerer, Karl Staudigl

  • 35 Jahre amtierend:

    Elisabeth Fink, Helga Heiselbetz, Anton Ferschl, Karl-Heinz Hundsdorfer, Johann Schuderer, Georg Stigler

  • 20 Jahre Amtsdauer, ausgeschieden:

    Elfriede Eichenseer, Maria Fersch, Gerbald Köhl, Georg Leithel, Johann Nutz

  • 25 Jahre Amtsdauer, ausgeschieden:

    Theresia Hummel, Elisabeth Lang, Gaby Sammiller, Wally Scheuerer, Maria Weigl, Georg Graf

  • 30 Jahre Amtsdauer, ausgeschieden:

    Katharina Schön, Georg Eichenseer, Franz Schön, Johann Vetter, Johann Weidinger

  • 35 Jahre Amtsdauer, ausgeschieden:

    Hildegard Mössler, Georg Eichenseer, Franz Schön, Johann Vetter, Johann Weidinger

  • 40 Jahre Amtsdauer, ausgeschieden:

    Walburga Dittenhofer, Xaver Fink, Johann Mederer, Erwin Neth

  • 50 Jahre Amtsdauer ausgeschieden:

    Willibald Bogner, Albert Deß

  • ausgeschiedene Kreisvorstandsmitglieder:

    Andreas Huber, Georg Karl, Peter Meyer, Christian Fuchs, Ingrid Leithel, Rita Nutz, Marita Schuderer, Maria Maget

  • „Silberne Ähre“:

    Sieglinde Hollweck, Maria Maget, Willibald Bogner, Michael Gruber

  • „Ehrennadel“:

    Konrad Maget

  • „Goldene Ähre“:

    Albert Deß

  • „Ehrenkreisbäuerin“:

    Stilla Klein

  • „Ehrenkreisobmann“:

    Martin Schmid

Ortsobmänner kümmerten sich dabei eher um agrarpolitische Themen. Politische Veränderungen, wie beispielsweise Änderungen der Erbschaftssteuer, würden von den Ortsobmännern an die Landwirte weitergegeben, erklärte Klein.

Die vielfältigen Aufgaben des Ehrenamts nehmen viel Zeit in Anspruch. Kreisbäuerin Sieglinde Hollweck betonte, dass sich das Engagement trotzdem lohne: „Der Bayerische Bauernverband ist unser Partner, unsere Gewerkschaft, unsere Familie. Dafür ein Ehrenamt auszuführen, ist schön.“ Wer am Donnerstag geehrt wurde, hat laut Hollweck Großartiges für den Berufsstand geleistet.

Gemeinsam mit Sieglinde Hollweck zeichnete Kreisobmann Michael Gruber die Ehrenamtlichen aus. Gruber ist der Nachfolger von Martin Schmid, der sein Amt nach zehn Jahren niederlegte und am Donnerstag den Titel Ehrenkreisobmann erhielt.

Landwirtschaft hat große Stellung

Auch Landrat Willibald Gailler meldete sich bei der Feierlichkeit zu Wort. Er bedauere, dass nicht mehr in allen Ortschaften des Landkreises landwirtschaftliche Betriebe vorhanden seien. Dabei hätte die bäuerliche Landwirtschaft eine große wirtschaftliche Stellung. Deshalb appellierte er: „Die Landwirtschaft muss weiterhin Mitte der Gesellschaft hier im Landkreis bleiben.“ Die Ortsbäuerinnen und Ortsobmänner müssten dabei die Brücke zur Öffentlichkeit schlagen.

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