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Neumarkt
Sonntag, 29. März 2015 7

Gemeinderat

Schlossgraben mit Leben erfüllen

Den Markträten von Pyrbaum wurde in der jüngsten Sitzung der erste Entwurf zur Neugestaltung vorgestellt. Weiteres Thema war die Wasserversorgung.
von Heike Regnet

Landschaftsarchitekt Robert Wenk und Petra Dvorakova haben viele Ideen für die Gestaltung des Schlossgrabens. Foto: Regnet

Pyrbaum.Der Schlossgraben in der Mitte von Pyrbaum war das zentrale Thema der Marktgemeinderatssitzung am Mittwoch. Landschaftsarchitekt Robert Wenk hatte die Ideen des Arbeitskreises zur Neugestaltung aufgegriffen und zeigte, wie man sie am besten in die Tat umsetzen könnte.

„Durch die Sanierung und Gestaltung soll öffentliches Leben in den Platz kommen“, definierte Bürgermeister Guido Belzl das Ziel. Begeistert vom Areal war Landschaftsarchitekt Robert Wenk vom Büro ver.de: „Es ist keine alltägliche Aufgabe, in solch historischem Ambiente zu planen.“ Im Arbeitskreis vor Ort sind bereits Ideen gesammelt worden, die nun alle in die Planung Eingang gefunden haben.

Wieder Wasser in den Graben

Drei Zugänge könnten künftig in den Schlossgraben führen, einer davon als Wendeltreppe am Turm hinunter zum Graben. Der Teich, der im Augenblick von Pflanzen überwuchert ist, soll freigelegt werden und auch eine Kneippanlage könnte einige Meter daneben Platz finden. „Das Thema Wasser im Schlossgraben hätte ja eine gewisse Logik“, sagte Planer Wenk.

Im Schatten der Kirche soll eine natürliche Bühne angelegt, die Böschung als Zuschauertribüne genutzt werden. Ein Großteil der Obstbäume soll erhalten bleiben, auch könne ein Teil der Wiese bleiben und ein Erlebnispfad für Kinder ausgemäht werden könnte. Ein Teil der Fläche wird mit Schotterrasen befestigt. Damit biete der Schlossgraben Möglichkeiten für Konzerte, Theater und Open-Air-Kino, Gartencafé, Feiern im Zelt oder Märkte.

Zuschüsse müssen geklärt werden

Rund 150 000 Euro werde die Umsetzung des Konzepts kosten, das nun an die Städtebauförderung eingereicht wird, um Zuschussmöglichkeiten zu klären. Belzl ergänzte: Noch heuer werde die Pfarrei die Sanierung der Kirchenmauern in Angriff nehmen. Dabei sollen Gespräche zur Abstimmung der geplanten Projekte stattfinden. Sanierungsbedarf bestehe zudem an der Mauer auf der gegenüberliegenden Seite des Schlossgrabens. Dort sollen zunächst die Eigentumsverhältnisse geklärt werden.

Grundsätzlich zeigten sich alle Markträte vom Entwurf begeistert, einzig die Kneippanlage wurde infrage gestellt, da dort der Ärger beim Unterhalt vorprogrammiert sei, hieß es.

Ein weiteres Thema war die Trinkwasserversorgung. Dazu lag ein Antrag der Freien Wähler Pyrbaum vor, dass der Markt die Forderung des Gemeindetags unterstütze, eine Ausnahmeregelung für die Trinkwasserversorgung bei der neuen EU-Richtlinie zur Konzessionsvergabe zu fordern. Bürgerbegehren laufen auf europäischer und nationaler Ebene sagte Belzl, der den Antrag unterstützte. Albert Sandmair sah im Antrag eine „Gespensterdiskussion“, da niemand beabsichtige, die Trinkwasserversorgung in Pyrbaum zu privatisieren. Stefan Zeltner hielt dagegen, dass das Thema sehr wohl auch Pyrbaum betreffen könnte. So müsse auch die Konzession für Strom inzwischen EU-weit ausgeschrieben werden. Dirk Lippmann plädierte, ein symbolisches Zeichen zu setzen und ein Schreiben an die entsprechenden Stellen zu versenden. Gegen drei Stimmen wurde beschlossen, das Schreiben auf den Weg zu bringen.

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