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Region Nürnberg
Montag, 26. Juni 2017 30° 3

Neujahrsempfang

Frauen werden immer noch diskriminiert

Renate Schmidt kritisiert die Umsetzung der Frauenquote. Die Silvesternacht habe nur „scheinbar feministische“ Folgen.

Claudia Specht (l.) empfing Renate Schmidt (Mitte) und Ingrid Hofmann (r.). Foto: Kurt Fuchs/efF

Nürnberg.Aufbruchstimmung beim vierten Neujahrsempfang von erfolgsfaktor FRAU e.V. (efF) im Schauspielhaus Nürnberg: Mehr als 160 Gäste aus Politik, Kultur, Wirtschaft, Wissenschaft, Bildung und Verwaltung aus der Metropolregion stießen am Sonntag mit Claudia Specht, Vorsitzende von erfolgsfaktor FRAU, mit Renate Schmidt, Bundesfamilienministerin a.D. und Schirmherrin des Vereins, sowie mit Generalkonsulin Ingrid Hofmann, I.K. Hofmann GmbH und Sponsorin der Veranstaltung, auf 2016 an.

In den Gesprächen wurde schnell klar: In Sachen „Frauen in Führungspositionen“ ist noch viel Engagement in Wirtschaft, Gesellschaft und Politik erforderlich.

Renate Schmidt griff in ihrem Grußwort die „scheinbar feministische Diskussion“ nach den Silvester-Ereignissen auf: Es gehe derzeit eben kein „frauenfreundlicher Ruck“ durch die Gesellschaft, auch und gerade nicht im Zusammenhang mit den massiven Vorfällen in Köln und anderen Städten. „Damit wird nur bisherige Frauendiskriminierung durch heutige Fremdenfeindlichkeit ersetzt.“

Wie es tatsächlich um die Frauenfreundlichkeit im Lande stehe, zeige die Umsetzung des seit Anfang Januar geltenden sogenannten Quoten-Gesetzes für mehr Frauen in Führungspositionen: Viele Verantwortliche in den Unternehmen glaubten immer noch, „dass das Gesetz so ernst nicht gemeint sei oder sie gar nicht betroffen wären“, beklagte Schmidt.

Einen echten Ruck für ein erfolgreiches Jahr für Frauen wünschte sich Renate Schmidt auch beim Thema Ehegattensplitting, Minijob und beitragsfreie Mitversicherung. „Wir leisten es uns in Deutschland immer noch, durch falsche Anreize eine bestens ausgebildete Frauengeneration von der Erwerbstätigkeit abzuhalten – sofern die Frauen verheiratet sind.“

Denn in der Lohnsteuerklasse V als logischer Fortsetzung des Ehegattensplittings zeige spätestens der Blick auf den Nettolohn den erwerbstätigen Frauen, wie wenig ihre Arbeit nach jahrelanger Ausbildung und aufreibendem Engagement zwischen Beruf und Familie in Euro wert sei. Spätestens wenn die Ehe scheitere, räche sich das besonders.

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