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Post für das holländische Königspaar

Jeroen Roubroeks hat den Besuch von Willem-Alexander und Maxima in Nürnberg miterlebt. Jetzt schenkt er ihnen ein Fotoalbum.
Von Isolde Stöcker-Gietl, MZ

So stach Jeroen Roubroeks in Oranje beim Königsbesuch in Nürnberg aus der Menge heraus. Foto: Böhm

Nürnberg.Little Holland liegt gleich hinter dem Weißen Turm. Seit 17 Jahren lebt Jeroen Roubroeks in Nürnberg. Einer von über 300 Niederländern in der Stadt. Im vergangenen Jahr zeigten Zeitungen in ganz Deutschland das Gesicht des 37-Jährigen. Er war der Mann in Oranje, der mit Cowboyhut und Fahne das niederländische Königspaar Willem Alexander und Maxima bei seinem Besuch in der Frankenmetropole willkommen hieß. Alle verfügbaren Zeitungen hat Jeroen Roubroeks von diesem Tag gesammelt. Beim Archivieren kam ihm die Idee, die Erinnerungen an diesen Tag mit dem Königspaar zu teilen.

Das dunkelblaue Fotoalbum mit dem Ledereinband ist noch nicht fertig, als es Roubroeks beim Besuch unseres Medienhauses vorsichtig auf den Tisch legt. Gut vier Wochen hat er noch Zeit, dann soll das Geschenk im niederländischen Königshaus eintreffen – pünktlich zu König Willem Alexanders 50. Geburtstag. Roubroeks hat Oberbürgermeister Ulrich Maly angeschrieben und um ein paar Zeilen gebeten. „Ich bin sehr gespannt, ob er schreibt“, sagt der 37-Jährige. Die dritte Seite in seinem Album hat er jedenfalls für den Brief freigelassen.

Sehr beliebt, umgänglich, volksnah

Roubroeks schwärmt vom niederländischen Königshaus. „König Willem Alexander, Maxima und die Kinder sind beim Volk sehr beliebt, sie sind umgänglich und volksnah.“ Schon Königsmutter Beatrix habe diese Nähe vorgelebt und ihre Söhne entsprechend erzogen, ist der Wahl-Nürnberger überzeugt. „Die Holländer identifizieren sich mit ihrer Monarchie.“ Das liegt für Roubroeks auch an der Lockerheit, mit der sich die königliche Familie präsentiert. „Da ist schon ein gewaltiger Unterschied zu anderen Königshäusern.“

Das niederländische Königspaar beim der Ankunft am Nürnberger Tucherschloss. Foto: Schönberger

Als Willem-Alexander und Maxima für 14. April 2016 ihren Besuch in Nürnberg ankündigten, war Roubroeks deshalb fest entschlossen, den Tag an allen öffentlichen Plätzen mitzuverfolgen. Ein Oranje-Outfit musste er sich nicht eigens besorgen, es war schon vorher bei Fußballspielen im Einsatz. „Ich hatte eigentlich erwartet, dass mehr Niederländer in entsprechender Kleidung oder mit Fahnen unterwegs sein würden.“

Die erste Station des Königspaares in der Öffentlichkeit war am Nürnberger Tucherschloss. Zuvor hatten sie das Siemens-Werk in Erlangen besucht. Roubroeks erinnert sich, wie die dunkle Limousine mit flottem Tempo einfuhr, die Nürnberger jubelten und Fähnchen schwenkten – und dann aber nicht das Königspaar sondern Innenminister Joachim Herrmann aus dem Wagen stieg. „Das stand so sicher nicht im Protokoll“, ist er sich sicher. Überhaupt beobachtete der Niederländer an diesem Tag sehr genau, wie das Königspaar in Nürnberg empfangen wurde. „Finanzminister Markus Söder suchte augenscheinlich die Nähe von Maxima.“ Das belegen auch die Fotos, die die Fotografen schossen.

Jeroen Roubroeks zeigt sein Fotoalbum, das er Willem-Alexander zum 50. Geburtstag schenken wird..Foto: Stöcker-Gietl

Aber auch Roubroeks kam dem Königspaar sehr nahe. Am Tucherschloss steuerte König Willem Alexander auf den Mann in Oranje zu und schüttelte ihm die Hand. Auch beim anschließenden Bad in der Menge am Rathausplatz, war noch einmal die Gelegenheit, um ein paar Worte zu wechseln. Was der König genau zu ihm sagte, daran kann sich Roubroeks nicht mehr

erinnern. „Es war ein freundlicher Gruß auf holländisch.“ Auch zum Dürermuseum begleitete Roubroeks „sein“ Königspaar, bevor es zurück in die Niederlande reiste.

Spargel statt Rostbratwürste

„Willem Alexander und Maxima legen bei ihren Reisen ein hohes Tempo an den Tag, sie essen auch mal eine Wurstsemmel im Bus, um ihr Pensum zu schaffen und abends Zeit für die Kinder Amalia, Alexia und Ariane zu haben“, erzählte ein niederländischer Journalist, der das Paar nach Nürnberg begleitete. In der Frankenmetropole gab es allerdings keine Bratwurstsemmel zwischendurch, sondern ein Menü von Zwei-Sterne-Koch Andre Kothe vom Nürnberger „Essigbrätlein“. Er servierte Spargel in verschiedenen Variationen und Petersilieneis.

Impressionen vom Besuch des Königspaares in Franken im vergangenen Jahr:

Das niederländische Königspaar zu Gast in Franken

Jeroen Roubroeks serviert zu seinem Album voller Erinnerungen holländisches Waffelgebäck. „Ich finde es sehr schön, dass das Königspaar so enge Beziehungen zu Deutschland pflegt. Die beiden Länder können auch voneinander lernen: Deutschland ist streng und gut organisiert, in den Niederlanden läuft alles etwas lockerer. Aber wir haben ähnliche Werte und das ist eine gute Basis.“ Eine Basis, an der Roubroeks, der internationale Betriebswirtschaft studiert hat, gerne mitarbeiten würde. „Enge Bande zwischen den Niederlanden und Franken knüpfen, das wäre etwas, was mir auch beruflich Spaß machen würde.“ In seinem Geburtstagsgruß an den König will er das zumindest anklingen lassen. Auf die Antwort auf sein Fotoalbum ist Roubroeks jedenfalls schon sehr gespannt. „Aber da werde ich mich wohl etwas gedulden müssen.“

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