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Dienstag, 26. Juli 2016 29° 8

Angeschaut

Das Recht, ein Franke zu sein

Der zweite Franken-Tatort läuft im Frühjahr. In München hat der Bayerische Rundfunk am Freitag die ersten Bilder gezeigt.
Von Nikolas Pelke, MZ

Bei den Dreharbeiten im vergangenen Sommer: Andreas Senn (Regisseur), Eli Wasserscheid (Rolle: Kommissarin Wanda Goldwasser), Fabian Hinrichs (Rolle: Hauptkommissar Felix Voss) und Dagmar Manzel (Rolle: Hauptkommissarin Paula Ringelhahn). Foto: BR/Julia Müller.

München.Die Dreharbeiten sind gelaufen, die Bilder sind im Kasten. Nur bis zur Ausstrahlung der zweiten Folge müssen die Fans des Tatort aus Franken noch etwas gedulden: Erst im Frühjahr soll es soweit sein.

Einen ersten Blick auf den neuen Franken-Tatort „Das Recht, sich zu sorgen“ durften Filmkritiker bereits am Freitag in München werfen. Während in der Landeshauptstadt am Abend die Bayerischen Filmpreise vergeben werden, rollt der Bayerische Rundfunk bereits am Morgen seinen roten Teppich aus, um der Öffentlichkeit die Highlights des nächstes Jahres vorzustellen. Neben einem kleinen Tatort-Jubiläum (das Münchner Duo Batic und Leitmayr ermittelt heuer seit 25 Jahren rund um den Marienplatz) dürfte der Höhepunkt die Ausstrahlung des neuen Tatort aus Franken sein.

Es geht um Einsamkeit und drei Morde

In der dritten Reihe des Saales am Salvatorplatz hat die fränkische Crew einen perfekten Blick auf die Leinwand. Der neue (Andreas Senn) steckt mit dem alten Regisseur (Max Färberböck) die Köpfe zusammen, während die fränkischen Ermittler zwischen Würzburg und Nürnberg hin und her hetzen. Beim zweiten Fall haben die Kommissare aus dem nördlichen Teil des Freistaates alle Hände voll zu tun. Gleich drei Mordfälle erschüttern die Region.

Dagmar Manzel spielt wieder Kriminalhauptkommissarin Paula Ringelhahn. Foto: Pelke

„Die Stadt hat mich umgehauen. Fühlt sich an wie Prag oder Paris. Von Würzburg war ich wirklich sehr begeistert. Jetzt möchte ich nach Bamberg mit den verschiedenen Biersorten. Da möchte ich unbedingt einen Fall lösen. Das wäre schön. Ob das klappt, kann ich noch nicht sagen“, flüstert Schauspielerin Dagmar Manzel leise, während auf der Leinwand ihre Figur Paula Ringelhahn ein echtes Menschenherz in der Hand hält und sagt: „Hätte ich gar nicht gedacht, dass ein Herz so schwer ist.“

Schwer haben es auch die hart vom Schicksal getroffenen Protagonisten im zweiten Franken-Tatort. „Es geht darum der Einsamkeit zu entkommen. Sich das Recht zu nehmen, für sich und andere zu sorgen. Verschiedene Schicksale kommen zusammen. Zum Teil sehr anrührende Momente“, erzählt Dagmar Manzel leise. „Wir verknüpfen drei Geschichten mit Todesfolge miteinander, die sich alle um das Kernthema ,Einsamkeit` drehen“, schaltet sich Regisseur Andreas Senn ein. Das „Sorgerecht“ könne eben schlimme Folgen haben. „In unserem Fall erlebt mein nahezu ein perfektes Verbrechen“, kündigt Senn vielsagend an.

„Ein tolles Ensemble“

Irgendwie geht es also um das Unvermögen alleine zu sein. Während der Abspann läuft, philosophiert Senn weiter: Das Spannungsfeld zwischen Idylle und Abgrund habe ihn beim Drehen fasziniert. „Familien funktionieren auf dem Land per se nicht besser als in der Stadt.“ Wer hinter den drei Morden steckt, darf Senn nicht verraten. „Ich darf noch nicht einmal sagen, ob eine Frau oder ein Mann der oder die Mörderin ist“, sagt Senn. Zumindest einen „natürlichen Tod“ kann Senn ausschließen. Und über was hat Senn mit seinem Vorgänger Max Färberböck getuschelt? „Ich habe ihm gedankt für das tolle Ensemble, das ich von ihm übernehmen durfte. Er hat wirklich ein sehr außergewöhnliches und einnehmendes Team zusammengestellt“, lobt Senn seinen Vorgänger auf dem Regiestuhl.

Derweil hat der Run auf das Buffet begonnen. Filmschauen macht eben hungrig. Auch Andreas Leopold Schadt hat sich in die Schlange gestellt. „Heute entscheide ich mich für die Weißwurst“, sagt Schadt und lässt die „viel zu kleinen“ Nürnberger Würstchen in der silbernen Warmhalteschale liegen. Beim Würstchen-Aufspießen kommt man schnell ins Gespräch. Wie so die Arbeit an der neuen Folge gewesen ist? „Der Andreas Senn hat viel gelassen. Der Max Färberböck hat viel gesteuert. Aber beim ersten Franken-Tatort waren alle unter Strom. Jetzt kennt man sich einfach viel besser. Das macht das Miteinander vor und neben der Kamera wesentlich entspannter“, findet der Schauspieler aus Hof. Eli Wasserscheid aus Bamberg geht es genauso: „Beim ersten Tatort war die Anspannung einfach noch viel, viel größer“, sagt sie und beißt in eine Brezen. Plötzlich stehen sie alle zusammen. Der halbe Franken-Tatort. Nur Oberkommissar Fabian Hinrichs und dieser ständig grantige Leichendoktor Matthias Egersdörfer fehlen. Die Stimmung ist trotzdem dufte. Fastnacht in Franken ist nichts dagegen. Weil jetzt erinnern sich alle an die Drehzeit im Sommer zurück. An dieses kleine Fachwerk-Gasthaus im Wald. „Dieser Wirt in Rockenbrunn: Der war der Hammer. Wir durften alles haben!“, wundert sich Regisseur Senn noch immer über so viel Nächstenliebe. Aber so sind sie halt, die Franken. Sie werden mit jeder Folge netter.

Alles rund ums Fernsehen lesen Sie in unserem MZ-Spezial „Angeschaut“.

Erste Bilder vom zweiten Franken-Tatort

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