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Donnerstag, 19. Oktober 2017 19° 3

Kultur

Eine geballte Ladung an Kreativität

Die „Neumarkter Kamingschichten“ feiern am Sonntag Premiere; die CD mit 14 Eigenkompositionen dazu wurde rechtzeitig fertig.
Von Franz X. Müller und Lothar Röhrl

„Musical“-Texter Franz X. Müller war auch für zwei der 14 Kompositionen verantwortlich. Die CDs präsentiert er hier mit den singenden Darstellerinnen Christa Recker (l.) und Cornelia „Conny“ Lang.Foto: Röhrl

Neumarkt. Ganz schön anstrengend waren die vergangenen Wochen, insbesondere die letzten Tage für die Mitglieder des Kamingschichten-Ensembles des Neumarkter Musical- und Theatervereins M.u.T. e.V., galt es doch neben der Probenarbeit noch die Songs für die CD zum Stück einzusingen. Und die ist jetzt fertig, und darauf sind alle richtig stolz. Und darum wurde schon vor der Premiere dort gefeiert, wo die ab kommenden Sonntag insgesamt sieben Aufführungen über die Bühne gehen werden: Im Johanneszentrum.

14 Songs sind es, die meist von Franz X. Müller, dem Schreiber des Stücks und Regisseur in Personalunion, abgemischt worden sind. Vom Rap über bluesige Stücke oder Balladen bis zu richtigem Rock’n’Roll: Der Bogen ist weit gespannt. Bei dieser neuen M.U.T.-Produktion gibt es gleich fünf Komponisten, die ihre Werke beigesteuert haben.

„Luggi“ Buchner kann auch Rap

Ludwig Buchner, seines Zeichens Instrumentallehrer, als Gitarrist und Bassist in der Region und darüber hinaus bekannt (aktuelle Formation: Dr. Nick), setzt mit seinen bluesigen gitarren- und bassbetonten Stücken besondere Akzente. Er lässt es aber auch beim Rock’n’Roll der 50er Jahre richtig krachen, insbesondere da Uwe Oesterling, „The Voice“ bei den Rock-Sixties, so richtig abrockt. Dass Buchner auch Rap kann, beweist er bei dem Jugend-Song „Ich bin ich und du bist du“.

Max Gmelch erzeugt mit seiner Ballade vom „Kloana Vogel“, der doch leben wollte, Gänsehautgefühl. Der Song handelt von einem jungen Mädchen, das von zu Hause wegläuft, weil es „der Muader ihr Gschrei“ nimmer aushält. Steffi Scheermann interpretiert das Lied sehr einfühlsam.

Marcel Estermann tritt in mehrfacher Hinsicht in die Fußstapfen von Max Gmelch. Er ist nicht nur wie schon bei mehreren früheren Produktionen als Komponist aktiv, er wird auch demnächst seine Ausbildung als Musiklehrer abschließen. Estermann hat dieses Mal zwei sehr gefühlvolle, durch ruhigen bis dramatischen Klaviersound dominierte Balladen beigetragen. In einer geht es um Briefe, in denen eine Liebe überdauert hat, die es so aber im wirklichen Leben nie gegeben hatte. In der zweiten Ballade geht es um die Erinnerung an eine Verflossene. Interpretiert werden seine Stücke von Conny Lang, Max Frank und Roland Pröbster, die vielen Neumarktern von diversen Bands her bekannt sein dürften.

Alois Dorner, Chef dieses Theatervereins und Darsteller des „Ofensetzers Städtler“ in diesem Stück, hat den zu seiner Rolle gehörigen Ofensetzersong selbst komponiert und eingesungen, mit Unterstützung seines Gesellen Ludwig Haas. Er setzt mit diesem Erstlingswerk ein Ausrufezeichen. Da ist sicher noch mehr zu erwarten.

Eine wirkliche Entdeckung ist Leon Bungert. Wollte er zunächst nur seinen „Ich steh im Regen-Blues“ vertonen, machte er sich dann auch noch mit viel Gespür für die richtige Stimmung an den Song „Wenn das schon alles war“, einem Lied über die Midlife-Crisis einer Hausfrau.

Und schließlich komponierte er auch noch das hymnenhaftig-angelegte Finale: „Schmeiß des alte Glump weg!“ Bei seinem Blues wird es auf der Bühne nicht die CD-Version zu hören geben, er wird sich selbst auf der Gitarre begleiten.

Den Ersthörern gefiel es sehr

Die Texte zu den Songs stammen aus der Feder von Franz X. Müller, der viele Anregungen aus dem Ensemble aufnehmen konnte. Zuletzt hat er auch zwei Songs selbst vertont: Die Moritat von der schönen Mondnacht („Der Mond scheint heut so wunderbar“) und den „Song vom Morgenblues“, in dem es um den geregelten Tagesablauf eines nachtaktiven älteren Herrn geht. Dieser wird von Manfred Winter, unterstützt durch seine Bluesharp, eindrucksvoll zu Gehör gebracht.

Natürlich wurde die CD dieser Tage nicht nur angehört, sondern auch ausgiebig besprochen. Dafür, dass sie nicht im professionellen Studio, sondern im Musiksaal der Schule oder im Band-Probenraum aufgenommen wurde, sei sie durchaus anhörbar bis sehr gut geworden. Das war jedenfalls das Meinungsbild der Ersthörer, die ja überwiegend Beteiligte gewesen seien, aber durchaus kritisch zugehört hätten – wie Franz X. Müller unserer Zeitung berichtete. Natürlich würden sich alle freuen, wenn die Neumarkter zuhauf die Aufführungen im Johanneszentrum besuchen würden, um sich zu überzeugen, dass es die Sängerinnen und Sänger sowie die Musiker auch live drauf haben.

Zudem gibt es eine Einlage der „Funny Rollers“, der Rock’n’Roll-Abteilung der DJK Neumarkt zu sehen – und dazu Uwe Oesterling zu hören.

„Neumarkter Kamingschichten“

  • CD als Beigabe:

    Die CD mit den 14 Liedern des Musicals wird es übrigens als Dreingabe zum Programmheft für die Besucher des Musicals für nur einen Euro geben.

  • Kompositionen:

    Den Löwenanteil der 14 Lieder komponierte Ludwig Buchner. Er steuerte fünf bei. Es folgen Leon Bungert (3), Marcel Estermann (2), Franz X. Müller (2) sowie jeweils eine Komposition von Max Gmelch und Alois Dorner.

  • Aufführungen:

    Premiere ist am kommenden Sonntag ab 19.30 Uhr im Johanneszentrum Neumarkt. Danach folgen im März jeweils um 19.30 Uhr Aufführungen am 11., 12., 13., 18., 19. und 20. März.

  • Eintritt:

    14 und zwölf Euro (ermäßigt: zehn und acht).

  • Vorverkauf:

    Tourist-Info im Rathaus. (lr)

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