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Region Nürnberg
Mittwoch, 13. Dezember 2017 11

Sommer

Der Wöhrder See – fast wie im Urlaub

Immer mehr Menschen genießen das kostenlose Strandvergnügen. Demnächst soll auch die grüne Liegewiese freigegeben werden.
Von unserem Nürnberg-Korrespondenten Nikolas Pelke

Lieben den Strand: Die Studentinnen Katharina, Christine und Anne kommen fast jeden Tag hierher. Foto: Pelke

Nürnberg. Katharina, Christine und Anne sind perfekt ausgerüstet für die neue Badebucht am Wöhrder See in Nürnberg. „Das Wasser ist top. Wir kommen fast jeden Tag nach der Uni zum Baden und zum Sonnen hierher. Heute haben wir sogar unsere Luftmatratzen dabei“, freut sich Christine, die an der Ohm-Hochschule in Nürnberg studiert.

Toll finden die drei Freundinnen, dass es vom Hörsaal bis zum Strand nur ein Katzensprung ist. Zum Strandglück würden eigentlich nur noch Toiletten und ein Kiosk mit Biergarten fehlen. „Und die Steine sind hier zum Liegen etwas hart. Wir freuen uns schon, wenn der grüne Rasenstrand demnächst endlich eröffnet wird“, sagt Katharina und zeigt auf den großen Bauzaun rund um die neu angelegte Kuschelwiese für empfindliche Strandanbeter.

Mit Paddel und Surfbrett unterwegs

Eigentlich sollte die neue Liegewiese schon vor über zwei Wochen eröffnet werden. Eine große Hinweistafel bitte die Besucher derzeit noch um Verständnis, dass der Rasen „voraussichtlich bis Mitte Juni“ gesperrt bleiben müsse. Das staatliche Wasserwirtschaftsamt hat sich wohl aus Angst um das frische Grün noch etwas Zeit mit dem Abtransport der Absperrgitter gelassen. Mit kurzer Verspätung scheint die Eröffnung allerdings nun kurz vor der Tür zu stehen. In der nächsten Woche soll die Rasenfläche für die Sonnenanbeter geöffnet werden, verspricht ein Gärtner, der sich noch im Auftrag des Freistaates um das Anwachsen der letzten, frisch gesäten Grashalme kümmert.

Hier sehen Sie ein Video von der Flutung der Norikusbucht im August 2016:

Die Laune von den Absperrgittern vertreiben lassen sich die Besucher freilich nicht. „Der Beach hier ist richtig cool“, freuen sich Michelle und Leon auf ihrer kultverdächtigen Tigerdecke. Nebenan stehen drei Freunde bis zu den Hosenbeinen im Wasser und werfen sich eine Frisbee-Scheibe zu. Derweil gleitet Flo lautlos über den See. „Macht richtig Laune, mit dem Paddel und dem Surfbrett über den See zu fahren“, freut sich der coole Surfer vom Wöhrder See, der von vielen Einheimischen halb neckisch, halb liebevoll nur noch „Söderstrand“ genannt wird.

Badesee im Herzen der Stadt

  • Lage:

    Der Wöhrder See erstreckt sich vom Stadtteil Wöhrd bis Mögeldorf und Erlenstegen. Bei einer Gesamtfläche von 52 Hektar ist er rund 2,6 Kilometer lang und zwischen 100 und 200 Meter breit.

  • Zwei Seen:

    Der See besteht aus zwei miteinander verbundenen Teilen: Dem Oberen Wöhrder See mit einer Länge von 1400 Metern und dem Unteren Wöhrder See mit einer Länge von 1200 Metern. Für den Hochwasserschutz wurde mit dem Bau des Pegnitz-Stausees im Jahr 1968 begonnen. Der obere Teil soll der Natur vorbehalten bleiben, der untere Teil der Naherholung dienen.

  • Wasserqualität:

    Das staatliche Wasserwirtschaftsamt Nürnberg prüft die Wasserqualität des Sees kontinuierlich. Der See wird nach den chemischen, physikalischen und biologischen Werten her in die Gewässergüteklasse II (mäßig belastet) eingestuft. Damit liegt er im Bereich der meisten Gewässer in Bayern. Bei starkem Regen tritt zeitweise eine höhere Belastung mit Keimen auf.

  • Unliebsame Strandgäste:

    Alle Besucher am Sandstrand werden gebeten, keine Essensreste zu hinterlassen und Wasservögel nicht zu füttern, um keine unliebsamen Strandgäste anzulocken.

Schließlich hatte Finanz- und Heimatminister Markus Söder (CSU) vor über fünf Jahren die Idee, den alten Stausee in seiner Heimatstadt auf Vordermann zu bringen. Der Freistaat investierte rund 13 Millionen Euro in die Frischzellenkur und entfernte 30 000 Kubikmeter Schlamm aus dem einst besonders im Sommer übel riechenden Tümpel. Neben einem Bachlauf für Kinder und einem Boulevard für Flaneure wurde ein Sandstrand und die Badebucht für Sonnenanbeter und Badefreunde angelegt.

„Der neue See wertet die Uni und die Stadt total auf.“

Die drei Badenixen

Mittlerweile kann man sogar über einen Damm fast wie Jesus „über den See“ spazieren gehen. Sogar die klamme Stadt nimmt über drei Millionen Euro in die Hand, um den Uferbereich einen neuen zeitgemäßeren Look zu verpassen. So viel Einsatz für die Schönheit und die Lebensqualität in ihrer Stadt sind die Nürnberger eigentlich von Stadt und Kommune nicht gewohnt. Umso mehr freuen sich die meisten über die positiven Veränderungen. „Der neue See wertet die Uni und die Stadt total auf. Das ist hier fast wie Urlaub“, sind sich die drei Freundinnen einig und paddeln mit ihren Matratzen hinaus auf den neuen Badesee im Herzen der Stadt.

„Macht richtig Laune“: Surfer Flo ist mit Brett und Paddel unterwegs. Foto: Pelke

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