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Nürnberg
Samstag, 20. Januar 2018 10

Jahresrückblick

2017 hielt Nürnberg in Atem

Das vergangene Jahr stand für die Stadt Nürnberg im Zeichen des anhaltenden Wachstums mit all seinen Herausforderungen.

Wie hier die Sonne über der Nürnberger Kaiserburg neigt sich auch das Jahr 2017 dem Ende entgegen. Zeit für einen Jahresrückblick. Foto: Daniel Karmann

Nürnberg.2017 ist Geschichte: Doch erinnert man sich wirklich noch an das Geschehene? Die MZ frischt das Gedächtnis auf und hat dafür einen Blick ins Archiv geworfen. Welche Schlagzeilen bestimmten das Leben 2017 in Nürnberg? Hier kommt eine Auswahl:

Eine eigene Universität für Nürnberg

Nürnberg. Studenten gibt es in Nürnberg zwar schon jetzt rund 20 000 an diversen Zweigstellen von Hochschulen, eine eigene Universität hat Nürnberg als einzige deutsche Großstadt über 500 000 Einwohner aber bislang nicht. Das soll sich künftig ändern, wie die bayerische Staatsregierung im Mai verkündete. Nach langem Tauziehen verkündete Ministerpräsident Horst Seehofer, dass im Süden Nürnbergs auf einem großen Gelände an der Brunecker Straße ein eigenständiger Uni-Standort entstehen soll.

Viele Millionen Euro sollen in einen eigenen Uni-Standort in Nürnberg fließen. Foto: Daniel Karmann/dpa

Erste Schätzungen gehen von einer Bauzeit von mindestens einem Jahrzehnt und Kosten von mindestens einer Milliarde Euro aus. Der Uni-Campus soll Platz für 6000 Studierende, 100 neue Professoren-Stellen und mehrere Lehrstühle bieten, die sich mit Bereichen wie Mobilität der Zukunft, Energieforschung, Robotik, Leistungselektronik und Sicherheit in der Informationstechnik kümmern sollen.

Polizeieinsatz gegen Anti-Abschiebe-Demo

Im Juni machte eine Polizeiaktion in Nürnberg Schlagzeilen. Vorausgegangen war eine Demonstration von Schülern an der Berufsschule am Berliner Platz, die sich gegen eine Abschiebung eines jungen afghanischen Mitschülers aus dem Unterricht heraus zu mit einer Sitzblockade zur Wehr setzten. Dabei kam es zu Auseinandersetzungen mit der Polizei.

Gegen die Abschiebung eines jungen Afghanen regte sich in Nürnberg heftiger Widerstand. Foto: Alexander Heinl

Beide Seiten machten jeweils der anderen für die Eskalation verantwortlich. Die Demonstranten warfen der Polizei ein unverhältnismäßig hartes Vorgehen vor, Innenminister Joachim Herrmann nahm die Polizei in Schutz und sprach davon, dass „linksautonome Chaoten“ die Demo unterwandert hätten. Auf beiden Seiten kam es zu Verletzten. Auch im Landtag war der Einsatz Thema. Im Herbst wurde einer der Demonstranten wegen Körperverletzung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Gegen weitere Demonstranten sowie Polizisten laufen noch Ermittlungen.

Prostituiertenmorde halten Polizei auf Trab

Nicht nur im Franken-Tatort geschehen Morde in Nürnberg, auch in der Realität gab es im vergangenen Jahr Tote in der Frankenmetropole. Im Frühling hielt eine Mordserie die Stadt Nürnberg in Atem. Ende Mai brachte der zunächst unbekannte Täter eine rumänische Prostituierte um, nur wenige Tage später tötete er eine 44-jährige Prostituierte, die aus China stammte. In der Folge verlebte die Region einige unruhige Tage, in denen die Polizei in einschlägigen Etablissements die Frauen vor dem Täter warnte.

Nach den Morden an zwei Prostituierten in Nürnberg erhoffte sich die Polizei neue Hinweise durch eine Informationskampagne. Foto: Nicolas Armer

Doch schon nach zwei Wochen meldete die Polizei einen Ermittlungserfolg. Die Ermittler der Soko „Himmel“ waren einem 21-Jährigen auf die Spur gekommen. Über das Handy der chinesischen Prostituierten hatten sie einen Kontakt nachweisen können. Der Mann gestand schließlich die beiden Morde an den Frauen, nachdem er mit DNA-Spuren von den Tatorten konfrontiert worden war.

Millionen-Investitionen sorgten für Kritik an Söder

Für die Kultur werden in Nürnberg viele Millionen Euro investiert. Für manchen Kritiker sind es gar zu viele. So bekam Bayerns Finanzminister Markus Söder heftige Kritik im Landtag zu hören bei der Diskussion um die neue Außenstelle des Deutschen Museum. Seit dem Frühjahr rollen die Bagger auf dem Gelände des Augustinerhofs in der Innenstadt. Dort errichtet ein Investor das Museumsgebäude, dass der Freistaat in der Folge für 2,8 Millionen Euro jährlich anmieten will.

Der bayerische Finanz- und Heimatminister Markus Söder (CSU) stellte im Juni bei einer Pressekonferenz den Standort für die neue Zweigstelle des Deutschen Museums in Nürnberg vor. Foto: Timm Schamberger

Bei einer Laufzeit von 25 Jahren kommt man auf eine Summe von 70 Millionen Euro. Die Opposition im Landtag bezeichnete den Mietvertrag als „aberwitzig“. Söder und die CSU zeigten sich davon aber ungerührt. Übrigens fiel noch eine Entscheidung für einen kulturellen Bau in Nürnberg, der etwas Geld kosten dürfte. Der Stadtrat entschied, dass der neue geplante Konzertsaal westlich der Meistersingerhalle entstehen soll.

Ein Jahr mit vielen Großveranstaltungen

Nicht kleckern, sondern glotzen: Nürnberg hat inzwischen ein ansehnliches Portfolio an Großveranstaltungen im kulturellen Bereich zu bieten. Das Jahr 2017 machte da keine Ausnahme. Bardentreffen (mehr als 200 000 Besucher), Rock im Park (rund 90 000 Zuschauer), Norisring-Rennen (120 000 Zuschauer an drei Tagen), Blaue Nacht (rund 150 000 Besucher), Klassik Open Air (rund 150 000 bei zwei Konzerten) lockten zusammen mehrere Hunderttausende Besucher an.

Das Bardentreffen war eine der kulturellen Großveranstaltungen im vergangenen Jahr in Nürnberg. Foto: Daniel Karmann

Von vielen weiteren kleineren Veranstaltungen in der Frankenmetropole ganz zu schweigen. Wo manche das kulturelle Angebot in Nürnberg loben und das Image als langweiliger Großstadt als ausgeräumt ansehen, geht manch anderen das jedoch inzwischen zu weit, wie Anwohnerbeschwerden bei Rock im Park oder die Diskussion über vermeintlich ständig durch Veranstaltungen blockierten Nürnberger Hauptmarkt zeigen.

Unterirdisches Verkehrsnetz wächst

Nürnberg wächst seit Jahren. Die Marke von 500 000 Einwohnern ist längst geknackt. Was die Stadt vor die Herausforderung stellt, einerseits Mobilität für ihre Einwohner zu garantieren, ohne andererseits in ein Verkehrschaos zu stürzen. „Das ist heute ein schöner Tag für die Stadt“, bezeichnete es daher Nürnbergs Rathauschef Ulrich Maly im Mai, als er einen weiteren Streckenabschnitt des Nürnberger U-Bahn-Netzes eröffnen durfte.

Der neue U-Bahnhof Klinikum Nord wurde im vergangenen Jahr eröffnet. Foto: Timm Schamberger

Die Linie U3 wurde gen Westen um zwei weitere Stationen erweitert bis zum Nordwestring. Fünf Jahre dauerten die Bauarbeiten. Rund 86 Millionen Euro kostete der Ausbau, der auch in Zukunft noch nicht beendet sein soll. Das versprach der bayerische Verkehrsminister Joachim Herrmann bei dieser Gelegenheit. Andererseits blieb das U-Bahn-Netz 2017 auch nicht frei von Kritik. Lang anhaltende Bauarbeiten an der U1 sorgen nach wie vor für einigen Ärger bei Fahrgästen.

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