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Schicksal

Geborgenheit auf dem letzten Weg

Zuhause zu sterben, ist ein Wunsch vieler Schwerstkranker. Ab Herbst ist das in Neumarkt durch Palli Vita häufiger möglich.
Von Claus Gehr

Dank Spezialisierter ambulanter Palliativversorgung sollen Schwerstkranke künftig in ihrem gewohnten Umfeld bleiben können. Foto: dpa

Neumarkt.Man kann nur erahnen, was diese Diagnose in einem Menschen bewirkt. Wenn die schlimmsten Befürchtungen Realität werden und eine unheilbare Krankheit plötzlich Gewissheit wird, bricht eine Welt zusammen. Den eigenen Tod vor Augen bekommen Menschen in Neumarkt und Umgebung in dieser schweren Zeit beispielsweise Hilfe vom Hospizverein oder der Palliativstation am Neumarkter Klinikum. Dieses Angebot wird nun durch einen weiteren Mosaikstein ergänzt. Unter dem Fachbegriff Spezialisierte ambulante Palliativversorgung soll durch Palli Vita voraussichtlich schon ab Herbst diesen Jahres möglichst vielen Betroffenen der Wunsch erfüllt werden, in den eigenen vier Wänden versorgt und betreut zu werden.

Diakon Detlef Edelmann (links) und Manfred Wendl (rechts) sind Geschäftsführer der Palli Vita GmbH. Foto: Palli Vita

Palli Vita wurde als GmbH eigens für den Zweck der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung für den Landkreis Neumarkt, den Raum Amberg-Sulzbach und der Stadt Amberg gegründet. Gesellschafter dieser GmbH sind aktuell die Kliniken des Landkreises Neumarkt, die Caritas Sozialstation Neumarkt, das Bayerische Rote Kreuz, Kreisverband Neumarkt, das Diakonische Werk Altdorf-Hersbruck-Neumarkt, der Hospizverein Amberg und das Klinikum St. Marien Amberg. Zudem besteht eine Kooperation mit dem Hospizverein Neumarkt, der allerdings nicht zu den Gesellschaftern gehört, besteht. Als Geschäftsführer der neuen Gesellschaft sind Diakon Detlef Edelmann, Vorstand des Diakonischen Werkes Altdorf-Hersbruck-Neumarkt, und Manfred Wendl, Vorstand des Amberger Klinikums, bestellt worden.

Ein Netzwerk von Spezialkräften

„Es gibt bei der Versorgung von Schwerstkranken Leistungen, die der niedergelassene Arzt der Hospizverein oder die Pflegestation nicht erfüllen können“, erklärt Wendl den Ansatzpunkt für das neue Angebot. Ziel von Palli Vita sei es, Betroffenen eine möglichst hohe Lebensqualität im häuslichen Umfeld zu ermöglichen und sie und ihre Familie zu Hause palliativmedizinisch zu zu begleiten.

Bei regelmäßigen Besuchen kontrollieren die Mitglieder des multiprofessionellen Teams die Krankheitssymptome der Betroffenen und beobachten den Krankheitsverlauf. Geplant sind auch eine 24-Stunden-Rufbereitschaft der Pflegefachkräfte und Fachärzte. „So kann schnell reagiert werden, wenn ein Patient beispielsweise dringend eine Schmerztherapie benötigt“, erklärt Wendl.

Eng eingebunden ist auch die psychosoziale Unterstützung der Patienten und ihrer Angehörigen. Bei der Betreuung der Patienten soll eng mit niedergelassenen Ärzten, dem Hospizverein, den Kirchen und ambulanten und stationären Einrichtungen in der Region zusammengearbeitet werden. „Einen Schwerpunkt bildet die Versorgung von Krebspatienten“, erklärt Manfred Wendl. „Deshalb besteht unter anderem auch eine enge Kooperation mit den Onkologischen Zentren am Klinikum St. Marien Amberg und am Klinikum Neumarkt.“

Hilfe durch Palli Vita

  • Beratung:

    Die Palli Vita GmbH ist auf dem Weg zum Aufbau einer Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung für Menschen mit einer unheilbaren Krankheit im Bereich der Landkreise Neumarkt und Amberg-Sulzbach bereits beratend tätig. Ziel ist dabei in Zusammenarbeit mit anderen Stellen die Optimierung der häuslichen palliativen Versorgung.

  • Kontakt:

    Am Klinikum in Neumarkt ist Palli Vita durch Sylvia Gawel, Tel. (0 91 81) 4 20 58 00 oder (01 60) 2 50 02 71 vertreten. Bürozeiten sind Montag, Dienstag und Donnerstag jeweils von 10 bis 12 Uhr.

Zum Team von Palli Vita gehören niedergelassene Ärzte und Gesundheits- und Krankenpfleger(innen) mit besonderen Kenntnissen in der Palliativmedizin, sowie geschulte Sozialpädagogen, Psychologen und Seelsorger. Das Team arbeitet bei der Versorgung der Patienten Hand in Hand mit dem Hausarzt und eventuell schon tätigen ambulanten Pflegediensten. Damit Betroffene nun baldmöglichst Spezialisierte ambulante Palliativversorgung in Anspruch nehmen können, wurde nun von Palli Vita die nächste Hürde in Angriff genommen. Dafür muss ein Versorgungsvertrag mit den Krankenkassen geschlossen werden. Diese prüfen dafür nun, ob Palli Vita dafür auch alle Voraussetzungen erfüllt.

Hausarzt stellt Bedarf fest

„Der Antrag an die Krankenkassen ist bereits gestellt“, sagt Diakon Detlef Edelmann. „Wir gehen davon aus, dass wir nach der Sommerpause im Herbst mit der ambulanten Palliativversorgung starten können.“ Auch Wendl ist bester Dinge, dass es sich bei der Prüfung durch die Kassen letztlich nur noch um eine Formalie handelt. Der Schritt sei aber deshalb unbedingt erforderlich, damit später die Kosten für die individuellen Leistungen der Spezialisierten ambulanter Palliativversorgung auch von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Im Fall der Fälle muss der Hausarzt dann nur noch beim Patienten den Bedarf für eine Spezialisierten ambulanter Palliativversorgung feststellen.

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