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Region Nürnberg
Donnerstag, 23. November 2017 10° 4

Gesundheit

Leben mit einer Herzschwäche

Wegen keiner anderen Krankheit landen so viele Menschen im Krankenhaus – in Nürnberg findet am Samstag ein Infotag statt.

Hunderttausende Menschen in Deutschland tragen einen Herzschrittmacher. Dieser wird zur Behandlung von langsamen Herzrhythmusstörungen eingesetzt. Foto: Bundesverband Medizintechnologie (BVMed)

Nürnberg.Um möglichst viele Menschen über den richtigen Umgang mit der Herzschwäche zu informieren, veranstaltet das Cardionet Noris am Samstag von 10 bis 14 Uhr den Patiententag „Besser leben mit Herzschwäche“ im Marmorsaal (Gewerbemuseumsplatz 2). Die Informationsveranstaltung ist kostenlos, Anmeldungen sind nicht nötig.

Herzinsuffizienz, wie die Herzschwäche auch genannt wird, ist eine der häufigsten Erkrankungen überhaupt und eine der häufigsten Ursachen für eine Krankenhauseinweisung. Doch noch immer unterschätzen viele Patienten die Krankheit und deren Auswirkungen auf die Lebensqualität und -dauer – so nimmt die Belastbarkeit der Menschen bei fortschreitender Erkrankung immer mehr ab. Und trotz Fortschritten in der Therapie sterben immer noch knapp 50 Prozent der Erkrankten innerhalb von fünf Jahren.

„Auf Krebs reagieren die Menschen viel sensibler.“

Prof. Dr. Matthias Pauschinger

„Auf Krebs reagieren die Menschen viel sensibler“, beobachtet Prof. Dr. Matthias Pauschinger, Chefarzt im Klinikum Nürnberg. Er setzt in der Behandlung der Volkskrankheit Herzschwäche auf die enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Ärzten und die Kommunikation mit den Patienten. „In den letzten Jahrzehnten konnte durch eine verbesserte Medikation die Therapie deutlich verbessert werden, hier sind in nächster Zeit keine weiteren Innovationen mehr zu erwarten“, sagt Pauschinger. Durch eine engmaschige Betreuung der Patienten durch die Ärzte sowie durch Änderungen im Lebensstil ließen sich jedoch beeindruckende Ergebnisse erzielen, wie Beispiele aus den USA oder Schweden zeigten.

Nicht zu viel trinken

Neben der regelmäßigen Einnahme der Medikamente trage insbesondere ein gesunder Lebensstil zur Herzgesundheit, nicht nur im Krankheitsverlauf, sondern bereits präventiv.

Dr. Volkmar Männl, niedergelassener Internist und Kardiologe sowie stellvertretender Vorstand des Gesundheitsnetzes QuE Nürnberg, rät den Patienten zu einer ausgewogenen mediterranen Kost mit viel Obst und Gemüse, zu einer Reduzierung von Risikofaktoren wie Rauchen, Alkohol oder Übergewicht sowie zu regelmäßiger Bewegung.

Liege eine Herzschwäche vor, sei auf eine Trinkmenge von höchstens 1,5 bis 2 Liter pro Tag zu achten, damit es nicht zu unerwünschten Wassereinlagerungen komme. Diese Einlagerungen seien häufig das erste Warnsignal dafür, dass irgendetwas nicht mehr stimme. Patient sollten daher bei plötzlicher Gewichtszunahme sofort den Arzt aufsuchen, um die Medikation überprüfen und gegebenenfalls neu einstellen zu lassen.

Damit alle Therapieoptionen gut ineinandergreifen, arbeiten das Klinikum Nürnberg und das Gesundheitsnetz QuE Nürnberg seit mehreren Jahren im Cardionet Noris zusammen. So ist am Klinikum Nürnberg eine Pflegeexpertin für Menschen mit Herzschwäche im Einsatz, die Patienten der Klinik berate und regelmäßig offene Patientenschulungen anbiete. Dieser Einsatz werde aber von den Kassen leider nicht bezahlt, so Pauschinger.

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