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Mittwoch, 29. Juni 2016 26° 2

Museum

Deutsches Museum soll auch nach Nürnberg

Das Deutsche Museum in München soll eine Zweigstelle in Nürnberg bekommen. Ein Standort wird derzeit gesucht.

Das ehemalige Kaufhof-Gebäude am Aufseßplatz in Nürnberg ist als einer von mehreren möglichen Standorten für den geplanten Ableger des Deutschen Museums in Nürnberg im Gespräch. Foto: dpa

Nürnberg.Das Deutsche Museum in München soll eine Zweigstelle in Nürnberg bekommen. Noch vor der Sommerpause soll die Standort-Frage entschieden sein, wie Bayerns Finanzminister Markus Söder (CSU) der Deutschen Presse-Agentur sagte. Die Vorbereitungen seien „auf einem gutem Weg“. Das Deutsche Museum ist eines der größten naturwissenschaftlich-technischen Museen der Welt – mit jährlich mehr als einer Million Besucher.

Derzeit liefen Verhandlungen über mehrere denkbare Standorte im Nürnberger Stadtgebiet, sagte Söder. Das Deutsche Museum habe auch bereits erste inhaltliche Planungen mit technologischen Schwerpunkten gemacht, „die gut zur Region passen wie beispielsweise Energietechnik“. Umgesetzt werden soll das Millionenprojekt bis 2018/2019.

Finanzierung noch unklar

Derzeit wird noch über die Finanzierung diskutiert. Der Freistaat hat als Anschub bereits acht Millionen Euro eingeplant. Das Projekt ist Teil der Ende 2014 beschlossenen „Nordbayern-Initiative“. Söder betonte: „Am Geld wird es nicht scheitern.“ Gute Ideen fänden immer Unterstützer. Wie stark sich der Freistaat langfristig beteiligt, ist noch unklar. Das Deutsche Museum sei jedoch eine selbstständige Anstalt, die der Freistaat schon bisher mit 30 Millionen Euro im Jahr unterstütze, so Söder.

Der Bonner Ableger des Deutschen Museums steht inzwischen vor dem Aus. Die Stadt als Geldgeber hat den Vertrag für Anfang 2018 gekündigt. Dies könne in Bayern nicht passieren, sagte Söder. „Da stehen wir als Freistaat selbst dahinter.“

Eigenständiger Charakter

Zum Konzept wollte sich der Finanzminister noch nicht im Detail äußern. Dies sei derzeit noch in der Abstimmung zwischen dem Museum, dem Kultus- und dem Finanzministerium. Söder sagte nur so viel: „Es soll etwas Besonderes werden, nicht nur ein Ableger von München. Es muss einen eigenständigen Charakter haben und dem Niveau des Deutschen Museums entsprechen.“ Wichtigstes Ziel sei, ein interaktives Angebot auch für Schulklassen und Studenten zu machen – projektorientiert und nicht als reines Vitrinen-Museum.

Auch die Frage der Größe und Mitarbeiterzahl werde derzeit noch geklärt. Je nachdem, welcher Standort am Ende gewählt werde, könne man die Ausgestaltung flexibel „an die Lokalität anpassen“, sagte Söder. Ein möglicher Standort sei der Aufseßplatz in der Südstadt, wo ein jahrelang leerstehendes Kaufhof-Gebäude nun einen neuen Eigentümer hat, der das Haus abreißen und hier neu bauen will. Der Standort des Deutschen Museums müsse in jedem Fall zentral sein. „Es soll kein Vorstadtmuseum werden“, sagte Söder.

Vieles noch in der Schwebe

Nürnbergs Kulturreferentin Julia Lehner begrüßt die Einrichtung des Museums. „Das wird uns gut tun und die Attraktivität der Region weiter erhöhen“, sagte sie. Die Nürnberger Landtagsabgeordnete Verena Osgyan (Grüne) sagte, sie hoffe, dass das Museum noch in dieser Legislaturperiode gebaut werde. Je länger sich die Verhandlungen hinziehen, desto schwieriger werde das.

Immer wieder fahre die Staatsregierung in Nordbayern eine „ambitionierte Ankündigungspolitik und dann zieht es sich in die Länge“, sagte Osgyan. Besser sei es, Projekte erst anzukündigen, wenn die Rahmenbedingungen geklärt sind. „Vieles aus dem Nordbayern-Plan ist noch in der Schwebe. Da kann noch viel schief gehen.“

Zwischen Ostern und Pfingsten solle der Generaldirektor des Deutschen Museums, Wolfgang Heckl, im Wissenschaftsausschuss des Landtags zu den bisherigen Planungen informieren. Hier erhoffe sie sich Antworten zur Standortfrage und zum laufenden Unterhalt. (dpa)

Weitere Bericht aus Bayern lesen Sie hier.

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