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Region Nürnberg
Montag, 22. Januar 2018 5

Gesundheit

Wie gefährlich ist Taekwondo wirklich?

Eine Studie des Klinikums Nürnberg und der Paracelsus-Privatuniversität soll klären, wie hoch das Verletzungsrisiko ist.
Von Katrin Böhm

Bei Jugendlichen ist Taekwondo sehr beliebt. Foto: EPA/Jalil Rezayee

Nürnberg.Schnell muss man sein und dynamisch. Konzentriert, diszipliniert und bereit, für moralische Werte einzustehen – Taekwondo hat sich in der Region Nürnberg in den vergangenen Jahren zum Trendsport entwickelt. Schon Vierjährige gehen nach dem Kindergarten zum Taekwondo. Eltern versprechen sich davon, dass ihre Kinder nicht nur Sport machen, sondern dabei auch Anstand lernen.

Über die gesundheitlichen Risiken der Sportart ist aber wenig bekannt – eine Studie soll nun klären, wie groß diese tatsächlich sind. Ärzte und Studenten der Paracelsus Privatuniversität in Nürnberg und der Klinik für Unfall- und Orthopädische Chirurgie des Klinikums untersuchen, welche Verletzungen und körperliche Schäden bei Kindern und Jugendlichen, die Taekwondo betreiben, auftreten.

„Taekwondo ist besser als sein Ruf.“

Dr. Markus Geßlein, Oberarzt am Klinikum Nürnberg

Grundsätzlich sagt Dr. Markus Geßlein, Oberarzt der Klinik für Unfall- und Orthopädische Chirurgie: „Taekwondo ist besser als sein Ruf.“ Zum einen aufgrund seiner Schutzmaßnahmen an Kopf, Händen und Beinen, zum anderen aufgrund seiner strengen Regeln. Und: Taekwondo habe „positive Auswirkungen auf Fitness und Konzentrationsfähigkeit“.

Der Nürnberger Orthopäde betreut seit Jahren Taekwondo-Sportler, unter anderem Athleten des Olympiastützpunkts Nürnberg. Er sagt: Beim Boxen sind „die Risiken ungleich höher“. Auch Fußballer seien viel stärker verletzungsgefährdet und würden sich häufiger schwerer verletzen.

Studie dauert 20 Monate

Jedoch gibt es bislang nur wenige Untersuchungen, sagt der Nürnberger Oberarzt – das soll sich nun mit der Studie ändern. Um Überlastungsschäden und Verletzungen systematisch zu erfassen, werden Kinder und Jugendliche, die Taekwondo ausüben, engmaschig begleitet. Zusätzlich werden über einen Zeitraum von mindestens 20 Monate etwa 40 Schüler zwischen vier und 16 Jahren der Nürnberger Taekwondo-Schule Özer (Bundesstützpunkt der Deutschen Taekwondo-Union) untersucht.

5000 Euro von Stiftung

Dokumentiert werden unter anderem der Trainingsumfang, die Teilnahme an Wettkämpfen und die Benutzung von Hand-, Fuß- und Kopfschutz. In einer Voruntersuchung werden die körperliche Konstitution und bereits bestehende Probleme erfasst. „Unsere Studie soll dazu beitragen, dass diese Sportart sicherer wird und man mögliche Schäden besser einschätzen kann“, so Geßlein.

Unterstützt wird die Studie mit 5000 Euro von der Dr. Hans und Dr. Elisabeth Birkner Studie.

Nürnberg und Taekwondo

  • Wichtige Stadt:

    Nürnberg ist eine der Taekwondo-Hochburgen in Deutschland und ein Zentrum für weltweit erfolgreiche Taekwondo-Athleten. Die beiden international erfolgreichsten Trainingszentren bei Europa- und Weltmeisterschaften sowie bei Olympischen Spielen sind nach Auskunft des Klinikums in Nürnberg beheimatet.

  • Neues Zentrum:

    Für das Jahr 2018 ist die Eröffnung eines neuen Bundesleistungszentrums Taekwondo geplant.

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