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Region Nürnberg
Dienstag, 21. November 2017 7

Freizeit

Sommerkino läuft bestens in der City

Kino unter freiem Himmel erfreut sich in Nürnberg großer Beliebtheit. Was genau so gut ankommt, beantwortet Ute Schreiner.

So wie hier im Tiergarten kann man während des Sommernachtfilmfestivals an vielen weiteren ungewöhnlichen Orten Kino genießen. Foto: Wittmann

Nürnberg.Sommer in der Stadt heißt in Nürnberg auch immer Kino unter freiem Himmel. Beim „30. Sommernachtfilmfestival“ sind heuer in Nürnberg, Erlangen und Fürth rund 100 Filme zu sehen. Traditionell werden die Leinwände vor malerischen Kulissen wie der Katharinenruine aufgebaut. Zum Konzept gehören auch außergewöhnliche Spielorte. In diesem Jahr mutierte bereits ein Schrottplatz zum Freilichtkino. Wir haben mit Ute Schreiner vom Verein „Mobiles Kino“ über den bisherigen Verlauf des Kinosommers in Franken gesprochen. Dabei ist herausgekommen, dass Regen beim Kino unter freiem Himmel nicht schlecht sein muss und dass manche Filme einfach nicht totzukriegen sind.

Frau Schreiner, welche Halbzeitbilanz ziehen Sie für das 30. Sommernachtfilmfestival?

Die ersten Tage war das Wetter wunderbar. Da kamen die Besucher in Scharen. Der Regen hat uns später im weiteren Verlauf des Festivals schon zu schaffen gemacht. Beim Dauerregen kommen natürlich nicht so viele Besucher wie in einer lauschigen Sommernacht. Was mich immer begeistert ist, dass nicht wenige Besucher auf den Regen pfeifen und trotzdem kommen. Manche bringen Regenschirme mit. Anderen kommen mit einem großen Pavillon. So wird Kino trotz Regens zum romantischen Erlebnis.

Hat es heuer schon einen dieser magischen Sommerkinoabende gegeben?

Wir haben an einem Abend im Fußballstadion den Fußballfilm „You’ll never walk alone“ gezeigt. Dieser Film erzählt die erstaunliche Geschichte der wohl bekanntesten Fußballhymne der Welt. Die Kulisse war einfach wunderbar. 300 Leute haben den Film auf der Haupttribüne gesehen. Die Leinwand stand knapp neben dem heiligen Rasen des 1. FC Nürnberg. Der Regisseur des Film, André Schäfer, war da und hat über seinen Film gesprochen. Mit dabei an diesem Abend waren besonders viele Fußballfans. Das hat diese Filmnacht vielleicht so stimmungsvoll gemacht.

Welcher Film ist in diesem Jahr der absolute Publikumsrenner?

Die Frage würde ich eindeutig mit „Willkommen bei den Hartmanns“ beantworten. Die Komödie mit Senta Berger, Heiner Lauterbach, Elyas M’Barek läuft demnächst noch einmal im Stadtpark in Fürth. Fast ausverkauft ist auch die Kinovorführung am Dienstag im Tiergarten. Im Zoo wird passenderweise der Film „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ aus dem „Harry Potter“-Universum gezeigt. Für diesen magischen Abend gibt es sogar noch Karten. Im Internet kann man noch bis 15 Uhr eine Karte kaufen. An der Abendkasse gibt es ab 18 Uhr sicher auch noch Restkarten. Das Publikum fasziniert einfach die einzigartige Atmosphäre im Tiergarten. Die Besucher genießen die Kombination aus echten Tiere und tollem Kino. Das Gesamtpaket macht diesen Abend offensichtlich für die Besucher so attraktiv. Wann kommt man schon für elf Euro in den Genuss eines Tiergarten- und Kinobesuchs? Die Leinwand ist auch ganz idyllisch aufgebaut. Direkt neben dem Steinbock-Gehege. Fürchten man muss sich also nicht vor dem fürchterlichen Geheul der Löwen.

Welchen Erfolg können Sie sich überhaupt nicht erklären?

Ich finde es schon immer wieder erstaunlich, dass „Macho Man“ in jedem Jahr ausverkauft ist. Viele Besucher kennen alle Dialoge auswendig. Manche Besucher kommen jedes Jahr, um diesen in Nürnberg gedrehten Trash-Kino-Klassiker zu sehen. Der Film, obwohl oder weil er so schräg ist, genießt in Nürnberg einfach Kultstatus. Den dürften wir wohl auch in hundert Jahren nicht aus dem Programm nehmen. Der muss einfach in jedem Sommer in der Katharinenruine laufen. Wer für Dienstag keine Karten bekommen hat, den kann ich trösten. Für den Wiederholungstermin am 25. August in der Katharinenruine gibt es noch Karten.

Auf welchen Film freuen Sie sich persönlich in diesem Jahr?

Ich freue mich auf den Dokumentarfilm „Original Copy“ aus Indien, der am 21. August im Krafft’schen Innenhof beim Rathaus gezeigt wird. In dem Film geht es um die alte Kinokultur der Zelluloidstreifen, die durch die Digitalisierung wohl bald auch in Indien untergehen wird. Das wird sicherlich ein sehr nostalgischer Kinoabend. Und die Location ist auch einfach der Hammer.

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