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Neumarkt
Freitag, 18. August 2017 27° 2

Kultur

Stühle als Quell innerer Heiterkeit

Am Wochenende stehen die Ateliers im Kunsthof Klapfenberg offen. Matthias Schlüters Objekte zaubern ein Lächeln auf die Gesichter der Betrachter.
Von Peter Tost

  • Matthias Schlüters Objekte habe ihre ganz eigene Spannung. Fotos: Tost
  • Außer Objekten zeigt der Künstler auch Bilder.

Parsberg. Alle zwei Jahre findet die Aktion „Offenes Atelier“ der Mitglieder des Kunstkreis Jura Neumarkt statt. Im südlichen Landkreis hat sich der Kunsthof Klapfenberg als Ausstellungsort für elf Künstler etabliert.

Sechs Künstlerinnen der Ateliergemeinschaft sowie fünf weitere Künstler des Kunstkreises präsentieren am Samstag und am Sonntag ihre Arbeiten in den Ateliers des Kunsthofs im Wohnhaus und in den Nebengebäuden. Einer von den Gastausstellern ist Matthias Schlüter, der mit seinen außergewöhnlichen Stuhl-Objekten für Aufsehen sorgt.

Der 1952 in Berlin geborene freischaffende Künstler erhielt schon als 40-Jähriger den Kunstpreis der Stadt Ingolstadt. Themen seiner Bilder sind vor allem Menschen, Landschaften, Städte, Verkehr und Technik. Bekannt sind auch seine Bilder, die dem Thema Bier gewidmet sind.

In die Länge gezogen

Matthias Schlüter beschäftigt sich aber auch mit Objektkunst, wobei es ihm Stühle besonders angetan haben. Indem er sie schmal und in die Länge gezogen verfremdet, wirken sie ausgesprochen heiter. „Das finde ich nett, da Kunstobjekte sonst oft etwas furchtbar Ernstes haben“, sagt er.

Im Kunsthof sind die Scheunen jetzt mit Lichtfenstern versehen und das ehemalige Futterpodest wurde um einen halben Meter abgesenkt, so dass eine neue große rustikale Ausstellungsfläche entstanden ist, berichtet Hanna Rothenbücher, die zusammen mit Regine Scholtyssek den Kunsthof Klapfenberg gegründet hatte.

Die zarten schwarz-weiß Aquarelle von Brigitte Demmel und die Figurengruppen aus Bronze, Stein und Papier von Regine Scholtyssek kommen dort besonders gut zur Geltung – der große Raum ermöglicht einen „weiten“ Blick. Beide Künstlerinnen bestücken noch ihre eigenen Ateliers mit Skulpturen und Werken für die Wand.

Sybille Fenzel und Gerhard Linhart malen experimentell, großformatig und farbig. Ihre Werke können auf dem 250 Quadratmeter großen Kuhstalldach gut „atmen“ und sich entfalten, ohne dass es zu eng wird.

Hanna Rothenbücher gestaltet in ihrem Atelier, der ehemaligen Maschinenhalle, in diesem Jahr wieder eine Gesamtinstallation. Ihre neusten Arbeiten aus Holz bleiben in ihren Aussagen ganz nah der Geschichte des Materials verbunden, aus dem sie stammen. „Sei es ein Teil des großen Apfelbaums, der jetzt tanzt, oder eine Linde, die in Erinnerung bleiben soll“, erklärt die Künstlerin.

Claudia Borcherts Atelier im ersten Stock ist wieder eine Fundgrube für Strandgut, aus denen sie zarte Objekte zaubert. Ebenso zart wirken ihre Tuschezeichnungen, die Strich für Strich die Seele einer Blüte oder aufgeplatzten Kastanie erfassen.

Nähmaschine statt Pinsel

Christine Scheuerer-Grötsch malt mit der Nähmaschine. Ihre Bilder aus Stoffresten geben Landschaftsimpressionen wieder. Gekonnt setzt sie den farbigen Nähmaschinenstich ein wie andere einen Pinsel.

Luise Lukas hatte die Besucher schon vor zwei Jahren in die Welt des selbstgeschöpften Papieres entführt. Johann Tischinger ist bei Ausstellungen im Kunsthof regelmäßig vertreten. Seine Holzskulpturen zeigen sein großes Können in der figürlichen Darstellung des Menschen. Ergänzt werden diese Arbeiten noch durch farbenfrohe Bilder.

Helga Loré schließlich ist eine ausgesprochen vielseitige Künstlerin. Der Werkstoff Ton liegt ihr genauso wie der Stein. Im Mittelpunkt aller Arbeiten steht auch bei ihr der Mensch. Aber auch mit Farbe arbeitet die Künstlerin expressiv und intensiv, und überträgt das wieder auf ihre Porträts aus Ton, die dadurch Anklänge an „Pop-Art“ haben.

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