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Mittwoch, 16. August 2017 25° 6

Interview

Eine Hilfe ab dem ersten Atemzug

Was kann eine Hebamme zur psychischen Gesundheit eines Kindes beitragen? Eine ganze Menge, wie Anita Buchner erklärt.
Von Eva Gaupp

Eine Familienhebamme hilft Eltern, vom ersten Tag ein inniges Verhältnis zu ihrem Kind zu entwickeln. Foto: Arno Burgi

Neumarkt.Wie vielen Kindern sie bereits auf die Welt geholfen hat, weiß Anita Buchner gar nicht mehr so genau. 80 bis 100 Kinder im Schnitt pro Jahr, schätzt sie. Macht bei 15 Berufsjahren zwischen 1200 und 1500 Kinder. „Es ist einfach wunderschön.“ Weil die 40-Jährige auch Sozialpädagogik studiert hat, war sie jedoch nicht nur als Hebamme im Neumarkter Klinikum im Einsatz, sondern über den Allgemeinen Sozialen Dienst und später über „KoKi – Netzwerk frühe Kindheit“ als sozialpädagogische Familienhebamme. Inzwischen gehört sie fest zum KoKi-Beratungsteam im Neumarkter Landratsamt und arbeitet nicht mehr als Hebamme.

Als solche hatte sie Frauen in der letzten Phase der Schwangerschaft und während der ersten Lebensmonate ihres Babys im Alltag begleitet. Frauen in eher schwierigen Lebensumständen: Minderjährige, Alleinstehende, Frauen in einer krisenbehafteten Partnerschaft oder mit finanziellen Problemen. Während die gesetzliche Krankenkasse in der Regel nur bis zum dritten Lebensmonat eines Kindes eine Hebamme finanziert, kann eine Familienhebamme über Koki länger der Mutter zur Seite stehen. Außerdem müssen keine Anträge gestellt werden und Kosten fallen auch nicht an. Die trägt das Jugendamt.

Die Bedürfnisse der Mutter

Die Aufgaben einer Familienhebamme sind vielfältig und richten sich nach den Bedürfnissen der Mutter: Von der Organisation eines Geburtsvorbereitungskurses, über Tipps zur Ernährung von Mutter und Kind, der Pflege des Säuglings, bis zur Beratung bei der notwendigen Ausstattung und der Unterstützung bei Behördengängen. „Aber das Wichtigste ist die Beziehung zwischen Mutter und Kind“, sagt Anita Buchner.

Ziel sei es, die Rahmenbedingungen so optimal zu gestalten, dass das Kind in eine harmonische Umgebung hineingeboren wird. Das ist Prävention in seiner reinsten Form. Denn eine stabile liebevolle Beziehung zwischen Mutter bzw. Eltern und Kind ist die beste Voraussetzung dafür, dass sich ein Kind psychisch gesund entwickeln kann. „Auch eine Frau muss erst einmal in die Mutterrolle hineinwachsen“, sagt Anita Buchner. Es gehe darum, die Signale des Säuglings richtig zu deuten, die Bedürfnisse zu erkennen. Natürlich könne man Ratgeber lesen – doch die Tipps im Alltag umzusetzen, sei noch einmal etwas anderes.

Die Hebammen helfen weiter

Zweimal pro Woche sind Familienhebammen in der Familie. Die Dauer richtet sich nach dem Bedarf. Sie stellen auch Kontakt zu anderen Beratungsstellen her, verweisen beispielsweise auf Mutter-Kind-Gruppen, sind als Partner von Koki Teil eines landkreisweiten Netzwerks von Experten und Fachstellen. Ist die Mutter noch minderjährig, schaut die Familienhebamme, welche Betreuungsmöglichkeiten es gibt, damit sie trotzdem ihren Schulabschluss machen – und anschließend einen Beruf lernen kann.

„Die meisten Familienhebammen sind 24 Stunden erreichbar“, sagt die 40-Jährige, die selbst ein Kind hat und gerade aus der Elternzeit kommt. Insgesamt kann Koki auf derzeit fünf Familienhebammen zurückgreifen, die eine Zusatzqualifikation samt Prüfung absolviert haben müssen.

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