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Neumarkt
Dienstag, 21. November 2017 7

Stadtrat

Trotz Protests einstimmiges Votum

Nicht alle Bürger sind mit der Neugestaltung der Segelaustraße einverstanden. Die Räte stimmten dem Plan dennoch zu.
Von Heike Regnet

  • Die geplante Neugestaltung der Segelaustraße in Burggriesbach sorgte dafür, dass einige Bürger vor der Stadtratsitzung ihre Meinung deutlich zeigten.
  • Soll die Wiese vor der Wallfahrtskirche ein Parkplatz werden? Fotos: Regnet

Freystadt.„Lebt Demokratie - Bezieht die Bürger wirklich ein - Gebt uns mehr Zeit - Stimmt mit Nein!“ stand auf den Handzetteln, die Bürger aus Burggriesbach den Stadträten am Dienstagabend in die Hand drückten. Ihr Protest ging gegen die Neugestaltung der Segelaustraße in Burggriesbach, die an diesem Abend zur Beschlussfassung anstand.

Bürgermeister Alexander Dorr informierte die Räte zunächst über den aktuellen Stand. Geplant sei über das Förderprogramm ELER die Segelaustraße neu zu gestalten. Im Juli hatte hierzu ein Workshop mit den Bürgern stattgefunden. Landschaftsarchitekt Karl Spindler erstellte hierauf eine erste Planung, die bei der Bürgerversammlung am 5. September in Burggriesbach vorgestellt wurde. Ende September soll der Plan zum Wettbewerb, über den die Förderung läuft, eingereicht werden.

Segelaustraße wird neu gestaltet

Spindler stellte die geplante Maßnahme vor. Stichpunkte waren ein durchgehender Fußgängerbereich, eine barrierefreie Bushaltestelle, das Auflösen der bestehenden Verkehrsinsel, das Pflastern von Einmündungsbereichen und das Anlegen einer Stromtankstelle. Erneuert bzw. saniert werden Wasser- und Abwasserleitungen.

Grundsätzlich werde man auf der alten Trasse bleiben. Grünstreifen sollen geschaffen werden. 44 Grundstücke sind von der Neugestaltung betroffen und werden anteilig an den Kosten von Gehweg und Grünflächen beteiligt. Während bei der Bürgerversammlung in Burggriesbach noch keine Kostenschätzungen vorlagen, informierte Spindler nun über die Zahlen. Rund 1,3 Millionen Euro werden investiert. Auf die Bürger müssten letztlich rund 150 000 Euro umgelegt werden. Die genaue Summe werde jedoch erst die Ausschreibung ergeben, mahnte Spindler.

Ludwig Schöll wünschte eine bessere Planung der Bushaltestelle. Durch eine Verlagerung der Straßentrasse könnte eine größere Haltestelle angelegt werden, damit die Kinder nicht mehr die Straße queren müssen. Dies bedeute enormen baulichen Aufwand, so Spindler. Abhilfe könnte schon schaffen, wenn der Bus nurmehr aus östlicher Richtung die Haltestelle anfahren würde. Nun soll beim Busunternehmer nachgefragt werden. Renate Großhauser wollte wissen, ob die Bürger am Projekt beteiligt wurden. Alle waren zum Seminar eingeladen, so Spindler. Die Kosten konnten nicht eher dargestellt werden, da erst am Montag die Berechnung vorgelegen habe.

Hans Gerngroß erklärte, dass zwar nicht alle Burggriesbacher Bürger einverstanden seien, so sein Eindruck aus der Bürgerversammlung, aber bei 50 Prozent Förderung sollte man die Möglichkeit nutzen. Statt des Pflasters, das viele als zu laut empfinden, könnte man durch farbigen Flüsterasphalt für eine optische Unterbrechung der Straße sorgen. Rudi Schiener sprach sich für die Neugestaltung aus. Inpunkto Pflaster gelte es die beste Lösung zu finden. Einstimmig fiel die Entscheidung, die Planung zum Wettbwerb einzureichen.

Groß war der Diskussionsbedarf zur Neugestaltung der Allee in Freystadt. Dipl. Ing. (FH) Architekt Bernhard Leitner stellte den Vorentwurf vor. Künftig sollten die vorhandenen Skulpturen am Weg mehr Bedeutung erhalten. Von der Stadt aus bis zur Schule sei eine einreihige Baumreihe angedacht. Danach werde die Allee zweireihig gepflanzt. In Höhe des Klosters könnte ein Busparkplatz angelegt werden. Angedacht hatte der Planer zudem das Auflassen des vorhandenen Weges im Gelände. Dem widersprachen die Räte vehement.

Möglich sei auch das Anlegen eines Bedarfsparkplatzes auf der Wiese zwischen Allee und Straße. Diese Idee wurde heftig im Rat diskutiert. Stefan Großhauser warnte davor, den Blick auf die Wallfahrtskirche zu behindern. Nahezu an jedem Wochenende sei Bedarf an Parkplätzen für Mehrzweckhalle und Sportgelände. Damit sei die Fläche stets zugeparkt. Hans Gerngroß hatte sich eine gestalterisch raffinierte Lösung für die Allee erhofft. „Für mich ist die Planung unterwertig.“ Lukas Lebherz plädierte für die Schlichtheit der Allee, die das Stadtbild seit Jahrhunderten präge. Die Planung soll nun weiter konkretisiert werden.

Defibrillatoren im Fokus

Zum Thema Defibrillatoren im Gemeindegebiet hatte die SPD-Fraktion den Antrag gestellt, dass die Stadt künftig für Wartung und Instandhaltung der Geräte in den Orten aufkomme, nicht die Vereine. Dorr erklärte, dass es derzeit zwölf Defis im Gemeindegebiet gebe. Übernehme die Stadt alle Kosten müssten bei Nachfrage alle 33 Ortsteile mit Defis ausgestattet werden. Sein Vorschlag: Die Stadt beteiligt sich an allen Kosten mit 50 Prozent, die Verantwortung bleibt bei Verein oder Dorfgemeinschaft.

Fabian Seitz plädierte dafür, alle Kosten zu übernehmen. So gehe es um 100 Euro pro Defi pro Jahr. Auch bei 33 Ortsteilen und 33 Defis sei dies sicher zu schultern. Lukas Lebherz sah dies genauso. „Das können wir uns doch leisten.“ Stefan Großhauser mahnte, dass das bestehende System bereits zweimal nicht funktioniert habe, also müsse man doch etwas ändern. Fünf Räte stimmten schließlich für den SPD-Antrag alle Kosten zu übernehmen, 15 dagegen. Angenommen wurde der Vorschlag Dorrs, 50 Prozent der Kosten zu tragen. 15 Räte waren dafür, fünf dagegen.

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